Wohn- und Gewerbeimmobilien: Für wie attraktiv Immobilienprofis Ihre Region halten

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Wohn- und Gewerbeimmobilien: Für wie attraktiv Immobilienprofis Ihre Region halten

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Nord-, Süd- oder Mitteldeutschland: Immobilien-Experten wurden nach ihrer Meinung zur Attraktivität von sieben Metropolregionen in Deutschland befragt.

von Harald Schumacher und Rebecca Eisert

Eine aktuelle Umfrage zeigt, welchen Regionen von München bis Hamburg Experten das größte Potenzial zusprechen - und wie sich Leerstände, Mietpreise und Nachfrage entwickeln könnten.

Deutschlands Immobilienprofis blicken optimistisch auf die Entwicklung der sieben wichtigsten deutschen Immobilienmarktregionen. Das ist das angesichts konjunktureller Unwägbarkeiten überraschend positive Ergebnis eines Expertenpanels, das der WirtschaftsWoche exklusiv vorliegt. Die Umfrage, die das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) in Bonn halbjährlich durchführt, ergab: Mehr als vier Fünftel der Umfrageteilnehmer attestieren den zentralen Immobilienmärkten eine zunehmende Attraktivität für die eigene Geschäftstätigkeit, nur 18 Prozent einen Attraktivitätsverlust (Die Attraktivität der regionalen Immobilienmärkte bewerteten 224 der insgesamt 334 Umfrage-Teilnehmer).

Alle Details der Umfrage finden Sie in dieser Infografik:

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Wie Fachleute die Attraktivität Ihrer Stadt oder Region für Wohn- und Gewerbeimmobilien einschätzen. Wo sie mehr Leerstände, fallende Mieten oder steigende Nachfrage erwarten. Eine exklusive Expertise.

Immobilientrends 2012 Quelle: WirtschaftsWoche

Allerdings zeigen sich sowohl zwischen den Regionen als auch zwischen den Segmenten Wohn- und Gewerbeimmobilien erhebliche Unterschiede. Der Image-Aufstieg Berlins etwa ist rasant. Von den befragten Experten für Wohnimmobilien etwa bescheinigten 93 Prozent der Bundeshauptstadt eine zunehmende Attraktivität – vor einem Jahr lag der Wert bei 73 Prozent.

Die Mehrheit der Experten geht hier davon aus, dass die Zahl der leerstehenden Neubaumietwohnungen zurückgehen wird. Aber auch im Bereich der Gewerbeimmobilien, sind die Experten für Berlin deutlich optimistischer als für andere Metropolregionen in Deutschland (siehe Infografik).

Rheinland und Berlin Top, Ruhrgebiet Flop

Nur die Rheinschiene mit Düsseldorf, Köln und Bonn liegt in der Experteneinschätzung in puncto Attraktivität noch vor der Bundeshauptstadt (94 Prozent). Dafür befürchten Experten aus dem Rhein-Main-Gebiet öfter als die Befragten der anderen Metropol-Regionen eine sinkende Nachfrage im Markt für Büro- ebenso wie für Einzelhandelsimmobilien und gleichzeitig von steigenden Leerständen im Büromarkt aus.

Womit Gewerbeimmobilienprofis für das künftige Halbjahr rechnen:

  • Was untersucht die Exklusiv-Studie?

    Das BBSR, der immobilienwirtschaftliche Thinktank des Bundesbauministeriums, bittet zweimal jährlich Gewerbeimmobilienexperten um ihre Einschätzung. Die Forscher fragten für das Expertenpanel Immobilienmarkt 334 Profis*: "Wie beurteilen Sie die künftigen Marktentwicklungen Angebot, Nachfrage, Leerstand und Mieten auf dem Büro-, Einzelhandels-, Logistikimmobilienmarkt?"

    *Davon 213 mit Schwerpunkt Büroimmobilien, 194 Einzelhandels- und 109 Logistikimmobilien. Es fehlen zu 100 Prozent jeweils die Antworten "bleiben konstant" und "keine Aussage".

  • Marktsegment Büro

    Flächenangebot: Ein Fünftel der Experten rechnet für das zweite Halbjahr 2012 mit einem sinkenden Angebot an Büroflächen (2011: nur 8 Prozent). Dass das Angebot steigt, glauben nur noch 16 Prozent (2011: 30 Prozent).

    Nachfrage: Ebenfalls die Mehrheit geht von einer sinkenden Nachfrage nach Büroimmobilien aus (39 Prozent) - im Vorjahr glaubten das nur 17 Prozent. Nur neun Prozent erwarten, dass die Nachfrage anzieht. 2011 zeigten sich noch deutlich mehr Experten optimistisch - 17 Prozent gingen damals von einer steigenden Nachfrage aus.

    Leerstand: Von einer größeren Zahl an leerstehenden Flächen gehen mittlerweile 34 Prozent aus (Vorjahr: 30 Prozent). Nur noch 17 Prozent glauben, dass der Leerstand zurückgeht (Vorjahr: 21 Prozent).

    Mieten: Schwache Nachfrage und mehr Leerstände - das wird sich auch auf die Mieten auswirken. Fast ein Drittel der Befragten rechnet mit sinkenden Mieten für Büroimmobilien, nur zehn Prozent rechnen mit steigenden Mietpreisen. Vor einem Jahr gingen noch doppelt so viele (21 Prozent) von steigenden Mieten aus.

  • Marktsegment Einzelhandel

    Flächenangebot: In diesem Segment wird die Trendwende besonders deutlich. 2011 ging die Mehrheit der Befragten noch von einem steigenden Angebot an Flächen für den Einzelhandel aus (26 Prozent) - jetzt erwartet die Mehrzahl, dass das Angebot sinken wird (24 Prozent).

    Nachfrage: Die Krise im Einzelhandel schlägt sich auch auf die erwartete Nachfrage durch. Die Immobilienprofis rechnen mehrheitlich mit einer sinkenden Nachfrage nach Gewerbeimmobilien (28 Prozent); nur noch 19 Prozent glauben, dass die Nachfrage in den kommenden Monaten anzieht (2011: 32 Prozent).

    Leerstände: Die Entwicklung der Leerstände beurteilen die Experten annährend gleich wie 2011, etwas mehr (23 Prozent) gegen von steigenden Leerständen aus, sinkende Leerstände erwarten dagegen nur 18 Prozent.

    Mieten: Ein Viertel der Immobilienprofis gehen von sinkenden Mieten für Gewerbeimmobilien im Einzelhandel aus. 18 Prozent erwarten steigende Mieten. 2011 waren die Befragten noch optimistischer - fast ein Viertel rechnete mit steigenden Mieten und nur 14 Prozent mit sinkenden.

  • Marktsegment Logistik

    Flächenangebot: Wie auch im Segment Büro und Einzelhandel gehen Experten insgesamt von einem geringeren Flächenangebot als in den vergangenen drei Jahren aus. Immer weniger Befragte glauben, dass das Angebot steigen wird (2010: 32 Prozent; 2011: 27 Prozent; 2012: 17 Prozent). Von einem sinkenden Angebot gehen wie schon vor einem Jahr 16 Prozent der Befragten aus.

    Nachfrage: Noch gehen mehr Experten von einer steigenden als von einer sinkenden Nachfrage aus (28 Prozent gegenüber 12 Prozent). Doch im Laufe der vergangenen drei Jahre ist der Optimismus deutlich geschwunden. 2011 glaubten nämlich noch mehr als die Hälfte, dass die Nachfrage anziehen werde und nur sieben Prozent rechneten mit einer schwächeren Nachfrage.

    Leerstand: Parallel rechnen nun auch doppelt so viele Experten mit einer steigenden Zahl leerstehender Flächen (15 Prozent gegenüber 7 Prozent im Vorjahr). Doch immer noch rechnen mehr Befragten damit, dass die Zahl der Leerstände zurückgeht (28 Prozent) - auch wenn ihr Anteil gegenüber dem Vorjahr deutlich schrumpft (39 Prozent).

    Mieten: 20 Prozent der Immobilienexperten erwarten steigende Mieten. 9 Prozent glauben, die Mieten werden sinken. 2011 dachten 3 Prozent, die Mieten würden sinken. 37 Prozent erwarteten steigende Mieten.

Katastrophal ist die Einschätzung für das Ruhrgebiet: Nur 21 Prozent der Befragten aus dem Wohnimmobilienbereich gehen dort von einem Attraktivitätsgewinn aus – vor einem Jahr waren es immerhin noch 43 Prozent. Auch die Experten für Gewerbeimmobilien schätzten die Marktlage im Ruhrgebiet vergleichsweise schlecht ein.

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