HB FRANKFURT. Spekulationen auf ein Ende des US-Zinserhöhungszyklusses verhinderten allerdings größere Kursverluste des Börsenbarometers, das den Xetra-Handel 0,5 Prozent im Minus bei 4510,39 Punkten beendete. Im Rampenlicht stand allerdings IWKA, nachdem Firmenchef Hans Fahr auf Druck von Großanlegern zurückgetreten war und die Aktionäre Vorstand und Aufsichtsrat die Entlastung verweigert hatten.
"Die Woche ist recht gut gelaufen, und da nutzen einige Anleger offenbar die Gelegenheit zu ein paar Gewinnmitnahmen vor dem Wochenende", sagte ein Händler mit Blick auf den rund eineinhalbprozentigen Kurszuwachs des Dax binnen Wochenfrist.
Mit Blick auf die US-Daten urteilte Bill Strazzullo, Chef-Stratege von Stat Street Global Markets in Boston: "Offensichtlich sagen diese Zahlen nichts Gutes über die Konjunktur aus." Allerdings gingen die Anleger offenbar nun davon aus, dass sich die Fed auf ein oder zwei weitere Zinsschritte beschränken wird. Andere Börsianer äußerten sich ähnlich.
Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der US-Landwirtschaft stieg im Mai um 78.000 und blieb damit deutlich unter der durchschnittlichen Analystenprognose eines Anstiegs von 185.000. Die Beschäftigungsentwicklung gilt als Indikator für die Nachhaltigkeit eines Wirtschaftsaufschwungs.
Die Aktien von Infineon verteuerten sich um 0,9 Prozent auf 7,52 Euro. "Ein Grund dafür ist, dass sich das Sentiment für Infineon durch die Meldung über eine früher als geplante Senkung der Produktionskosten verbessert hat", sagte Analyst Helmut Bartsch von der BW-Bank. Durch die Umstellung auf eine neue Generation von Halbleitern können aus einer Siliziumscheibe, dem so genannten Wafer, mehr DRAM-Speicherchips gewonnen werden. Außerdem hatte sich der weltgrößte Chip-Hersteller Intel positiv über die Nachfrage von Notebook-Computern geäußert.
Mit einem Plus von zwei Prozent auf 20,16 Euro gehörten die Aktien des Anlagenbauers IWKA zu den größten MDax-Gewinnern. "Die Zerschlagungsfantasie beflügelt den Aktienkurs", sagte Helaba-Analyst Erhard Schmitt. Vor allem US-Investor Guy Wyser-Pratte hatte wiederholt den Verkauf von Unternehmensteilen und die Konzentration auf die Sparte Robotertechnik gefordert. Er gilt zudem als treibende Kraft hinter der Nicht-Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat.
Unterstützt von den IWKA-Kursgewinnen kletterte der MDax zeitweise auf ein Rekordhoch von 6002,46 Punkten und beendete den Xetra-Handel 0,2 Prozent im Plus bei 5993,75 Zählern.
Außerhalb der Indizes kletterten die Papiere von Lanxess um 4,2 Prozent auf 19,03 Euro. Investoren reagierten mit Käufen auf die Einigung des Chemiekonzerns mit den Arbeitnehmervertretern auf ein Sparpaket, das ab 2008 die Kosten um jährlich 100 Millionen Euro reduzieren soll. "Jetzt hat das Management den Kopf für die Zukunft frei", sagte ein Händler. Lanxess gilt als Kandidat für einen Aufstieg in den MDax.




















