Indexfonds: Wie Anleger von Währungsturbulenzen profitieren

Indexfonds: Wie Anleger von Währungsturbulenzen profitieren

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Mit börsengehandelten Fonds von Währungsturbulenzen profitieren

von Martin Gerth

Können Anleger mit börsennotierten Indexfonds, sogenannten Index-ETFs, von Währungsturbulenzen profitieren? Ein Selbstversuch macht WirtschaftsWoche-Redakteur Martin Gerth zum kleinen George Soros.

Kurz vor Abfahrt der Fähre über den Ärmelkanal stecke ich ein paar Pfundnoten aus dem letzten Schottland-Urlaub ein. Eine weise Entscheidung: Die Wechselstube auf der Fähre rückt für 40 Euro nur knapp 34 britische Pfund raus. Bei jeder Bank wären es mindestens 120 bis 140 Pence mehr gewesen. Ohne Pfund bekomme ich an Bord nicht einmal einen Schokoriegel. Die französische Reederei Seafrance weiß jedenfalls, wie sich auch mit einer angeschlagenen Währung Geld machen lässt.

Noch besser wissen es die Spekulanten, die derzeit wie die Geier über das Pfund Sterling herfallen. Nach Daten der US-Terminbörsen übertrifft die Zahl der Wetten auf einen Verfall des Pfund (Shortpositionen) die der auf einen Kursaufschwung gegenüber dem Dollar um 50.000  bis 70.000 – so viel wie noch nie seit Beginn der Statistik 1986.

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US-Hedgefondslegende George Soros empfahl gerade der künftigen britischen Regierung – in Großbritannien wird im Mai gewählt – angesichts des Nettoschuldenbergs von 1379 Milliarden Euro die eigene Währung abzuwerten. Der Ratschlag klingt wie eine Drohung. Bereits 1992 hatte Soros eine Milliarde Dollar für eine Wette gegen das Pfund eingestrichen. Eine neue Attacke gegen das Pfund wäre keine Überraschung.

Im Club der großen Spekulanten

Ich will nicht gierig sein, mir würden schon ein paar Promille von Soros Gewinn reichen. Moral hin oder her, mit ethischer Weichwährung kann ich mir schließlich keine Brötchen kaufen. Schon die Goldhausse habe ich verpasst. Mit ein paar Krügerrand im Depot hätten mich die Aktienfondsverluste nach der Lehman-Pleite nicht so hart getroffen.

Jetzt wird es Zeit, auf ein anderes Kriseninvestment aufzuspringen. Warum nicht wie der schlitzohrige Soros vom Unglück anderer, einem schwachen Euro oder einem angeschossenen britischen Pfund, profitieren? Schließlich hat mir die Reederei auch 115 Euro für eine einfache Fahrt über den Kanal abgeknöpft – weil sie wusste, dass die Flieger wegen des Vulkanausbruchs auf Island nicht starten können. Gleiches gilt für Taxifahrer und Hoteliers, die bei gestrandeten Touristen und Geschäftsreisenden einen Ascheaufschlag verlangten. Da müsste es doch ein bequemes Anlagevehikel geben, das für mich die dunklen Quellen der Spekulanten anzapft.

Tatsächlich können mich börsengehandelte Indexfonds (ETFs) in eine Art Mini-Soros verwandeln (lesen Sie hier, wie ETF-Währungsdeals funktionieren). „Um auch Privatanlegern Währungsinvestments zu ermöglichen, die wir beispielsweise im Auftrag von Pensionsfonds tätigen, haben wir Indizes für unsere drei wichtigsten Devisenstrategien berechnet“, sagt Torsten Michalik, Chef von db x-trackers, der ETF-Tochter der Deutschen Bank. Die Rolle des Währungshändlers übernimmt ein Computer, der Dollar, Yen oder Euro nach genauen Regeln und vorgegebenen Fristen kauft oder verkauft. Menschen aus Fleisch und Blut greifen nicht ein.

Irgendwie habe ich mir das aufregender vorgestellt. Eigentlich wollte ich keine emotionslosen Bits und Bytes. Vielmehr hatte ich das Bild eines hemdsärmeligen Spekulanten im Kopf, der mit Milliarden im Kreuz eine angeschlagene Währung in die Knie zwingt. Dennoch bin ich neugierig und gebe dem Computer eine Chance. Solange ich nicht selbst im Handelsraum schwitzen muss, ist mir auch ein Rechenknecht als Geldmaschine recht.

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