Wohnungseinbrüche: Renaissance für Einbrecher - und wehrhafte Bürger

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Wohnungseinbrüche: Renaissance für Einbrecher - und wehrhafte Bürger

Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt, der Schaden beträgt jährlich mehr als 400 Millionen Euro. Die Polizei sieht ausländische Banden als Ursache. Jetzt werden Bürger selbst aktiv.

Die Gegend um die 5000-Einwohner-Gemeinde Tiefenbronn im Stuttgarter Umland ist eigentlich die pure Idylle. Doch Einbrecher störten die Beschaulichkeit in den vergangenen Monaten immer wieder. In diesem Jahr schlugen sie besonders häufig zu.

Auch bei Theo Jost, dem Wirt der „Ochsen-Post“. Nachdem Einbrecher ihn zweimal innerhalb von 14 Tagen heimsuchten, hatte er genug. Er engagierte einen privaten Wachdienst, der vorerst zur Probe und noch kostenlos durch den Ort patrouilliert. Weil viele Ansässige nicht darauf vertrauen wollen, dass die Polizei die Einbrecher dauerhaft vertreiben kann, schließen sich immer mehr Bürger Josts Initiative an – und wollen die Patrouillen der Security-Firma finanziell mittragen. Die ungewöhnliche Entschlossenheit hat Tiefenbronn und Gastwirt Jost viel öffentliche Aufmerksamkeit beschert.

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Denn die Angst vor aufgebrochenen Türen und geplünderten Schubladen nimmt zu. Die Zahl der registrierten Wohnungseinbrüche ist in den meisten Bundesländern erneut gestiegen. Das geht aus den Daten der Landeskriminalämter für das vergangene Jahr hervor. Die Erhebungen sind Teil der bundesweiten Kriminalstatistik ein, die das Bundeskriminalamt voraussichtlich im Juni veröffentlicht.

Diebstahl Einbrecher nutzen die dunkle Jahreszeit

Das Bundeskrimimalamt registriert eine wachsende Zahl von Wohnungseinbrüchen in Deutschland - vor allem in den Abendstunden des Winters. Jetzt wollen die Landesminister die Einbrecherbanden stoppen.

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Bei den Einbrüchen fällt besonders Baden-Württemberg auf: Hier schnellten die erfassten Fälle um mehr als 30 Prozent nach oben - auf jetzt rund 11.300. In Schleswig-Holstein ging die Gesamtzahl der erfassten Wohnungseinbrüche zwar leicht zurück, aber bei den tagsüber begangenen Taten gab es ein deutliches Plus von fast neun Prozent.

Für das Jahr 2013 meldet Nordrhein-Westfalen knapp 55.000 Einbrüche - ein Plus um weitere 1,5 Prozent. Damit bewegt sich die Zahl der Wohnungseinbrüche auf dem höchsten Stand seit 1995. In Berlin gingen die polizeilich erfassten Einbrüche zwar um fast sechs Prozent ab, aber auch hier weist die Statistik den zweithöchsten Wert im Zehn-Jahres-Vergleich aus.

Betrachtet man die Zahlen der Bundesländer insgesamt, scheint sich ein Negativtrend fortzusetzen: Die Polizei hatte bereits für das Jahr 2012 eine Zunahme der Wohnungseinbrüche um fast neun Prozent auf bundesweit 144.000 registriert.

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Einbrecher dringt in Wohnung ein

Der Kriminologe Thomas Feltes von der Ruhr-Universität Bochum spricht zudem von einem „nicht unerheblichen Dunkelfeld“: Es gebe wesentlich mehr Taten als die registrierten. Bis etwa 2005 gingen die Fallzahlen zurück - seither gebe es eine „Renaissance des Einbruchs“. Das sei auch deshalb beachtenswert, „da die Zahl der polizeilich registrierten Straftaten insgesamt rückläufig ist“, heißt es in einem Bericht des Wissenschaftlers.

Dass die Einbruchdelikte wieder zunehmen, sei allerdings kein Grund zur Panik. Anfang der Neunzigerjahre seien die Fallzahlen teilweise noch höher gewesen.

Außerdem bleiben viele Einbruchsversuche erfolglos. In vielen Fällen schafften es die Einbrecher nicht in die Wohnung oder wurden gestört, bevor sie etwas stehlen konnten. In vier von zehn Fällen gelangen die Diebe nicht in die Wohnung oder werden gestört, bevor sie etwa stehlen können. Der Gesamtschaden durch Einbrüche und Diebstähle wird auf 404,8 Millionen Euro geschätzt. Leider wird nicht einmal jede sechste Straftat in diesem Zusammenhang aufgeklärt.

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