Investmentfonds: Fondsfavoriten aus Schwellenländern - Seite 2

Investmentfonds: Fondsfavoriten aus Schwellenländern

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Wird alles anders?

Ein Straßenhändler vor einem Quelle: AP
Ein Straßenhändler vor einem Luxusgeschäft in Bangkok, Thailand Quelle: AP

Experten rechnen damit, dass die Großanleger langfristig ihre Anlagestrategie stärker auf Schwellenländer ausrichten werden. Dafür gibt es gute Gründe: Eine meist sehr junge Bevölkerung, ein üppiges Wirtschaftswachstum und im Vergleich zu Industrieländern überraschend solide Finanzen. Das würde den Märkten dann mitunter noch anhaltende Zuflüsse bescheren. Doch manche Experten raten auch zur Vorsicht: Denn nach den hohen Kursgewinnen sind Aktien mitunter teuer und die Renditen von Anleihen aus Schwellenländern niedrig. Währungen aus Schwellenländern sind zudem ebenfalls durch die Mittelzuflüsse gestärkt und daher gegenüber dem Euro teuer geworden. Davon hat beispielsweise der beste Rentenfonds des Halbjahres, der UBAM Local Currencies Emerging Markets von der Schweizer Privatbank Union Bancaire Privée, profitieren können, der mit hohen Anteilen brasilianischer, türkischer und mexikanischer Anleihen in das Jahr ging.Bis zu 40 Prozent Plus in sechs Monaten - wer Anfang 2010 auf die richtigen Aktien- oder Rentenfonds setzte, liegt bisher hervorragend im Rennen.

Wie auf der Titanic

„Noch immer gibt es Mittelzuflüsse in Schwellenländeranleihen, aber es ist wie auf der Titanic: Es wird noch getanzt, obwohl das Schiff schon sinkt“, so die Einschätzung von Matthew Michael vom britischen Fondshaus Schroders. Das Schwellenländeranleihen-Team ist skeptisch, weil es weltweit die Geldmengenentwicklung ausgewertet hat. Im Vergleich zum Vorjahr wächst die Geldmenge nicht mehr. Wenn nicht weiterhin billiges Geld zur Verfügung steht, können Investoren nicht mehr so viel neues Geld in Schwellenländern anlegen, so ihr Kalkül. In dem Schroders Emerging Markets Debt Absolute Return-Fonds sind die Experten deshalb schon mit einem hohen Anteil des Portfolios in Dollar statt Schwellenländer-Währungen umgestiegen und warten jetzt auf Kursverluste bei den Anleihen oder Währungen, um die Dollar dort zu investieren.

Zudem mehren sich derzeit die Anzeichen, dass die Konjunktur doch nicht so stark läuft, wie erhofft. In China deutet der gesunkene Einkaufsmanagerindex auf eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums hin. In den USA ist die bange Frage, ob die Immmobilienpreise weiter dem Druck standhalten oder ein weiterer Crash droht, der dann auch wieder Banken gefährden könnte. Die Angst vor einem Rückfall in Krisenzeiten ist groß.

Rendite zweitrangig

"Derzeit steht der Kapitalerhalt im Vordergrund und nicht die Renditemaximierung. Daher bevorzugen wir derzeit vor allem börsengehandelte Rentenindexfonds für deutsche Staatsanleihen oder setzen auf Rentenindexfonds mit globaler Mischung, in denen die USA und Japan jeweils etwa ein Drittel ausmachen. Weil wir aus den Schwellenländern auf der Aktienseite eher Verkaufssignale erhalten haben, wollen wir auf der Anleihenseite nicht die Risiken der Schwellenländer eingehen", so Winkler.

Ob die Anleger Recht behalten, die jetzt noch Risiken eingehen, oder die hasenfüßigen besser fahren, wird sich zeigen.

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