Wohnungsmarkt Hamburg: In der Hansestadt sind die Wohnungen knapp

Wohnungsmarkt Hamburg: In der Hansestadt sind die Wohnungen knapp

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Immobilienbanker Wiechern, Bertling

von Stefan Hajek

Dass die Sache nicht ganz einfach wird, schwant einem schon bei der Internet-Recherche: Ganze 14 Wohnungen hat Marktführer Immoscout heute im Stadtteil Altona im Angebot, der hat immerhin fast 50.000 Einwohner.

Gerade mal sechs stehen in ganz Harburg zum Verkauf, 13 in Hoheluft. Aber hier: eine "lichtdurchflutete Dachwohnung mit Loft-Charakter" wäre zu haben, für knapp 500.000 Euro, in einer "ruhigen Nebenstraße von Uhlenhorst". Es gebe dafür "natürlich zahlreiche Interessenten", sagt der Makler am Telefon, man müsse "schnell besichtigen, angesichts der aktuellen Begebenheiten auf dem Markt", meint er vieldeutig, gleich morgen früh, zehn Uhr.

Am nächsten Morgen ist der Verkehr dicht und der Himmel trübe. Die Menschen tragen Mäntel und blicken missmutig an den roten Ampeln geradeaus. Die vielen Dixi-Klos und Betonmischmaschinen in den Vorgärten fallen auf – Zeugen der wieder erwachten An- und Umbaulust der Investoren und Hausbesitzer. Vor einem schlichten vierstöckigen Backsteinhaus steht ein junger Mann mit Dreitagebart, hellem Mantel und modischem Sommerschal. Eine Schreibunterlage und seinen Aktenkoffer hält er umständlich in einer Hand, während die andere in der Manteltasche nach dem bimmelnden Handy gräbt – muss der Makler sein. Das Loft entpuppt sich als oberste Etage des Eckhauses, vor dem die "ruhige Uhlenhorster Wohnstraße" auf den vierspurigen Mundsburger Damm mündet.

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Der Markt trocknet aus

 "Gut gefunden?", ruft der Makler leutselig durch den Verkehrslärm. Während er noch telefoniert, stemmt er die Haustür gekonnt mit dem linken Bein auf. Im Treppenhaus riecht es nach großmütterlicher Küche. Die Wohnung sei trotz der zentralen Lage "nicht explizit laut", so der Jungmakler. Wenn man die Fester schließe und "zum Beispiel leise Musik anmacht", gehe es. Das Treppenhaus sei sonst gepflegt, die Putzfrau leider erkrankt, "der Rücken..." Die Wohnung ist alles, nur kein Loft. Vier Menschen und zwei Katzen teilen sich die beiden Ebenen. Die untere besteht aus einem einzigen Raum mit Küche, die obere ist kaum begehbar für Menschen, die größer sind als 1,80, wegen der allgegenwärtigen steilen Dachschrägen.

Wie denn geheizt werde, mit Fernwärme etwa?, fragt der Interessent. Da sei er überfragt, sagt der Makler. Wie lange der Mietvertrag der Katzenbesitzer noch laufe und wie hoch der Mietzins sei, will der Käufer wissen. Auch das sei, "normalerweise kein Ding", so der Makler, aber dieses Detail hat er "gerade nicht parat". Verkaufen wird er die Wohnung trotzdem bald. "In Hamburg können Sie zurzeit so gut wie alles verkaufen", sagt der Immobilien-Finanzierer Manfred Wiechern, der Markt sei dabei, "regelrecht auszutrocknen". Auf einen Verkaufswilligen kämen mindestens zehn Interessenten, schätzt Thorsten Reimers vom Großmakler Dahler & Company, "in den beliebten Alster-Vierteln eher 20".

Die Konkurrenz ist groß, ebenso die Nachfrage

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