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Immobilienfonds: Verlängerte Sperrfrist ist ein Offenbarungseid

von Martin Gerth

Die Liquiditätskrise der offenen Immobilienfonds geht in die nächste Runde: Immer mehr Anbieter verlängern ihre Sperrfrist für Anteilsrücknahmen. Jetzt ist der Gesetzgeber gefordert.

WirtschaftsWoche Redakteur Martin Gerth
WirtschaftsWoche Redakteur Martin Gerth

Nach Credit Suisse haben auch Morgan Stanley und TMW Pramerica die Sperrfrist für Anteilsrücknahmen um bis zu neun Monate verlängert, jetzt hat auch Axa die Sperrfrist für den Fonds ImmoSelect ausgedeht. Ihnen ist es nicht gelungen, in drei Monaten genügend Bares aufzutreiben, um die Mittelabflüsse vor Schließung der Fonds zu kompensieren. Dabei wollte Morgan Stanley ursprünglich Anfang Februar seinen Immobilienfonds wieder öffnen. Nun ziehen die Verantwortlichen die Notbremse.

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Vier von zwölf eingefrorenen Portfolios haben schon den Offenbarungseid geleistet. Weitere werden noch folgen. Für die Anleger heißt das, zähneknirschend warten oder die Fondsanteile mit einem Abschlag an der Börse loszuschlagen. Vertrauensbildung sieht jedenfalls anders aus.

Bleibt zu hoffen, dass die Fondsgesellschaften die verlängerte Sperrfrist nutzen, um über das Produkt offener Immobilienfonds gründlich nachzudenken. Wenn Produkte ihre Versprechen nicht einhalten können, dann müssen sie reformiert werden. Tägliche Verfügbarkeit und wenig liquide Vermögenswerte wie Immobilien passen einfach nicht zusammen. Ohne Hilfe des Gesetzgebers wird diese Reform nicht gelingen, dafür sind sich die Fondsanbieter zu uneinig.

Mehr dazu lesen Sie in der WirtschaftsWoche Ausgabe 5/09 - ab Montag am Kiosk.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 23.01.2009, 20:05 UhrAnonymer Benutzer: rolf

    Was soll das Gejammere? Jeder der die Zeitung lesen kann hat gesehen wie immoblienaktien im Verhältnis zu ihren buchwerten notieren. Nur die immobilienfonds haben über Monate so getan, als hätten sie kein bewertungsproblem. Leider schwebt auch diese Anlageklasse nicht losgelöst in einem eigenen Universum, was eigentlich jedem klar sein muß. Gut, im Gegensatz zu immoblienaktien arbeiten die Fonds praktisch ohne Hebel (Kredit). Aber während immoblilienaktien oft nur bei 20% des Net Asset Values notieren liegen viele Fonds an der börse gerade mal im einstelligen prozentualen Verlustbereich zum festgestellten Rücknahmepreis. Die Wahrheit dürfte wohl irgendwo dazwischen liegen. Während bei immoblienaktien teils schon kräftig übertrieben wurde, könne bei immobilienfonds das dicke Ende noch kommen.

  • 23.01.2009, 00:58 UhrAnonymer Benutzer: Hägar Schmidt

    "Wenn Produkte ihre Versprechen nicht einhalten können, dann müssen sie reformiert werden." - Sie meinen vermutlich "abgeschafft".

    Es gibt eine unfassbare immo-blase in Deutschland. Einfach gewerbliche immobilien in innenstädten und Gewerbegebieten besichtigen: 50-80% Leerstand.

    bald wird es klar: immobilien, Derivate und Staatschuldverschreibungen sind unsichere investments - dann lieber in Aktien investieren. ich bin fest überzeugt: wir stehen kurz vor der nächsten riesigen börsenblase.

  • 22.01.2009, 23:04 UhrAnonymer Benutzer: Immo-Geschädigter

    Es ist wirklich ein Armutszeugnis, dass während der letzten drei Monate nichts geschehen ist, um die Fonds wieder öffnen zu können. Wie wäre es mit transparenten und nachvollziehbaren Taten? Förderlich für die Rückgewinnung des Vertrauens in das Produkt "offene" immobilienfonds wäre sicherlich eine klare Aussage der Fondsgesellschaften bzw. der dahinter stehenden banken, die betroffenen Fonds notfalls zu stützen und immobilien selbst aufzukaufen. Dann ließe sich die Verunsicherung der Anleger und die damit verbundene bereitschaft, die Anteile so schnell wie möglich los werden zu wollen, zweifelsohne deutlich reduzieren!

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