Urlaubsimmobilien: Die besten Regionen für den Ferienhauskauf

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Urlaubsimmobilien: Die besten Regionen für den Ferienhauskauf

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Viele versuchen von Wertsteigerungen in den Ferienorten zu profitieren, aber die Preise sind schon hoch. Dennoch kann der Kauf von Ferienwohnungen noch lohnen

von Niklas Hoyer, Martin Gerth und Stefan Hajek

Ein Haus an der Küste oder in den Bergen verspricht Urlaubsfreude und Rendite. Was Käufer in Deutschland hinblättern müssen, wo die Chancen auf Wertsteigerung am größten sind.

Die "Arche Noah" hüpft über die Nordseewellen. Immobilienmakler Thorsten Figge steuert das Motorboot Richtung Baltrum, der kleinsten der ostfriesischen Inseln. Figge gibt Gas, Gischt spritzt gegen die Fenster der Kabine: "Für die Strecke von Neßmersiel nach Baltrum brauche ich statt 30 Minuten wie die Fähre nur etwa zehn", sagt er. Vor drei Jahren habe er das Boot gekauft, um Zeit zu sparen.

Reetdach statt Rettungsschirm

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Ohne eigenes Schiff samt Elektrofahrrad an Bord könnte er die vielen Termine nicht schaffen. Denn die Geschäfte gehen gut an der Küste. Die Rettungsaktionen für die Euro-Banken von Irland bis Zypern haben Vermögende verunsichert, sie fürchten um ihre Tagesgeldkonten. "Käufer haben Angst vor dem Euro und kaufen lieber eine Ferienimmobilie, als das Geld auf der Bank zu lassen", sagt Figge. Kunden kauften zunehmend bar und ohne Bankkredit.

Hinzu kommt: Urlaub an der See und in den Alpen ist gefragt. 37 Prozent der Deutschen verbringen ihren Haupturlaub im eigenen Land. 2005 lag der Anteil noch bei 32 Prozent. Auf einen Gast in Spanien, immerhin das beliebteste Auslandsreiseziel, kommen fünf Deutschlandurlauber.

Mietpreise für Ferienimmobilien im Inland

  • Ostseeinseln

    Am teuersten lebt es sich in den Ferien auf den Inseln in der Ostsee. Hier kostet der Quadratmeter im Ferienhaus in der Hauptsaison pro Woche 7,73 Euro, im Jahresdurchschnitt liegt der Preis bei 6,16 Euro.

    Die Preise beziehen sich auf Wochenmietpreise pro Quadratmeter (in Euro).

    Quelle: Marktstudie zu privaten Ferienimmobilien 2013, HomeAway Fewo-direkt und Engel & Völckers, Mai 2013

  • Ostsee Festland

    Dicht gefolgt werden die Ferienwohnungen und -häuser in der Ostsee von vergleichbaren Immobilien auf dem Festland in Seenähe. Hier zahlt man pro Woche und Quadratmeter in der Hauptsaison 6,93 Euro und im Jahresdurchschnitt 5,80 Euro.

  • Nordsee Festland

    Nicht so teuer wie auf der Inseln, dennoch kostet im Urlaub Meeresnähe zur Nordsee 5,22 Euro in der Hochsaison der Quadratmeter pro Woche, im Durchschnitt liegt der Preis bei 4,55 Euro.

  • Nordeeinseln

    Auch hier haust es sich im Urlaub durchaus exklusiv. Urlaub auf einer der Inseln in der Nordsee kostet in der Hochsaison pro Woche und Quadratmeter 6,69 Euro, im Jahresdurchschnitt 5,62 Euro.

  • Bodensee

    Wenn auch kein richtiges Meer, lassen sich Ferienanlagenvermieter die Lage an Deutschlands größtem Binnensee teuer entlohnen. Der Quadratmeter pro Woche kostet hier in der Hauptsaison 6,55 Euro und im Jahresdurchschnitt 5,89 Euro.

  • Allgäu und bayerisch Schwaben

    Zwar ohne Meer oder See, dennoch ähnlich teuer. Im Allgäu oder bayerisch Schwaben zahlt man pro Woche und Quadratmeter in der Hauptsaison 5,69 Euro, im Durschnitt 5,12 Euro.

Mehr als ein Drittel der Inlandsurlauber wohnt in einer Ferienwohnung oder einem Ferienhaus. "Viele wollen sich jetzt eine Ferienimmobilie kaufen", sagt Michael Kiefer, Chefanalyst bei Immobilienscout24, "aber das Angebot an den begehrten Standorten ist extrem knapp." Die Folge: Die Preise ziehen stark an. An der Nord- und Ostsee, aber auch in den Alpen und am Bodensee müssen Hauskäufer mittlerweile mehr als 300.000 Euro einplanen. An besonders beliebten Standorten stiegen die Preise zwischen 2009 und 2012 um sechs Prozent pro Jahr. Eigentümer durften sich über entsprechende Wertsteigerungen freuen.

Ostfriesland: Knapper Raum

Auf den kleineren ostfriesischen Inseln gehen den Maklern die Angebote aus. Nur zwei Objekte stünden auf Baltrum zum Verkauf, sagt Makler Figge. Etwas mehr Auswahl bieten größere Inseln. "Norderney macht etwa ein Viertel des Ferienimmobilienmarktes auf den sieben Inseln aus", sagt Andreas Pilz, Makler bei Engel & Völkers in Norderney. Derzeit seien dort etwa 40 Immobilien auf dem Markt. Norderney und Juist sind am teuersten: Wohnungen kosten zwischen 5400 und 6200 Euro pro Quadratmeter. Wer Meerblick will, muss 7000 Euro hinblättern, sagt Figge.

Warner B. J. Popkes, 54, Geschäftsführer des Wirtschaftsprüfungsunternehmens RSM Deutschland aus Leer, ist das zu viel. Er hat eine simple Rechnung aufgemacht: Auf Norderney seien Ferienimmobilien etwa 200 Tage im Jahr vermietbar, auf Borkum 150 bis 160 Tage. Da der Preis auf Borkum bei etwa der Hälfte liege, lohne der Kauf dort eher: "Entscheidend ist das Verhältnis von vermietbaren Tagen zum Kaufpreis." Popkes hat auf Borkum eine alte Kommandeurs-Villa gekauft. Dort entstehen sieben Ferienwohnungen.

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