Wohnkosten der Deutschen: Die Miete kostet ein Drittel des Einkommens

Wohnkosten der Deutschen: Die Miete kostet ein Drittel des Einkommens

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Laut Experten wird die Mietpreisbremse den Anstieg der Kosten kaum verhindern können.

Wohnen wird immer teurer: Jeden dritten Euro stecken Mieter in die Tasche des Vermieters. Nach Einschätzung des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen kann die Mietpreisbremse da kaum gegenwirken.

Die Miete frisst in deutschen Haushalten im Schnitt ein Drittel des Einkommens. In den vergangenen zehn Jahren sei die Wohnkostenbelastung um rund drei Prozentpunkte gestiegen, sagte Axel Gedaschko, Präsident des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW).

Schuld daran seien nicht hohe Kaltmieten, sondern vor allem höhere Energiekosten. Mit den von der schwarz-roten Bundesregierung geplanten Regulierungen für die Wohnungswirtschaft sei das Problem daher kaum lösbar. Stattdessen würden Investoren abgeschreckt, kritisierte er.

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Wenn man die allgemeine Preisentwicklung berücksichtige, hätten sich die Warmmieten im Bestand von 2003 bis 2013 lediglich um neun Cent pro Quadratmeter erhöht. Die Kaltmieten seien preisbereinigt sogar zurückgegangen.

Prognose für Mieten bis 2015

  • Hamburg

    Durchschnittspreis 2012: 10,4 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +10,5 Prozent

    Quelle: Feri Eurorating Services AG

  • München

    Durchschnittspreis 2012: 12,6 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +9,5 Prozent

  • Frankfurt am Main

    Durchschnittspreis 2012: 11,5 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +9,3 Prozent

  • Dresden

    Durchschnittspreis 2012: 6,1 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +8,3 Prozent

  • Berlin

    Durchschnittspreis 2012: 7,5 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +8,2 Prozent

  • Freiburg

    Durchschnittspreis 2012: 8,9 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +7,7 Prozent

  • Augsburg

    Durchschnittspreis 2012: 7,2 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +7,5 Prozent

  • Bonn

    Durchschnittspreis 2012: 9,4 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +7,2 Prozent

  • Bremen

    Durchschnittspreis 2012: 7,2 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +7,1 Prozent

  • Düsseldorf

    Durchschnittspreis 2012: 9,6 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +7,1 Prozent

  • Leipzig

    Durchschnittspreis 2012: 5,7 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +7,1 Prozent

  • Köln

    Durchschnittspreis 2012: 9,2 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +6,9 Prozent

  • Münster

    Durchschnittspreis 2012: 8,7 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +6,7 Prozent

  • Chemnitz

    Durchschnittspreis 2012: 4,9 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +5,4 Prozent

  • Bochum

    Durchschnittspreis 2012: 6,3 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +4,5 Prozent

Die Kosten seien auch deshalb gestiegen, weil sich die Bürger immer größere Wohnungen leisteten, sagte Gedaschko. So habe ein Mieter in West-Deutschland 1990 noch im Schnitt 51 Quadratmeter gehabt, inzwischen seien es mehr als 56. Im Osten stieg die Wohnfläche von etwa 38 auf rund 50 Quadratmeter. Fast ein Drittel der höheren Mietbelastung entstehe hier einfach durch die größere Wohnung.

Zwei Drittel der Deutschen leben nach Zahlen der Wohnungswirtschaft in Gegenden, in denen sich die Mieten kaum verändern oder sogar leicht zurückgehen. Acht Prozent der Bevölkerung dagegen hätten mit hohen Mietsteigerungen von mehr als sechs Prozent zu kämpfen - die Hälfte davon in der Hauptstadt. „Außerhalb Berlins spielen stark steigende Mieten eine untergeordnete Rolle“, sagte Gedaschko.

Beim Neubau befürchtet die Wohnungswirtschaft eine abflauende Konjunktur. Das liege vor allem an den Baukosten, die seit der Jahrtausendwende um 30 Prozent gestiegen seien. „Wir haben ein Kostenproblem“, sagte Gedaschko. Dauerhaft könne man bezahlbare Mieten nicht über eine Mietpreisbremse allein schaffen. „Das muss man bei den Kosten anpacken.“

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Die rund 3000 GdW-Mitgliedsunternehmen sprachen sich in einer Umfrage dafür aus, in Gebieten mit Mietpreisbremse zugleich den Wohnungsneubau speziell zu fördern. Das könne durch einen Investitionszuschuss oder eine erhöhte lineare Abschreibung geschehen. Werde die Abschreibung für Abnutzung von zwei auf vier Prozent angehoben, kassiere der Staat zwar deutlich weniger Geld für jedes neu gebaute Haus. Das werde aber mehr als ausgeglichen, weil einfach mehr gebaut werde.

Die von Verbraucherminister Heiko Maas (SPD) angekündigte zeitliche Befristung der Modernisierungsumlage macht aus Sicht der GdW-Mitglieder Modernisierungsmaßnahmen wirtschaftlich untragbar. Dadurch könnten die Mieten perspektivisch sogar steigen. Die Unternehmen im GdW bewirtschaften nach eigenen Angaben fast ein Drittel der Mietwohnungen in Deutschland.

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