Wohnungspreise in Big Apple: Stabile Blase auf New Yorks Immobilienmarkt

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KommentarWohnungspreise in Big Apple: Stabile Blase auf New Yorks Immobilienmarkt

von Martin Seiwert

Erst Russen, dann Chinesen: Superreiche pumpen in Manhattan eine Immobilienblase auf. Das erinnert fatal an den Boom vor dem Crash auf dem US-Häusermarkt 2008.

Manhattan brummt wieder. Nicht nur die Wall Street am südlichen Zipfel der Insel feiert. Auch in der pulsierenden Midtown und den edlen Wohngebieten links und rechts des Central Park fließt das Geld in Strömen: Der Immobilienmarkt in Big Apple ist seit Monaten ein einziges rauschendes Fest.

Es sind vor allem Luxusimmobilien, die Investoren locken und sie scheinbar jedes Maß verlieren lassen. Für 14 neue Luxusapartments an der Upper East Side, in der 78. Straße, wurden im März die ersten Prospekte an Interessenten verschickt. Zehn Millionen Dollar kostete die günstigste Wohnung. Vier Wochen später waren bis auf drei Wohnungen alle Apartments veräußert. In der 86. Straße war ein neues Apartmentgebäude nach acht Wochen zur Hälfte verkauft – selbst das Penthouse für 20 Millionen Dollar.

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Immobilienpreise Die gefährlichsten Immobilienblasen der Welt

In vielen Ländern, die stark von Chinas Wirtschaft abhängig sind, sind die Kreditmärkte überdehnt und die Immobilienpreise überhitzt. Wenn in China etwas schief geht, drohen schwere Wirtschaftskrisen.

Quelle: Marcel Stahn für WirtschaftsWoche

Immobilienmakler fühlen sich an beste Boom-Zeiten vor dem Crash von 2008 erinnert. Sie sind in diesen Tagen eher Verteiler als Verkäufer. Nicht selten bieten Kunden ein, zwei Millionen Dollar über dem Kaufpreis, um den Zuschlag zu bekommen. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagt Makler John Gomes. Im Szeneviertel Greenwich Village im Südwesten Manhattans wollte er unlängst 25 Apartments loswerden. 21 sind schon weg. Für die meisten Deals musste er sich noch nicht mal auf die Baustelle bemühen. Den Kunden reichten die Grundrisse für ihre Entscheidung. 485 Millionen Dollar haben Gomes und Partner bis Ende Mai umgesetzt, so viel wie im ganzen Jahr 2013.

Im ersten Quartal 2014 hob der Markt völlig ab. Der Durchschnittspreis verkaufter Immobilien stieg um 45 Prozent auf 7,4 Millionen Dollar. Ist das schon eine Blase?

Nach den Russen kommen Chinas Superreiche

Die Frage sehen New Yorker Makler entspannt. Für New Yorker Multi-Millionen-Objekte gelten andere Gesetze als für den normalen US-Immobilienmarkt. In diesem Monopoly sind schier unerschöpfliche Geldvorräte am Werk. Wie bei Kunst machen hier Superreiche die Regeln, die händeringend Anlagemöglichkeiten für Milliarden suchen.

Wie robust dieser Ultrareichen-Markt ist, bewies die Ukraine-Krise. Die Sanktionen der US-Regierung gegen Russland verschreckten russische Superreiche, die hier seit Jahren die eifrigsten Käufer waren. Nun fürchten sie, dass das FBI ihre Millionen beschlagnahmt, sobald sie in Richtung USA fließen.

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Für Manhattans Immobilien-Broker aber ist das kein Problem. Andere Käufer schließen die Lücke. Laut der Nachrichtenagentur Reuters haben infolge der Ukraine-Krise die Chinesen die Russen als wichtigste Luxusapartment-Käufer in New York überholt.

Das reichste Prozent der Menschheit wird immer reicher, wie der in New York vorgestellte Wohlstandsreport der Boston Consulting Group belegt. Die Ultrareichen kaufen wacklige Staatsanleihen, investieren in gewagte Start-ups oder eben in überteuerte Wohnungen. Dabei entstehen Blasen – aufgrund der schieren Masse an verfügbarem Kapital dürften das jedoch sehr stabile Blasen sein.

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