Japaninvestments: Globale Aktienfonds

Japaninvestments: Globale Aktienfonds

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Mitarbeiter des japanischen AKW-Betreibers Tepco in Fukushima

von Heike Schwerdtfeger

Japanische Aktien waren bei deutschen Anlegern nicht beliebt. Auch Fondsmanager von Portfolios, die nicht unbedingt japanische Aktien kaufen müssen, weil sie global anlegen können, haben den Markt vielfach komplett gemieden.

Japanische Aktien waren bei deutschen Anlegern und Fondsmanagern jahrelang nicht beliebt. Fondsmanager von Portfolios, die nicht unbedingt japanische Aktien kaufen müssen, weil sie global anlegen können, haben den Markt vielfach komplett gemieden.

Das änderte sich allerdings ausgerechnet in den vergangenen Monaten. Nach einer Fondsmanager-Umfrage der BofA Merrill Lynch unter weltweit 203 Fondsmanagern haben sie ihre Wachstumsaussichten zwar insgesamt zurückgeschraubt, waren allerdings vor allem für die wirtschaftliche Entwicklung in Japan sehr zuversichtlich. Der Anteil der befragten Manager, die japanische Aktien im Vergleich zum Welt-Aktienindex von MSCI übergewichtet haben, verdoppelte sich innerhalb eines Monats von vier auf acht Prozent. Japanische Unternehmen haben in den vergangenen Jahren ihre Profitabilität gesteigert, hohe Kassenreserven aufgebaut, die Finanzkrise flexibel gemeistert und blieben trotzdem vergleichsweise günstig. Andererseits wurden japanische Aktien seit Jahren immer wieder als der Aufsteiger gehandelt, schafften es aber meist doch nicht, die Erwartungen zu erfüllen.

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Kaldemorgen setzte auf Japan

Da sich dieses Szenario zu oft wiederholt hat, war der Glaube an Kursgewinne in diesem Markt nicht sehr groß. Japans alternde Bevölkerung, die hohe Staatsschuld und ein unberechenbarer Yen waren für viele abschreckend. Nach Meinung von Dean Cashman, Manager des M&G Japan Fund, seien diese Probleme allerdings bereits seit langem in den Kursen eingepreist. Cashman setzt auf Unternehmen, die er günstig kaufen kann und bei denen er mit verlässlichen Gewinnen über viele Jahre rechnen konnte – bis zu dem Erdbeben. Cashman ist allerdings überzeugt, dass den Unternehmen auch jetzt ihr solides Finanzpolster helfen wird die Katastrophe zu überstehen. Viele exportorientierte Unternehmen hätten sich zudem Produktionsstätten im Ausland aufgebaut, um auch dem schwankenden Yen-Kurs zu entgehen. Das käme ihnen jetzt zugute.

Große Unsicherheit

Nur wenige weltweit anlegende Aktienfonds die sich eng am MSCI Welt-Aktienindex orientieren, hatten japanische Titel mit einem Indexgewicht von etwa neun Prozent aufgenommen. Die meisten Fondsmanager blieben weit darunter. Im Index kommt der Betreiber der Atomkraftwerke in Fukushima, Tokio Electric Power (Tepco), mit einem kleinen Anteil von 0,14 Prozent vor. Als einer von 225 Titeln des japanischen Leitindex Nikkei 225 , ist er allerdings in manchen speziellen Japanfonds sowie Infrastrukturfonds mit mehr als vier Prozent des Fondsvermögens enthalten. Der Wert der Aktie hat sich in wenigen Tagen halbiert. 

Aber auch Fonds, die kaum in Japan investierten konnten sich dem Kursrutsch häufig nicht entziehen. Wer Rohstoffwerte im Portfolio hat oder deutsche Aktien wird ebenfalls in die Tiefe gerissen, wenn er nicht am Montag rechtzeitig verkauft hat oder über Derivate gegensteuern konnte, um die Marktverluste zu bremsen.

So verlor der M&G Global Basic-Fonds an einem Tag allein fünf Prozent seines Wertes, weil seine größte Aktienposition, der britische Konsumgüterriese Fraser & Neaves bei vielen Investoren auf der Verkaufsliste steht. Die Briten haben große Getränkefabriken und Molkereien in Asien.

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