Wohnungsmarkt: Der Mittelschicht werden Mieten zu teuer

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Wohnungsmarkt: Der Mittelschicht werden Mieten zu teuer

Nicht nur die Immobilienpreise steigen, auch die Mieten in den deutschen Metropolen ziehen an. Hauseigentümer profitieren von Eurokrise und Energiewende, die Mieter zahlen die Rechnung.

Des einen Freud, des anderen Leid: Dank der in Ballungsräumen anziehenden Immobilienpreise und des ungebrochenen Sanierungsbooms klettern auch die Mieten in vielen Großstädten. Denn zum einen haben sich in den vergangenen Jahren die Preise für Eigentumswohnungen und Häuser in zentralen Lagen schrittweise erhöht, weil die Nachfrage nach dem Sachwert Immobilie – der dem Eigentümer Schutz vor Inflation und anders gearteten Finanzkrisen verspricht – deutlich zugenommen hat. Zum anderen erlebt Deutschland einen enormen Modernisierungsboom bei den Bestandsgebäuden. Steigende Energiepreise und günstige Finanzierungsmöglichkeiten verleiten nämlich viel Hausbesitzer zur energetischen Optimierung ihrer Gebäude. Die Kosten dafür sind in der Regel hoch und dürfen teilweise auf die Miete aufgeschlagen werden.

Immobilientrends 2012

Immobilienbesitzer freuen sich über gestiegene Vermögenswerte durch die Entwicklung am Immobilienmarkt ebenso wie Vermieter über steigende Einnahmen. Doch für Mieter wird die Lage mancherorts bedrohlich; teilweise wenden Mieter zwei Drittel ihres Einkommens für ihr Dach über dem Kopf auf. Und die Mieten steigen weiter. Zwar lagen die Mietpreise im vergangenen Jahr im Bundesdurchschnitt nur um 1,2 Prozent über dem Wert von 2010. Aber eine Steigerung um 0,2 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr muss bereits als Indiz für einen beschleunigten Preisanstieg gelten. Vor allem in den Metropolen und ihren begehrten Lagen steigen die Mietpreise nämlich dramatischer.

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Die Diskussion um steigende Mieten ist ideologisch aufgeheizt. Bis zur Bundestagswahl werden die Politiker goldene Berge versprechen. Das verheißt für Vermieter schon jetzt nichts Gutes.

Demonstranten als Häuser verkleidet protestieren in der Innenstadt von Hamburg unter dem Motto "Schlaflos in Hamburg! Mietenwahnsinn stoppen" gegen hohe Mietpreise. Quelle: dpa

Dort haben sich zwischen 2005 und 2010, so ergab eine Untersuchung des Beratungsunternehmens Empirica, die Mieten im zweistelligen Prozentbereich erhöht. So stiegen die Mieten etwa in München und Frankfurt innerhalb dieser fünf Jahre um 13 Prozent. Im Jahr 2011 kamen laut dem Wohnungsmarktbericht des Beratungsunternehmens NAI Apollo für München nochmals 5,6 Prozent oben drauf, im Falle Frankfurts waren es nochmal 2,2 Prozent mehr. Die größten Preissteigerungen für Mieter erfuhren zwischen 2005 und 2010 die Städte Bamberg (+22 Prozent), Kempten (+23 Prozent), Berlin (+25 Prozent), Hamburg (+26 Prozent) und Ingolstadt (+28 Prozent). Im Falle Hamburgs und Berlins kamen 2011 nochmals Mietpreissteigerungen von 5,8 bzw. 8,4 Prozent hinzu.

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