Jubiläum: Der Dax bekommt nichts geschenkt

Jubiläum: Der Dax bekommt nichts geschenkt

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20 Jahre Dax: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (l.) und Deutsche-Börse-Chef Reto Francioni

Herzlichen Glückwunsch, Dax. Heute tummelte sich auf dem Frankfurter Parkett viel deutsche Prominenz aus Politik, Unternehmen und Börse.

Was die Herren um Peer Steinbrück und Börsenchef Reto Francioni zu sehen bekamen, war wenig erfreulich: Der deutsche Leitindex bekam keinen Geburtstagsbonus.

Runde Zahlen sind an der Börse immer gefährlich. Geburtstagstorten, goldene Bullen und Marzipanschweinchen gab es meist immer vor Abschwüngen. Kurz nach Überwinden der 8000 Punkte setzte der Dax im vergangenen Jahr zur Talfahrt an. Der Neue Markt wurde kurz nach seinem fünften Geburtstag beerdigt. Und jetzt fällt der Dax eben zu seinem 20. Geburtstag bedenklich. Logisch: An der Börse geht es um Geld und nicht um schöne Worte - für Sentimentalitäten, Jubiläen und Feierlichkeiten kann sich niemand etwas kaufen.

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Die Durchhalteparolen der vergangenen Wochen (beispielsweise Josef Ackermanns flotte Diagnose) waren voreilig. Es ist einiges eingetreten, was die WirtschaftsWoche in den vergangenen Monaten zum Thema gemacht hat: Staatsfonds, die massiv in Bankwerte eingestiegen sind, waren nicht schlauer als vorsichtige Anleger. Die Schwellenländer und auch Europa können sich nicht von den USA abkoppeln. Die Banken als Schlüsselbranche, die immer noch beängstigend stark in den Aktienindizes gewichtet ist, leiden nicht nur unter den Abschreibungen der Finanzkrise, sondern auch massiv darunter, dass ihre Geschäftsbereiche weniger Erträge bringen oder - wie beim Eigenhandel - massive Verluste produzieren.

Gefahr aus China

Als ob die Finanzkrise und ihre Verwerfungen noch nicht genug wären: Die bisher so nützliche Globalisierung zeigt nun ihre Schattenseite. Bis vor kurzem hielten die billigen Produkte aus China und den Schwellenländern die Preise unten. Jetzt aber merken wir, dass es auf der Welt „no free lunch“, nichts geschenkt gibt. Dieselben Länder treiben nun mit ihrem Hunger auf Rohstoffe auch deren Preise - und durch diese Hintertür bedroht die Inflation jetzt unsere Volkswirtschaften. Deren Geldmengen - insbesondere in den USA – im ständigen Abwehrkampf gegen die Finanzkrise sowieso schon auf ein unerträgliches Maß aufgeblasen sind.

Jetzt stehen die Zentralbanken vor der gefürchteten Entscheidung: Zinsen hoch, Inflation bekämpfen und riskieren, über teures Geld die Konjunktur restlos abzuwürgen, oder lieber die Inflation in Kauf nehmen, um die Wirtschaft zu retten? Aber für wie lange?

Den Börsen macht weder die eine noch die andere Alternative so richtig Freude. Das ist es wohl, was man ein Dilemma nennt.

Nach den kräftigen Kursverlusten ist jetzt aber bald eine Erholung fällig. Ein Ende der Krise wird eine solche aber noch nicht markieren.

Skeptiker sehen den Schlüssel zur weiteren Entwicklung in China. Bis nach den Olympischen Spielen im August, sagen sie, werde das Land seine Wachstumsprobleme noch geheim halten und seine überbewerteten Börsen mit allen Mitteln stützen. Danach aber könnte es dort richtig rappeln.

Die sich von dort ausbreitenden Schockwellen - fast alle großen Banken und Unternehmen sind in China engagiert - könnten bei uns dann den finalen Ausverkauf an den Börsen einleiten.

Erst dann, wenn die Verzweiflung am größten und die gefühlte Stimmung ganz unten ist, können mutige Anleger wieder die Hände aufhalten. Doch noch ist es nicht so weit.

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