Wohnpreisspiegel: Wo sich der Immobilienkauf noch lohnt

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Wohnpreisspiegel: Wo sich der Immobilienkauf noch lohnt

von Saskia Littmann

Vor allem in Metropolen werden Kaufgelegenheiten am Immobilienmarkt rar. In welchen Lagen sich der Kauf trotzdem noch lohnt - und welche Rolle die Mietpreisbremse dabei spielt.

Reihenhäuser, Gartenzwerge und ein langer Weg zur Arbeit - was zunächst trist klingt, wird für Immobiliensuchende immer interessanter. Die deutsche Vorstadtidylle, der Speckgürtel, lockt immer mehr potenzielle Immobilienkäufer an.

Zu recht, meint Immobilienexperte Sebastian Hein von empirica-systeme, einem Immobiliendatenanbieter. Wer jetzt noch kaufen wolle, der solle sich in Universitätsstädten oder eben im Speckgürtel umsehen, riet Hein am Dienstag auf dem Investmentgipfel der WirtschaftsWoche in Frankfurt. Im Fall der Mainmetropole komme auch Offenbach in Frage.

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Trend zur B-Lage

Auch wenn Frankfurter das sicher nicht gerne hören werden: Die jüngsten Daten des Immobilienspiegels vom Immobilienverband Deutschland (IVD), der gleichzeitig Bundesverband der Makler und Immobilienberater ist, bestätigen den Trend zu sogenannten B-Lagen.

Der Verband erstellt seinen jährlichen Immobilienpreisspiegel auf Grundlage einer Datensammlung unter allen rund 6000 Mitgliedsunternehmen. Es wurden in rund 370 Städten und Gemeinden die Preise für Einfamilien- und Reihenhäuser, Eigentumswohnungen, Renditeobjekte und Baugrundstücke als auch die Wohnungsmieten analysiert.

Welche deutschen Städte bei Investoren angesagt sind

  • Umfrage

    Welche Städte sind bei Investoren besonders beliebt? Die Daten sind dem Trendbarometer Immobilien-Investmentmarkt von EY Real Estate entnommen. Es wurden 15 europäische Immobilienmärkte inklusive Deutschland untersucht. Geantwortet haben insgesamt rund 500 europäische Unternehmen und Investoren. Wortlaut der Frage: „Welche deutschen Standorte stehen im Jahr 2014 besonders in Ihrem Investmentfokus?“

  • Platz 7

    Stuttgart

    20 Prozent

  • Platz 6

    Düsseldorf

    21 Prozent

  • Platz 5

    Frankfurt

    22 Prozent

  • Platz 4

    Hamburg

    23 Prozent

  • Platz 3

    München

    25 Prozent

  • Platz 2

    Köln

    26 Prozent

  • Platz 1

    Berlin

    36 Prozent

Zweite Reihe mit Zuzug

Da in den gefragten Metropolen das Angebot an verfügbaren Eigentumswohnungen immer geringer werde, lohne es sich, auf Städte der zweiten Reihe auszuweichen. Universitätsstädte eignen sich da laut Jürgen-Michael Schick, dem Vizepräsidenten des IVD, besonders. Gleichzeitig sollten potenzielle Käufer darauf achten, dass es sich um eine wachsende Stadt handele. Als Beispiele für B-Lagen mit Zuzug nennt Schick Regensburg und Rostock.

Denn der Immobilienmarkt in Deutschland hat mit einer Schere zu kämpfen. "In der Fläche sind ausreichend Immobilien vorhanden, in den Zentren dagegen ist das Angebot knapp", sagt Hein. Während in den ländlichen Regionen die Mieter wegbleiben, wissen sie in den Städten nicht mehr, wohin.

Auch der IVD bemängelt: "Gerade in Groß- und Unistädten kann der Neubau die oft durch viele Zuziehende steigende Nachfrage nicht ausgleichen." Berlin beispielsweise konnte sich 2013 über mehr als 47.000 zusätzliche Einwohner freuen. Im gleichen Zeitraum seien aber nur gut 6600 Wohnungen neu gebaut worden, so Schick.

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Quelle: dpa Picture-Alliance

Im Durchschnitt kostete ein Quadratmeter einer mittleren Neubauwohnung in Deutschland laut Immobilienpreisspiegel 1875 Euro, knapp neun Prozent mehr als im Vorjahr. Getrieben werden die Preise durch die bayerische Landeshauptstadt, in München kostet der Quadratmeter im Schnitt 3600 Euro, das sind fast 15 Prozent mehr als 2013.

Dennoch will der IVD eine "Stabilisierung der Eigentumspreise auf hohem Niveau" feststellen, so Schick. Zwar gebe es noch Metropolen mit zweistelligen Zuwachsraten, in den meisten Lagen schwäche sich das Wachstum allerdings ab. In Frankfurt am Main beispielsweise haben die Preise laut Immobilienspiegel zuletzt stagniert.

Dann eben Essen

Dennoch können sich viele die hohen Kaufpreise in den A-Städten nicht mehr leisten. Sowohl empirica-systeme-Experte Hein als auch der IVD sehen daher steigendes Potenzial für Städte wie Essen oder Leipzig. Während in Essen die Preise für Eigentumswohnungen bei rund 1000 Euro je Quadratmeter auf einem moderaten Niveau stagnieren, sind zuletzt die Nettokaltmieten um fast acht Prozent auf sieben Euro je Quadratmeter gestiegen. Gut für diejenigen, die die günstigen Finanzierungsbedingungen zum Kauf nutzen wollen und die Wohnung anschließend vermieten.

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