Kaupthing: IWF-Kredit für Pleitebank blockiert: Isländer unter Druck

Kaupthing: IWF-Kredit für Pleitebank blockiert: Isländer unter Druck

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Islands Premierminister Geir H. Haarde lenkt den Inselstaat in rauhen Zeiten

Die Blockadehaltung der Regierungen Großbritanniens und der Niederlande zeigen Wirkung. Island ist derart auf den ausstehenden Kredit des Internationalen Währungsfonds (IWF) angewiesen, dass Staatspräsident Grimsson nun sogar ausfallend geworden sein soll.

Das Ausbleiben von Krediten an Island zur Rettung vor einem Staatsbankrott setzt die politische Führung in Reykjavik immer massiver unter Druck. Wie die Osloer Zeitung „Klassekampen“ heute berichtete, soll sich Staatspräsident Ólafur Ragnar Grímsson vor Botschaftern im Zorn sogar für eine Einladung an Russland zur Nutzung des früheren US-Militärstützpunkts Keflavik ausgesprochen haben.

Das Staatsoberhaupt des kleinen Nato-Landes im Nordatlantik sagte nach einer Mitschrift des norwegischen Botschafters bei einem Essen, wegen der bislang ausgebliebenen Hilfe im Gefolge der Finanzkrise müsse man „neue Freunde“ suchen. Grímsson sei dabei gegenüber Großbritannien „direkt beleidigend“ geworden, hieß es in dem vertraulichen Bericht. Er sagte: „Der Nordatlantik ist für den Norden, die USA und Großbritannien wichtig. Das vergessen diese Länder jetzt offenbar.“ Grímssons Büro wollte sich zu den Zitaten nicht äußern.

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IWF-Kredit noch immer in der Warteschleife

Die Briten gelten in Reykjavik als Haupt-Drahtzieher bei der Verzögerung eines angekündigten und als lebenswichtig geltenden Kredits vom IWF. Die endgültige Bewilligung von 2,1 Milliarden Dollar (1,7 Milliarden Euro) wurde am Montag vom Fonds zum dritten Mal verschoben. Während der britische Premierminister Gordon Brown die Vorwürfe aus Island zurückwies, kam nach Angaben der Zeitung „Financial Times“ eine indirekte Bestätigung der Blockadehaltung aus den Niederlanden.

Das Blatt zitierte den niederländischen Finanzminister Wouter Bos mit der Erklärung, seine Regierung werde den IWF-Kredit so lange blockieren, bis der Streit über ausländische Einlagen bei isländischen Banken gelöst ist. Reykjavik verweigert bisher Garantien auch für nicht-isländische Anleger bei den zwangsverstaatlichen Banken. Bos sagte laut „Financial Times“ weiter: „Glücklicherweise haben wir so mächtige Verbündete wie Großbritannien und Deutschland mit denselben Problemen gegenüber Island.“

Offiziell steht Deutschland seinen Sparern jedoch nicht bei. Die Bundesregierung ging anfangs sogar auf Distanz zu den Geschädigten, indem einzelne Minister die Kleinanleger für angeblich risikoreiche Geschäfte in fremden Ländern kritisierten. In Großbritannien und den Niederlanden sind 230.000 Privatkunden der früheren Internetbank Icesaves betroffen. In Deutschland warten etwa 30.000 Anleger bei deutschen Kaupthing-Niederlassung namens Kaupthing Edge auf die Klärung ihrer Ansprüche. Die deutschen Einlagen allein sollen etwa 300 Millionen Euro betragen

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