Investmentsfonds: Akademiker-Fonds: Falsche Prognosen

KommentarInvestmentsfonds: Akademiker-Fonds: Falsche Prognosen

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WirtschaftsWoche Redakteur Martin Gerth

Kein Anlageprodukt ist für alle Eventualitäten in der Zukunft gleichermaßen gut gerüstet. Der Versuch, mit Vergangenheitswerten das optimale Investment für die kommenden Jahre mathematisch zu errechnen, muss scheitern. Dabei ist es völlig unerheblich, ob die Macher einen Professoren-Titel tragen oder nicht.

Das sogenannte Back-Testing, also das Berechnen einer virtuellen Wertentwicklung in der Vergangenheit, ist in der Finanzbranche eine weit verbreitete Unsitte. Dabei wird den Anlegern suggeriert, dass das taufrische Investment seinen nur auf dem Papier bestehenden Erfolg in der Zukunft fortsetzen wird. Die Zukunft sieht aber in der Regel anders aus. Sie ist keine lineare Fortsetzung der Vergangenheit.

Konjunktur und Finanzmärkte entwickeln sich zwar in immer wieder kehrenden Zyklen, aber kein Zyklus ist gleich lang, die Ausschläge nach oben und nach unten sind immer unterschiedlich ausgeprägt, und selbst die von Krisen besonders gebeutelten Regionen, Branchen und Vermögenswerte wechseln des Öfteren. Da bleibt viel Raum für chaotische, kaum vorhersagbare Entwicklungen, die jedem computergestütztem Anlagekonzept die Bilanz verhageln können.

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Fonds mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen

Sind quantitativ gemanagte Fonds deshalb per se schlechter als klassisch gemanagte Anlageprodukte? Ein klares Nein. Sie haben nur andere Stärken und Schwächen, die wir aber klar benennen müssen. Schließlich sollte der Anleger wissen, was er sich ins Depot holt. Ist ein Anlageprodukt statisch, kann es nicht auf akute Krisen reagieren. Geht es riskante Wetten ein, dann sind hohe Verluste nicht ausgeschlossen. Legen die Anbieter ihr Anlagekonzept nur teilweise offen, dann ist das ein klarer Nachteil für Anleger.

Diese Kritikpunkte schließen nicht aus, dass die betreffenden Fonds oder Zertifikate langfristig erfolgreich sein können. Mit virtuellen Wertzuwächsen aus der Vergangenheit  lässt sich das kaum belegen. Wer weiß, wann genau die Finanzkrise endet, wie lange die Folgen zu spüren sein werden, wann und ob Inflation und steigende Zinsen einen möglichen Aufschwung an der Börse wieder im Keim ersticken werden?

Gerade die Finanzkrise hat gezeigt, wie kurz die Halbwertzeit von Prognosen sein kann. Letztlich ist der Praxistest entscheidend - und der sollte nicht zu kurz bemessen sein. Kein Anleger ist gezwungen, sich vorbehaltlos in ein neues, kaum erprobtes Investment zu stürzen. Abwarten und genau prüfen ist nicht die schlechteste Alternative.

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