Kapitalversorger: Banken

Kapitalversorger: Banken

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Bankenhochhäuser in Frankfurt am Main

von Christof Schürmann

Den Bankaktien machen die weltweiten Kursverluste zu schaffen, obwohl sie zunächst Kursgewinne verzeichneten. Welche Faktoren dominieren.

Bankaktien hielten sich zu Beginn der Woche zunächst noch gut. Die Deutsche-Bank-Aktie war am Montag zunächst sogar einziger Gewinner im Dax. Grund: Am vergangenen Wochenende hatte die EU den Rettungsschirm für die die PIGS-Staaten von 250 auf 440 Milliarden Euro erhöht. Solange der Steuerzahler damit für mögliche Verluste einsteht und solange Banken kein Eigenkapital für Staatsanleihen der Eurozone hinterlegen müssen, besteht die Aussicht auf knackige Gewinne aus solchen Papieren. 

Konsequent setzen die Banken weiter auf den Steuerzahler und erhöhten im dritten Quartal 2010 ihr Engagement in den Euro-Krisenländern. Wie aus dem jüngsten Quartalsbericht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hervorgeht, stiegen die Forderungen von Banken gegenüber Griechenland, Irland, Spanien und Portugal (PIGS) gegenüber dem Stand Ende Juni 2010 um zehn Prozent auf 2,5 Billionen Dollar.

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Windfall-Profits werden kaum reichen um andere Einnahmen auszugleichen

Auch deutsche Banken langten bei Schuldtiteln der vier Ländern kräftig zu und erhöhten ihr Engagement um elf Prozent auf 569 Milliarden Dollar (die BIZ rechnet Euro-Forderungen zwecks weltweiter Vergleichbarkeit in Dollar um).  Davon entfielen 69 Milliarden Dollar auf Griechenland, 208 Milliarden auf Irland, 48,5 Milliarden auf Portugal und 242 Milliarden auf Spanien. Französische Banken hatten 440 Milliarden Dollar im Feuer; auf 431 Milliarden Dollar kamen britische Banken.

Doch die Windfall-Profits aus Staatspapieren dürften kaum reichen, andere Einnahmen auszugleichen, die mit dem Absturz der Börsen weltweit wegfallen. Sollten sich die Indizes nicht erholen, werden lukrative Börsengänge rar, das Übernahmegeschäft dürfte zurückgehen, zudem ist fraglich, ob der Eigenhandel die erhofften Erträge einfährt oder nicht möglicherweise wegen Schieflage in die Verlustzone fährt.

Mit Verspätung sackten daher am Dienstag auch Bankpapiere ab. Zudem dürfte die Einengung der Zinskurve (der inzwischen geringer gewordene Unterschied zwischen kurz- und langfristigen Zinsen) auf die Erträge drücken.

In der Summe bleiben Bank-Aktien analytisch eine Black Box. Krude Eigenkapital- und Bilanzregeln – wobei letztere zum Teil zugunsten der Banken ausgesetzt worden sind, um Verluste bei vielen wichtigen Positionen zu kaschieren - machen eine valide Bewertung kaum möglich.

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