Wohnungswirtschaft: Baukosten und Energiespargesetze bremsen den Mietmarkt

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Wohnungswirtschaft: Baukosten und Energiespargesetze bremsen den Mietmarkt

In vielen Großstädten ist der Wohnungsmarkt leer gefegt, aber die Neubauinvestitionen sinken. Der Vorwurf der Wohnungswirtschaft: Die Politik bremse und die Bauwirtschaft setze massive Preiserhöhungen durch.

Trotz zunehmender Wohnungsknappheit investieren deutsche Unternehmen weniger in Neubau als von der Branche erwartet. Nach Daten des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) gingen die Neubau-Investitionen im vergangenen Jahr um 1,7 Prozent zurück - erwartet hatte der Verband eigentlich ein Plus von 25 Prozent. Der GdW vertritt rund 3000 Wohnungsunternehmen, die bundesweit sechs Millionen Wohnungen vermieten. Das ist rund ein Drittel des deutschen Mietwohnungsmarktes.

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Mehr Sanierung und Modernisierung

Bei den Investitionen in den Bestand erwartet der GdW bei seinen Mitgliedsunternehmen für 2013 einen leichten Anstieg um 2,7 Prozent. Insgesamt seien die Rahmenbedingungen für Investitionen in den vergangenen zwei Jahren unsicherer geworden, begründete Esser. Vor allem gestiegene energetische Anforderungen wirkten sich bremsend aus. „Unsere Zahlen zeigen es ganz klar“, sagt GdW-Präsident Axel Gedaschko.

Prognose für Mieten bis 2015

  • Hamburg

    Durchschnittspreis 2012: 10,4 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +10,5 Prozent

    Quelle: Feri Eurorating Services AG

  • München

    Durchschnittspreis 2012: 12,6 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +9,5 Prozent

  • Frankfurt am Main

    Durchschnittspreis 2012: 11,5 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +9,3 Prozent

  • Dresden

    Durchschnittspreis 2012: 6,1 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +8,3 Prozent

  • Berlin

    Durchschnittspreis 2012: 7,5 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +8,2 Prozent

  • Freiburg

    Durchschnittspreis 2012: 8,9 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +7,7 Prozent

  • Augsburg

    Durchschnittspreis 2012: 7,2 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +7,5 Prozent

  • Bonn

    Durchschnittspreis 2012: 9,4 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +7,2 Prozent

  • Bremen

    Durchschnittspreis 2012: 7,2 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +7,1 Prozent

  • Düsseldorf

    Durchschnittspreis 2012: 9,6 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +7,1 Prozent

  • Leipzig

    Durchschnittspreis 2012: 5,7 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +7,1 Prozent

  • Köln

    Durchschnittspreis 2012: 9,2 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +6,9 Prozent

  • Münster

    Durchschnittspreis 2012: 8,7 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +6,7 Prozent

  • Chemnitz

    Durchschnittspreis 2012: 4,9 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +5,4 Prozent

  • Bochum

    Durchschnittspreis 2012: 6,3 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +4,5 Prozent

Beim Neubau wirkten sich 2012 zahlreiche Faktore als Investitionshemmnis aus. Ein Beispiel dafür sind die in den vergangenen Jahren deutlich gestiegenen Grunderwerbssteuern. Sie betragen inzwischen fast in ganz Deutschland 4,5 bis 5,0 Prozent des Kaufpreises, nur Bayern ist bei 3,5 Prozent geblieben. Ab 2014 soll in Schleswig-Holstein die Grunderwerbsteuer innerhalb von zwei Jahren sogar ein weiteres Mal erhöht werden, dann von 5,0 auf 6,5 Prozent. Es bleibt abzuwarten, ob andere Bundesländer dem Beispiel folgen.  „Regulierende Eingriffe wie Mietpreisbremsen und stetig steigende Anforderungen an die Energiestandards der Gebäude führen dazu, dass der Neubau nicht in dem Maße in Schwung kommt, wie er besonders in den Ballungsgebieten gebraucht wird.“ Auch Investitionen und Modernisierung werden so gebremst, heißt es beim GdW. Der Verband fordert eine „Baukostensenkungskommission“, sie sich des Themas annimmt.

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Deutschlandweit sei mit einem Neubau von 213.000 Wohnungen zu rechnen. Besonders bei Mietwohnungen sei das aber noch viel zu wenig, sagte Esser. „Der Geschosswohnungsbau liegt seit dem Jahr 2000 dauerhaft unter Bedarf.“ Auch die Zahl der Sozialwohnungen habe sich drastisch reduziert - von 2002 bis 2011 um mehr als 950.000 Wohnungen.

Genügend Neubau gibt es laut Gedaschko bei Luxuswohnungen im oberen Preissegment. Im mittleren und niedrigen Segment lohne sich das Bauen dagegen kaum noch. Kostensteigerungen von 58 Prozent für Rohrdämmung oder 48 Prozent für Wärmepumpen könne er sich mit normalen Marktmechanismen nicht mehr erklären. Insgesamt hätten sich die Baukosten zwischen 2000 und 2012 um 28,6 Prozent erhöht, während die Inflationsrate über den gleichen Zeitraum bei 22,6 Prozent lag. „Die Baukosten sind der Inflation davongerannt. Wenn das Bauen immer teurer wird, wird auch das Mieten von Neubauten teurer.“

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