Hypothetische Einsparungen
Bild: dpaLicht und Luft: Das Immobilienportal Immonet hat seine Nutzer gefragt, was in ihrer neuen Wohnung unbedingt vorhanden sein soll. 2911 Wohnungssuchende haben darüber abgestimmt.
Bild: APSchimmel, schwarze Fugen und klamme Handtücher im Bad - davon können offensichtlich viele Mieter ein Lied singen. Feucht-warmes Klima ist nicht nur ein idealer Nährboden für Schimmelpilze, auch Schädlinge wie Silberfische fühlen sich in dieser Umgebung wohl. 46 Prozent der Immonet-Nutzer wünschen sich in ihrer neuen Wohnung daher ein Bad mit Fenster. Nur so kann die Nasszelle optimal belüftet werden.
Bild: dpaSelbst zu kochen ist zwar etwas aufwendiger, dafür aber wesentlich günstiger, als jeden Tag den Pizza-Service anzurufen. Auf eine Einbauküche legen daher 40 Prozent der Befragten wert. Für Mieter, die nicht allzu lange in der Wohnung bleiben möchten, ist die Neuanschaffung aufwendig und teuer. Und bei einem Umzug lässt sich die Küche nicht nur schlecht transportieren, sie passt auch meist nicht in die neue Wohnung.
Bild: PresseWie der Boden aussieht, spielt für viele Wohnungssuchende eher eine untergeordnete Rolle. Nur acht Prozent der Befragten gaben an, dass in ihrer Wohnung unbedingt Parkett-Boden verlegt sein muss. Die übrigen Nutzer legen darauf wenig Wert und finden sich mit Fliesen, Laminat oder Teppich ab. Denn Parkett-Boden sieht zwar schön aus, aber der edle Holzboden ist auch empfindlich. Scharfe Reinigungsmittel, Stilettos oder die Krallen von Hundepfoten verträgt er nicht.
Bild: APViel Platz über ihrem Kopf wünschen sich sechs Prozent der Befragten. Für sie sind hohe Decken das wichtigste Kriterium. Diese sind zwar schick und Altbauwohnungen liegen voll im Trend, aber hohe Räume sind auch Energiefresser. Sie im Winter warm zu halten, kann richtig ins Geld gehen.
Bild: PresseFazit: Die Immonet-Nutzer legen vor allem auf praktische Dinge Wert, wie das Fenster im Bad. Exklusive Ausstattung wie Parkett-Boden oder hohe Decken sind hingegen weniger gefragt. Das könnte mit den stetig steigenden Mieten zusammenhängen: Je höher die Preise desto geringer werden die Ansprüche.
Licht und Luft: Das Immobilienportal Immonet hat seine Nutzer gefragt, was in ihrer neuen Wohnung unbedingt vorhanden sein soll. 2911 Wohnungssuchende haben darüber abgestimmt.
Diese Energieeinsparungen lassen sich zwar im Voraus mithilfe der erzielbaren U-Werte berechnen, ob sie aber tatsächlich realistisch sind, zeigt sich erst in der Praxis. Denn in vielen Untersuchungen zum Thema wird der Energiebedarf der Gebäude anhand von Rechenmodellen angesetzt – also ohne tatsächliche Verbrauchswerte aus der Vergangenheit. Diese Rechenmodelle nutzen auch Energieberater, die sich dabei unter anderem an den U-Werten der verschiedenen Gebäudeteile orientieren. Es gibt aber zahlreiche Berichte darüber, dass der so berechnete Energiebedarf deutlich höher angesetzt wird als die tatsächlichen Verbrauchswerte. Diese hängen zwar auch von individuellen Faktoren wir dem Heiz- und Lüftungsverhalten der Bewohner ab, liegen aber dennoch systematisch niedriger. Das hat die Deutsche Energie-Agentur dena zum Beispiel in ihrer Sanierungsstudie zur „Wirtschaftlichkeit energetischer Modernisierung in selbstgenutzten Wohngebäuden, Teil 2“ für die eigenen Untersuchungen auch eingeräumt: „Die Untersuchungen zeigen gegenüber dem berechneten Bedarf systematisch einen geringeren gemessenen Energieverbrauch. Die Abweichung ist für größere Mehrfamilienhäuser geringer als für Einfamilienhäuser.“
Bei der Kalkulation verfügen Hausbesitzer also idealerweise über Zahlenreihen zum tatsächlichen Verbrauch an Heizenergie über mehrere Jahre, so dass auch extrem harte und besonders milde Winter den Durchschnittswert nicht zu sehr verfälschen. Wer solche Verbrauchsdaten besitzt, hat zumindest eine solide Ausgangsbasis für die Berechnung der Heizkostenersparnis.
Dann aber wird es für den sanierungsfreudigen Immobilieneigentümer theoretisch. Denn der Energiebedarf nach erfolgter Sanierung ist nur eine Modellgröße. Und genau da greifen die Zweifel an der Wirtschaftlichkeit der Wärmedämmung an. Die meisten Wissenschaftler, Energieberater und Baustoffproduzenten rechnen beim Thema Wärmedämmung lediglich mit der Verbesserung des U-Wertes, also dem Wert für die Wirksamkeit der Wärmedämmung, die auf die Gebäudehülle gepackt werden soll. Erfahrungswerte aus bisherigen Gebäudesanierungen fließen nicht ein.
Trotz Wärmedämmung mehr Heizenergie nötig
Architekt Konrad Fischer ist das zu kurz gesprungen. Denn eine gedämmte Fassade hat gegenüber massivem Mauerwerk ganz andere physikalische Eigenschaften. Der deutlich bessere U-Wert ließe sich nur erreichen, indem auch zahlreiche Nachteile in Kauf genommen würden. So würde sich etwa eine von außen gedämmte Fassade im Vergleich zum massiven Mauerwerk im Sonnenlicht deutlich schneller und stärker aufheizen, im Schatten aber auch deutlich schneller wieder abkühlen. Dabei kann die Temperatur auf der Fassadenoberfläche auch unter den Taupunkt sinken, so dass die Außenwand durch Kondenswasser nass wird. „Eine gedämmte Fassade kann die Sonnenwärme nicht aufnehmen wie etwa ein Ziegelstein, der sie speichert und in den Abend- und Nachtstunden langsam wieder abgibt“, sagt Fischer. Dieser Zusammenhang wird in der Studie vom Fraunhofer-Institut gar nicht bestritten, allerdings wäre der Effekt gering. Fischer hält dagegen: Im Versuchsaufbau hatten massive und gedämmte Wände exakt den gleichen U-Wert. „Immer, wenn ein Dämmung auf der Außenwand war, lag der Heizenergieverbrauch gegenüber den Wänden ohne Dämmschicht höher“, so Fischer.

























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Alle Kommentare lesen03.01.2013, 16:40 UhrAnonymer Benutzer:Handwerker
Nur noch Idioten Dämmen heute noch ihr Einfamilienhaus. Auch bei vielen Architekten hat es sich inzwischen herumgesprochen das die vielen Nachteile die geringe Einsparung nicht aufwiegen. Es gibt kein Gesetz das eine Dämmung vorschreibt. Noch herrscht in Deutschland Vertragsfreiheit. Und die unwirtschaftlichkeit kann auch locker nachgwiesen werden und dann muss es sogar nicht gemacht werden. Bin mal gespannt wann der erste Mieter vor Gericht recht bekommt weil er die Mieterhöhung nicht bezahlen will.
11.11.2012, 14:23 UhrAnonymer Benutzer:meerwind7
Meine Lebenserfahrung sagt ganz klar: Dämmung bringt Einsparung und warme Wohnungen. Und auch jede Berechnung ergibt dasselbe.
Natürlich eine dünne Holzständerwand mit Dämmung schlechter als eine Massivwand mit sehr guten Dämmziegeln mitgleichem k-Wert bzw. u-Wert, wenn letztere zusätzlich Wärme speichert.
Bei Dämmung ist halt auch ein Dachüberstand besonders ratsam. Den lassen viele modische Architekten dummerweise weg. Dann braucht man sich über Fassadenschäden nicht zu wundern
22.10.2012, 07:49 UhrAnonymer Benutzer:KonradFischer
@Saatweber: Ich habe den Eindruck, Sie erzählen von einer Vollsanierung, die nicht nur die Außenwanddämmung betraf. Das wäre dann Äpfel mit Birnen verglichen, oder?
Die Meßdaten des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik, die Sie offenbar gar nicht kennen, erzählen dagegen eine klare Geschichte: Außendwanddämmung verursacht höhere Heizkosten. Dazu wurden viele Vergleichsuntersuchungen an gedämmten und ungedämmten Testhäusern durch geführt. Und alle Messungen ergaben dieses Ergebnis. Wenn das keine statistische Signifikanz ist! Übrigens wird im Novemberheft der "Immobilienwirtschaft" eine sogenannte "Richtigstellung" des Instituts (verfaßt von den Herren Professoren Hauser und Sedlbauer) erscheinen. Und zwar neben einer Stellungnahme des angegriffenen Journalisten dazu.
Spannung garantiert!
Konrad Fischer
Dämmketzer