Japan und die Börse: Versorgeraktien

Japan und die Börse: Versorgeraktien

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Die Zentrale des Erdgasversorgers E.ON Ruhrgas AG in Essen

von Anton Riedl

Die großen Energieversorger verdienen gut am Atomstrom. Jetzt aber stehen sie doppelt unter Druck. Einige werden sich jedoch schneller als andere davon erholen.

Versorgeraktien zählen zu den großen Verlierern des Börsen-Crashs, weil sie als Betreiber der Atomkraftwerke in Deutschland derzeit unter einem doppelten Druck stehen: Sollte die Laufzeitverlängerung der alten Kernkraftwerke aufgehoben werden, schmälert das langfristig ihre Gewinnaussichten, da sie mit den alten, längst abgeschriebenen Meilern, bisher gutes Geld verdienen. Andererseits ist die neue Brennelementesteuer nicht an längere Laufzeiten geknüpft. Sie wird wahrscheinlich in Kraft bleiben und allein bei den großen Versorgern E.On und RWE zu jährlichen Belastungen von mehreren hundert Millionen Euro führen.

Strompreise werden nicht sinken

Durch das Hin und Her in der Atompolitik sind aus den Versorgeraktien regelrecht spekulative Papiere geworden. Das aber sind sie im Grunde eigentlich nicht. Auch wenn die Gewinne der Versorger in diesem Jahr um 20 bis 30 Prozent sinken, werden sie noch gutes Geld verdienen. Deutsche Privatkunden müssen alle zwei Monate saftige Rechnungen für Strom und Gas bezahlen – und die Preise dafür werden angesichts der inflationären Tendenzen und der teuren Ölpreise nicht sinken. Auch bei den Großkunden zeichnet es sich ab, dass die Versorger bald wieder mit stabileren Erträgen rechnen können. Und sollte im Zuge einer weltweiten Ächtung der Atomkraft das Geschäft mit Flüssiggas einen Aufschwung erleben, werden die Versorger dieses Geschäftsfeld weiter ausbauen.

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Die aktuellen Marktturbulenzen werden deutsche Versorger-Aktien zunächst weiterhin drücken. Von den beiden großen deutschen Werten wird als erstes wieder E.On interessant – nicht zuletzt auch deshalb, weil das Unternehmen auf dem Gebiet der alternativen Energien stärker vertreten ist als RWE. Schon heute holt E.On 13 Prozent seiner gesamten Energieausbeute aus erneuerbaren Quellen wie Wasser und Wind. Die aktuelle Atom-Debatte wird dazu führen, dass dieser Anteil bald größer ist als der der Kernkraft. Der liegt derzeit noch bei rund 17 Prozent. 

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