Investmentfonds: Marktführer DWS erwartet Plus bei deutschen und japanischen Aktien

Investmentfonds: Marktführer DWS erwartet Plus bei deutschen und japanischen Aktien

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Börse in Tokio - dem japanischen Aktienmarkt traut DWS-Fondsmanager Kaldemorgen ein Plus von 30 Prozent zu.

von Heike Schwerdtfeger

Die DWS hat ihre Marktposition in der Fondsbranche gefestigt und expandiert global. Rückenwind soll von Aktienmärkten kommen, Anleihemärkte bleiben schwierig.

Die DWS hat ihren Rang als Nummer Eins unter den deutschen Fondsgesellschaften gefestigt. Sie konnte das gesamte verwaltete Vermögen (zum Beispiel angelegt in DWS-Aktien-, Renten-, Misch- oder  Geldmarktfonds) im vergangenen Jahr um 12 Prozent auf 108 Milliarden Euro erhöhen. Damit liegt die Deutsche-Bank-Tochter allerdings noch weit unter dem im Dezember 2007 verwalteten Vermögen von 153 Milliarden Euro.

Immerhin konnte das Haus von seinem guten Ruf als Aktienfondsmanager profitieren. Den aktiv gemanagten Aktienfonds des Hauses vertrauten Anleger immerhin 3,9 Milliarden Euro neue Mittel an. Das sind knapp 60 Prozent der Aktienfondsgelder die deutsche Fondshäuser neu eingesammelt haben. Ein Viertel der hierzulande von Privatanlegern in Aktienfonds angelegten Gelder verwaltet die DWS.

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Diesen Anlegern verspricht Fondschef Klaus Kaldemorgen zwar nicht mehr so hohe Kursgewinne wie im vergangenen Jahr, aber durchaus attraktive Zuwächse. Den Deutschen Aktienindex Dax sieht er bis Jahresende bei 6500 Punkten. Gegenüber derzeit 5646 Punkten wäre das ein Plus von 15 Prozent.

"Wahl zwischen Risiko oder Renditeverzicht"

Kaldemorgen erwartet zudem, dass manche Anleger an den Aktienmarkt zurückkehren, weil Alternativanlagen kaum Rendite abwerfen. „Sie haben die Wahl zwischen Risiko oder Renditeverzicht.“ Wurden die Staaten im vergangenen Jahr noch als Retter der Finanzmärkte gefeiert, sind sie jetzt mit Schulden überlastet. „Unternehmen können durch Kostensenkungen viel schneller auf schlechte wirtschaftliche Rahmenbedingungen reagieren als Staaten“, sagt Kaldemorgen. Und das mache sich jetzt in einer guten Gewinnentwicklung in vielen Branchen bemerkbar.

Dem japanischen Aktienmarkt traut Kaldemorgen ein Plus von 30 Prozent zu. „Japan ist zwar das am höchsten verschuldete Industrieland, ein sinkender Yen könnte aber der Startschuss für den Aktienmarkt sein“, so Kaldemorgen.

Der Anleihemarkt werde künftig nicht allein durch Griechenland erschüttert, meint der DWS-Chef für Rentenfonds, Asoka Wöhrmann. Auch britische Anleihen könnten unter Druck geraten. „Die Briten haben ihre Verschuldung seit dem Jahr 2006 ebenso wie Spanien, Griechenland und die USA mehr als verdoppelt.“

Allerdings habe es seit Anfang der 90er Jahre auch viele Beispiele von gelungenem Schuldenabbau von Ländern wie Schweden, Niederlande und Dänemark gegeben, so Wöhrmann. Diese Länder hätten mit einer wachstumsorientierten Politik das Ziel niedrigerer Staatsschulden erreicht. Die Notenbanken würden die expansive Geldpolitik leicht zurückführen. Wöhrmann geht aber davon aus, dass ein Abbau der Staatsverschuldung die Inflationsgefahr bannt und daher auch weiterhin eine aggressivere Geldpolitik mit niedrigen Zinsen von den Notenbanken beibehalten werde.

Fazit: Der Rentenmarkt ist eine Herausforderung. „Wer jetzt die Expertise hat, der kann es beweisen“, so Wöhrmann.

Riesen unter Druck

Das sollten die DWS- Fondsmanager tun. Denn auf ihrem hohen Marktanteil können sie sich nicht ausruhen. Insgesamt ist das Wachstum im deutschen Fondsgeschäft mau und wieder ein Fondsvolumen aus der Vor-Finanzkrise-Zeit zu erreichen, dürfte auch für die DWS lange dauern. Entweder müssten dazu die Aktienmärkte schnell hohe Kursgewinne beisteuern oder deutsche Anleger müssten plötzlich wieder ihre Liebe zu Fonds entdecken.

Aber beides ist unwahrscheinlich. Zudem geraten die heimischen Riesen durch Vertriebserfolge ausländischer Häuser unter Druck, die ihren Marktanteil ausbauen können, deren Erfolge aber meist nicht in den offiziellen Statistiken auftauchen.

Die DWS will ihre Expertise deshalb künftig ebenfalls stärker weltweit vermarkten und sieht vor allem in Asien noch große Wachstumschancen. In China ist die DWS zu einem Drittel an der dortigen Nummer zwei am Fondsmarkt, Harvest Fund Management, beteiligt.

Von den international eingesammelten Geldern soll ein großer Teil weiterhin von den Frankfurter Fondsmanagern verwaltet werden. Das sind gute Nachrichten für den Finanzplatz Frankfurt, der global agierende Häuser wie die DWS braucht, wenn er als Fondsstandort eine Zukunft haben will.

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