Wohneigentum: Das eigene Häuschen war nie günstiger

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Wohneigentum: Das eigene Häuschen war nie günstiger

Die Zinsen sind extrem niedrig, die Einkommen steigen: Deshalb sind Immobilien aus Sicht des Immobilienverbands erschwinglicher als jemals zuvor. Wer eine Immobilie kaufen möchte, sollte das jetzt tun.

Die Zinsen sind extrem niedrig, die Einkommen steigen: Deshalb sind Immobilien aus Sicht des Immobilienverbands IVD derzeit trotz leicht steigender Preise erschwinglicher als jemals zuvor. Das gilt vor allem für begehrte Stadtteile der Metropolen und einige Regionen, wo die Nachfrage nach Miet- und Wohneigentum ungebrochen hoch ist. Dennoch sieht die Immobilienwirtschaft derzeit keine Preisblasen. Denn die Branche habe mit dem verstärkten Bau neuer Wohnungen reagiert und die Nachfrage nach Immobilienkredite sei vergleichsweise moderat, teilte der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) in seinem Frühjahrsgutachten mit.

Preisanstieg für Eigentumswohnungen verliert an Dynamik

  • München

    Kaufpreisentwicklung für Eigentumswohnungen im ersten Halbjahr 2014 gegenüber dem 1. Halbjahr 2013 (Vorjahresvergleich)

    München
    +9,3 Prozent auf 5.280 Euro pro Quadratmeter gegenüber Vorjahr
    Im 1. Halbjahr: +2,9 Prozent

    Quelle: JLL

  • Hamburg

    +7,9 Prozent auf 3570 Euro pro Quadratmeter gegenüber Vorjahr

  • Frankfurt

    +11,7 Prozent auf 3540 Euro pro Quadratmeter gegenüber Vorjahr
    Im 1. Halbjahr: +5,4 Prozent

  • Stuttgart

    +18,5 Prozent auf 2970 Euro pro Quadratmeter gegenüber Vorjahr
    Im 1. Halbjahr: unbekannt

  • Düsseldorf

    +10,5 Prozent auf 2850 Euro pro Quadratmeter gegenüber Vorjahr
    Im 1. Halbjahr: +1,4 Prozent

  • Berlin

    +13 Prozent auf 2770 Euro pro Quadratmeter gegenüber Vorjahr
    Im 1. Halbjahr: +7,8 Prozent

  • Köln

    +15,6 Prozent auf 2680 Euro pro Quadratmeter gegenüber Vorjahr
    Im 1. Halbjahr: +8,5 Prozent

  • Leipzig

    -9,6 Prozent auf 1270 Euro pro Quadratmeter gegenüber Vorjahr

Insgesamt glauben die Lobbyisten der Wohnungswirtschaft an ein Ende stetig anziehender Mietpreise. Der Anstieg der Mieten habe sich 2014 im Vergleich zum Vorjahr in Westdeutschland von 3,3 auf 2,7 Prozent verlangsamt, im Osten von 2,5 auf jetzt 1,9 Prozent. „Von einer Preisblase kann in Deutschland aktuell keine Rede sein“, so der ZIA, der für 37.000 Unternehmen spricht.

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In Metropolen und Top-Regionen bleibt die Lage für Mieter und Käufer jedoch angespannt. In diesen „Schwarmstädten“ sei die Nachfrage nach Wohnungen wesentlich größer als das Angebot. „Neben der hohen Nachfrage treiben auch höhere Preise für Bauland, strengere Regulierung und immer schärfere Vorgaben bei der Energieeffizienz die Kaufpreise und Mieten“, sagte ZIA-Präsident Andreas Mattner. So stiegen die Kaufpreise für Wohnungseigentum 2014 im Westen um 5,5 Prozent - und damit stärker als die Mieten.

Welche deutschen Städte bei Investoren angesagt sind

  • Umfrage

    Welche Städte sind bei Investoren besonders beliebt? Die Daten sind dem Trendbarometer Immobilien-Investmentmarkt von EY Real Estate entnommen. Es wurden 15 europäische Immobilienmärkte inklusive Deutschland untersucht. Geantwortet haben insgesamt rund 500 europäische Unternehmen und Investoren. Wortlaut der Frage: „Welche deutschen Standorte stehen im Jahr 2014 besonders in Ihrem Investmentfokus?“

  • Platz 7

    Stuttgart

    20 Prozent

  • Platz 6

    Düsseldorf

    21 Prozent

  • Platz 5

    Frankfurt

    22 Prozent

  • Platz 4

    Hamburg

    23 Prozent

  • Platz 3

    München

    25 Prozent

  • Platz 2

    Köln

    26 Prozent

  • Platz 1

    Berlin

    36 Prozent

Aus Sicht des IVD ist derzeit trotzdem der ideale Zeitpunkt für den Kauf des Eigenheims. „Wichtig für die Betrachtung der Leistbarkeit einer Immobilie sind nicht nur die Preise“, sagte IVD-Vizepräsident Jürgen Michael Schick am Dienstag in Frankfurt. Für das Gesamtbild sei auch entscheidend, dass die Bauzinsen 2014 nochmals deutlich fielen, während die Löhne vergleichsweise stark stiegen. Insgesamt sei die monatliche Belastung eines Kredites damit gesunken. Dieser Trend werde sich 2015 vermutlich nicht fortsetzen.

Nach den Zahlen des IVD ist Wohneigentum derzeit in keiner anderen Großstadt so erschwinglich wie im Osten Berlins. „Ein durchschnittlicher Haushalt muss im Ostteil der Hauptstadt rund 18 Prozent seines Einkommens zur Finanzierung der eigenen vier Wände ausgeben. Dies entspricht rund 620 Euro im Monat“, sagte Schick. Auch in Dresden (Einkommensbelastung: 18,5 Prozent) und Leipzig (18,9) sei die Finanzierung einer Immobilie vergleichsweise leicht zu stemmen.

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Ganz anders sieht es in München aus. Dort muss ein Haushalt im Schnitt fast 43 Prozent des Einkommens für die Immobilienfinanzierung ausgeben. In Frankfurt (33), Stuttgart (32) und Düsseldorf (32) frisst die Finanzierung der eigenen vier Wände ein Drittel des Einkommens auf.

Der IVD erwartet, dass Immobilienkäufer 2015 wieder größere Teile ihres verfügbaren Einkommens einplanen müssen, wenn sie ein Eigenheim finanzieren wollen. „Die Zinsen für Immobilienkredite können kaum mehr niedriger werden“, glaubt Schick. Gleichzeitig dürften die Preise weiter moderat steigen.

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