Wohnkosten steigen rasant: Mieterbund warnt vor Wohnungsnot in Deutschland

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Wohnkosten steigen rasant: Mieterbund warnt vor Wohnungsnot in Deutschland

„Wir steuern geradewegs auf eine echte Wohnungsnot zu“, sagt der Präsident des Mieterbunds. Die Folgen seien Wohnkosten auf Rekordniveau, was Normalverdiener wie sozial Schwache gleichermaßen treffe.

Bezahlbarer Wohnraum wird immer knapper. Nach Schätzung des Deutschen Mieterbundes fehlen aktuell 250.000 Mietwohnungen in Deutschland, vor allem in Großstädten, Ballungszentren und Universitätsstädten. Die Folge sind hier drastisch steigende Mieten, insbesondere Neuvertragsmieten. Preissprünge von bis zu 10 Prozent innerhalb eines Jahres oder Mietforderungen, die mitunter 20 oder 30 Prozent und mehr über den Mieten in bestehenden Mietverhältnissen liegen, sind für einen Großteil der Mieterhaushalte nicht bezahlbar. Sie müssen heute schon durchschnittlich ein Drittel ihrer Konsumausgaben für die Wohnung und für Betriebskosten ausgeben, einkommensschwächere Haushalte mehr als 45 Prozent.

„Die aktuellen Wohnungsmarktprobleme betreffen junge Familien, Rentner, einkommensschwächere Haushalte und Normalverdiener in Großstädten und Ballungszentren gleichermaßen“, so Franz-Georg Rips Präsident des DMB.

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Prognose für Mieten bis 2015

  • Hamburg

    Durchschnittspreis 2012: 10,4 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +10,5 Prozent

    Quelle: Feri Eurorating Services AG

  • München

    Durchschnittspreis 2012: 12,6 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +9,5 Prozent

  • Frankfurt am Main

    Durchschnittspreis 2012: 11,5 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +9,3 Prozent

  • Dresden

    Durchschnittspreis 2012: 6,1 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +8,3 Prozent

  • Berlin

    Durchschnittspreis 2012: 7,5 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +8,2 Prozent

  • Freiburg

    Durchschnittspreis 2012: 8,9 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +7,7 Prozent

  • Augsburg

    Durchschnittspreis 2012: 7,2 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +7,5 Prozent

  • Bonn

    Durchschnittspreis 2012: 9,4 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +7,2 Prozent

  • Bremen

    Durchschnittspreis 2012: 7,2 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +7,1 Prozent

  • Düsseldorf

    Durchschnittspreis 2012: 9,6 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +7,1 Prozent

  • Leipzig

    Durchschnittspreis 2012: 5,7 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +7,1 Prozent

  • Köln

    Durchschnittspreis 2012: 9,2 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +6,9 Prozent

  • Münster

    Durchschnittspreis 2012: 8,7 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +6,7 Prozent

  • Chemnitz

    Durchschnittspreis 2012: 4,9 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +5,4 Prozent

  • Bochum

    Durchschnittspreis 2012: 6,3 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +4,5 Prozent

Deshalb sei es jetzt Zeit, Mieterrechte zu stärken und nicht abzubauen. „Die Bundesregierung muss Mieter vor drastisch steigenden Wohnkosten schützen. Sie darf nicht länger an einem Mietrechtsänderungsgesetz festhalten, das Mieterrechte beschneidet und zusätzliche Mietsteigerungen begünstigt“, so Rips. Angesichts 250.000 fehlender Mietwohnungen in Deutschland, steigender Mieten und Wohnkosten auf Rekordniveau bräuchte die Bundesrepublik Konzepte und Fördermittel zur Stärkung des Wohnungsneubaus. Ebenso müsse eine Strategie zur gerechten Verteilung der Kosten der Energiewende entwickelt werden.

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Quelle: dpa

„Wohnungsnot und Wohnungsengpässe sind nicht – wie Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr Fachminister Peter Ramsauer glauben machen wollen – nur ein Problem der Studenten, das durch die Umwidmung von Kasernen in Wohnheime gelöst werden kann“, sagt Rips.

Wohnungsneubau stärken

Während sich die Zahl der fertiggestellten Neubauten nach wie vor auf niedrigstem Niveau bewegt und der Bestand der noch 1,5 Millionen Sozialwohnungen jährlich um 100.000 Einheiten schrumpft, wächst die Zahl der Haushalte, vor allem in den Städten weiter. Zwischen 2002 und 2010 stieg die Zahl von 38,7 auf 40,3 Millionen Haushalte. Nach Zahlen des Bauministeriums werden im Jahr 2025 rund 41,1 Millionen Haushalte eine Wohnung benötigen.

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„Wir steuern geradewegs auf eine echte Wohnungsnot zu“, sagte Rips. Die Folgen lassen sich schon jetzt absehen: Rasant steigende Mieten, Verlust preiswerten Wohnraums in den Stadtzentren, Verdrängung alteingesessener Bewohner aus ihren Quartieren, keine Chance für Normalverdiener, Wohnungen in Innenstadtlagen anzumieten. Diese Entwicklung werde sich fortsetzen und in den nächsten Jahren zuspitzen, wenn die Politik jetzt nicht endlich handelt und den Wohnungsneubau wiederbelebt. „Wir benötigen mindestens 150.000 neue Mietwohnungen pro Jahr, davon 40.000 Sozialmietwohnungen“, fordert der Mieterbundpräsident.

„Mittelfristig muss deshalb der Wohnungsneubau angekurbelt werden, kurzfristig helfen aber nur Änderungen im Mietrecht“, erklärte Rips.

Mit Material von dpa

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