Insiderhandel: Organisierte Kriminalität an der Wall Street

Insiderhandel: Organisierte Kriminalität an der Wall Street

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Justizbeamte tragen Beweismaterial aus dem Gebäude in Boston, in dem die Investmentfirma Loch Capital Management ihren Sitz hat

von Andreas Henry

Der bisher größte Insiderskandal der Wall Street zieht immer weitere Kreise. Gestern abend führte das FBI Razzien bei Investementgesellschaften durch.

Es wird eng für einige Hedgefonds-Manager, Banker,  Investmentfondsmanager, Analysten und Investmentberater. Gestern durchsuchten Mitarbeiter des Federal Bureau of Investigation (FBI) die Büroräume von gleich drei Hedge Fonds in Boston und in Greenwich und Stamford, nur wenige Kilometer außerhalb New Yorks. Die Aktion der Ermittler ist der richterlich angeordnete Versuch, weiteres Beweismaterial gegen einen der mutmaßlich größten Insiderhandelsringe aller Zeiten sicher zu stellen.

Damit weiten sich wie erwartet die Ermittlungen gegen Raj Rajaratnam, den wegen Insider-Handels seit knapp einem Jahr angeklagten Gründer der Galleon Group, weiter aus. Denn es bestehen offenbar Verbindungen zwischen den jetzt durchsuchten Hedgefonds und Personen, die bereits bei den Ermittlungen gegen Galleon ins Visier der Strafverfolger geraten waren. 14 Personen aus dem Galleon-Umfeld haben sich bereits für schuldig erklärt und arbeiten mit den Ermittlungsbehörden zusammen. Darunter befinden sich hochrangige Manager bekannter Unternehmen, etwa von IBM und McKinsey, die Rajaratnam nach eigenen Angaben mit Insiderinformationen versorgt hatten. Rajaratnam bestreitet dagegen immer noch hartnäckig seine Schuld. Er sieht im kommenden Jahr seinem Prozess entgegen.

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Spitzel eingeschleust

Das FBI stützt sich bei seiner Anklage vor allem auf Informationen, die zum Teil durch das Abhören von Telefonaten und von Gesprächen gewonnen werden konnten, bei denen eine kooperierende Person bei Treffen mit anderen Verdächtigen mit Mikrofon und Sender ausgestattet worden war. 

Rajaratnam und seine Anwälte halten die Abhöraktionen für illegal und versuchen derzeit zu verhindern, dass die Bänder vor Gericht als Beweismittel zugelassen werden.

Doch der verantwortliche und die Ermittlungen leitende US-Staatsanwalt Preet Bharara lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass er „jedes zur Verfügung stehende legale Mittel zur Verfolgung von Verstößen gegen Insiderregeln nutzen wird“, wie er vor wenigen Wochen bei einer Veranstaltung vor der New Yorker Anwaltskammer betonte. Wer aufgrund von Insiderinformationen handele oder den Markt manipuliere, so Bharara, „betrügt jeden anderen Marktteilnehmer und verletzt die Prinzipien, auf die sich ehrliche Spieler verlassen“. 

Erst am vergangenen Samstag hatte das „Wall Street Journal“ in einer Seite-Eins-Story darüber berichtet, dass sich die bereits drei Jahre laufende und vor knapp einem Jahr bekannt gewordene Untersuchung gegen Galleon-Gründer Rajaratnam erheblich ausgedehnt habe und dass mittlerweile zweistellige Millionenbeträge illegaler Profite identifiziert seien. Bereits bald könnten weitere Klagen gegen beteiligte Personen erhoben werden.

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