Insiderhandel: Deutsche-Bank-Mitarbeiter in London verhaftet

Insiderhandel: Deutsche-Bank-Mitarbeiter in London verhaftet

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Canary Wharf, das Business-Viertel in London

von Yvonne Esterházy

Im Zuge einer Großrazzia der britischen Finanzaufsicht FSA hat die Londoner Polizei sechs Personen wegen des Verdachts auf Insiderhandel verhaftet - darunter auch ein Mitarbeiter der Deutschen Bank.

Eine Szene wie direkt aus dem Fernsehkrimi: Bei einer Razzia von mehr als 143 Beamten der britischen Finanzaufsichtsbehörde FSA und der für die Bekämpfung des organisierten Verbrechens zuständigen Polizeibehörde Soca (Serious Organised Crime Agency) in 16 verschiedenen Orten in London und Südostengland wurden gestern in den frühen Morgenstunden sechs Verdächtige verhaftet. Mit dabei: Martyn Dodgson von der Deutschen Bank in London. Ihm und den fünf anderen Verdächtigen, die bei so renommierten Häusern wie der französischen Bank BNP Paribas und Moore Capital, einem der größten Hedgefonds Europas, beschäftigt sind, wird Insiderhandel vorgeworfen. "Wir gehen davon aus, dass die Mitarbeiter aus der Finanzbranche Insiderinformationen direkt oder über Mittelsmänner an Händler weitergegeben haben, die dann aufgrund dieser Informationen gehandelt und erhebliche Gewinne erzielt haben", so die FSA. Am Nachmittag gab die FSA bekannt, sie habe noch einen siebten Verdächtigen festgenommen. Die übrigen Verdächtigen sollen gegen Zahlung einer Kaution auf freien Fuß gesetzt werden, teilte die Behörde weiter mit.

Deutsche Bank schweigt

Bei der Deutschen Bank in London heißt es dazu lediglich: "Wir kooperieren mit den Ermittlungen der Behörden".  Ansonsten will man sich zu der Razzia in den frühen Morgenstunden, bei der Computer und Dokumente beschlagnahmt wurden,  nicht äußern.

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In der City aber hört man mehr. So ist zu erfahren, dass Dodgson, der erst seit 15 Monaten bei der Deutschen Bank arbeitete, inzwischen von seinem Dienst suspendiert wurde. Bisher war er einer von vielen Mitarbeitern im Corporate Broking Department der Bank und hatte als solcher viele Kundenkontakte. Dem Vernehmen nach hatte er allerdings keine Führungsposition in der Bank. Er soll außerdem nicht im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit für die Deutsche Bank sondern für individuelle Verstöße gegen die Insiderbestimmungen ins Visier der britischen Finanzaufsicht geraten sein, die sich über mehrere Jahre erstreckten. Dodgson war früher bei den US-Banken Lehman Brothers und Morgan Stanley beschäftigt. 

FSA zeigt Zähne

Die Verhaftungswelle hat in der City für erhebliche Aufregung gesorgt. Noch nie vorher gab es einen Fall, wo Mitarbeiter von großen City-Institutionen sich wegen Insiderhandels verantworten mussten. Bisher galt die FSA weitgehend als zahnloser Tiger, nun scheint sich das zu ändern. Vergangene Woche klagte die FSA einen Ex-Banker von Dresdner Kleinwort wegen Insiderhandels an und vor zwei Wochen verhängte ein britisches Gericht eine 21monatige Gefängnisstrafe gegen Malcolm Calvert einen ehemaligen Händler, dem fünf Fälle von Insiderhandel zur Last gelegt worden waren.

Die FSA war im Zuge der Finanzkrise ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Sollten die Konservativen nach den nächsten Wahlen an die Macht kommen, wird sie wahrscheinlich abgeschafft. Bevor das geschieht, will die Behörde aber beweisen, dass man sie ernst nehmen muss.

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