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Umstrittene Ersparnis: Hypothetische Einsparungen

Umstrittene Ersparnis: Kostenfalle Wärmedämmung

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Hypothetische Einsparungen

Licht und Luft: Das Immobilienportal Immonet hat seine Nutzer gefragt, was in ihrer neuen Wohnung unbedingt vorhanden sein soll. 2911 Wohnungssuchende haben darüber abgestimmt.

Bild: dpa

Diese Energieeinsparungen lassen sich zwar im Voraus mithilfe der erzielbaren U-Werte berechnen, ob sie aber tatsächlich realistisch sind, zeigt sich erst in der Praxis. Denn in vielen Untersuchungen zum Thema wird der Energiebedarf der Gebäude anhand von Rechenmodellen angesetzt – also ohne tatsächliche Verbrauchswerte aus der Vergangenheit. Diese Rechenmodelle nutzen auch Energieberater, die sich dabei unter anderem an den U-Werten der verschiedenen Gebäudeteile orientieren. Es gibt aber zahlreiche Berichte darüber, dass der so berechnete Energiebedarf deutlich höher angesetzt wird als die tatsächlichen Verbrauchswerte. Diese hängen zwar auch von individuellen Faktoren wir dem Heiz- und Lüftungsverhalten der Bewohner ab, liegen aber dennoch systematisch niedriger. Das hat die Deutsche Energie-Agentur dena zum Beispiel in ihrer Sanierungsstudie zur „Wirtschaftlichkeit energetischer Modernisierung in selbstgenutzten Wohngebäuden, Teil 2“ für die eigenen Untersuchungen auch eingeräumt: „Die Untersuchungen zeigen gegenüber dem berechneten Bedarf systematisch einen geringeren gemessenen Energieverbrauch. Die Abweichung ist für größere Mehrfamilienhäuser geringer als für Einfamilienhäuser.“

Bei der Kalkulation verfügen Hausbesitzer also idealerweise über Zahlenreihen zum tatsächlichen Verbrauch an Heizenergie über mehrere Jahre, so dass auch extrem harte und besonders milde Winter den Durchschnittswert nicht zu sehr verfälschen. Wer solche Verbrauchsdaten besitzt, hat zumindest eine solide Ausgangsbasis für die Berechnung der Heizkostenersparnis.

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Dann aber wird es für den sanierungsfreudigen Immobilieneigentümer theoretisch. Denn der Energiebedarf nach erfolgter Sanierung ist nur eine Modellgröße. Und genau da greifen die Zweifel an der Wirtschaftlichkeit der Wärmedämmung an. Die meisten Wissenschaftler, Energieberater und Baustoffproduzenten rechnen beim Thema Wärmedämmung lediglich mit der Verbesserung des U-Wertes, also dem Wert für die Wirksamkeit der Wärmedämmung, die auf die Gebäudehülle gepackt werden soll. Erfahrungswerte aus bisherigen Gebäudesanierungen fließen nicht ein.

Trotz Wärmedämmung mehr Heizenergie nötig

Architekt Konrad Fischer ist das zu kurz gesprungen. Denn eine gedämmte Fassade hat gegenüber massivem Mauerwerk ganz andere physikalische Eigenschaften. Der deutlich bessere U-Wert ließe sich nur erreichen, indem auch zahlreiche Nachteile in Kauf genommen würden. So würde sich etwa eine von außen gedämmte Fassade im Vergleich zum massiven Mauerwerk im Sonnenlicht deutlich schneller und stärker aufheizen, im Schatten aber auch deutlich schneller wieder abkühlen. Dabei kann die Temperatur auf der Fassadenoberfläche auch unter den Taupunkt sinken, so dass die Außenwand durch Kondenswasser nass wird. „Eine gedämmte Fassade kann die Sonnenwärme nicht aufnehmen wie etwa ein Ziegelstein, der sie speichert und in den Abend- und Nachtstunden langsam wieder abgibt“, sagt Fischer. Dieser Zusammenhang wird in der Studie vom Fraunhofer-Institut gar nicht bestritten, allerdings wäre der Effekt gering. Fischer hält dagegen: Im Versuchsaufbau hatten massive und gedämmte Wände exakt den gleichen U-Wert. „Immer, wenn ein Dämmung auf der Außenwand war, lag der Heizenergieverbrauch gegenüber den Wänden ohne Dämmschicht höher“, so Fischer.

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30 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 03.01.2013, 16:40 UhrHandwerker

    Nur noch Idioten Dämmen heute noch ihr Einfamilienhaus. Auch bei vielen Architekten hat es sich inzwischen herumgesprochen das die vielen Nachteile die geringe Einsparung nicht aufwiegen. Es gibt kein Gesetz das eine Dämmung vorschreibt. Noch herrscht in Deutschland Vertragsfreiheit. Und die unwirtschaftlichkeit kann auch locker nachgwiesen werden und dann muss es sogar nicht gemacht werden. Bin mal gespannt wann der erste Mieter vor Gericht recht bekommt weil er die Mieterhöhung nicht bezahlen will.

  • 11.11.2012, 14:23 Uhrmeerwind7

    Meine Lebenserfahrung sagt ganz klar: Dämmung bringt Einsparung und warme Wohnungen. Und auch jede Berechnung ergibt dasselbe.
    Natürlich eine dünne Holzständerwand mit Dämmung schlechter als eine Massivwand mit sehr guten Dämmziegeln mitgleichem k-Wert bzw. u-Wert, wenn letztere zusätzlich Wärme speichert.
    Bei Dämmung ist halt auch ein Dachüberstand besonders ratsam. Den lassen viele modische Architekten dummerweise weg. Dann braucht man sich über Fassadenschäden nicht zu wundern

  • 22.10.2012, 07:49 UhrKonradFischer

    @Saatweber: Ich habe den Eindruck, Sie erzählen von einer Vollsanierung, die nicht nur die Außenwanddämmung betraf. Das wäre dann Äpfel mit Birnen verglichen, oder?

    Die Meßdaten des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik, die Sie offenbar gar nicht kennen, erzählen dagegen eine klare Geschichte: Außendwanddämmung verursacht höhere Heizkosten. Dazu wurden viele Vergleichsuntersuchungen an gedämmten und ungedämmten Testhäusern durch geführt. Und alle Messungen ergaben dieses Ergebnis. Wenn das keine statistische Signifikanz ist! Übrigens wird im Novemberheft der "Immobilienwirtschaft" eine sogenannte "Richtigstellung" des Instituts (verfaßt von den Herren Professoren Hauser und Sedlbauer) erscheinen. Und zwar neben einer Stellungnahme des angegriffenen Journalisten dazu.

    Spannung garantiert!

    Konrad Fischer
    Dämmketzer

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