Kaupthing: Kampf um die Spareinlagen geht weiter

Kaupthing: Kampf um die Spareinlagen geht weiter

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Geduld am Ende: Deutsche Anleger demonstrieren vor der isländischen Botschaft in Berlin für die Rückzahlung ihrer Ersparnisse

Auch die heutige Gläubigerversammlung in der isländischen Hauptstadt Reykjavik brachte keine Klarheit: die deutschen Kaupthing-Kunden bangen weiter um ihre Ersparnisse – und machen ihrem Ärger Luft.

Die Hoffnung war groß: Die Kaupthing Bank lud zur Gläubigerversammlung in die isländische Hauptstadt. Nur wirklich Neues erfuhren die rund 250 anwesenden Anleger nicht. Nach wie vor gibt es keine eindeutige Aussage darüber, wann und in welcher Höhe die Einlagen an die Sparer zurückgezahlt werden können.

„Wir sind nicht zufrieden“, kommentierte dementsprechend Anja Richter, Anwältin bei der Anlegerschutzkanzlei Steinhübel & von Buttlar, den Verlauf der Versammlung. „Wir wurden wieder vertröstet.“

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Am 13. Februar geht das Ringen um die Zukunft der Bank in die nächste Runde. Dann entscheidet sich, ob das Moratorium, das der Kaupthing Bank im Herbst 2008 gewährt wurde, erneut verlängert wird, zunächst um neun Monate. Das bedeutet, das die Bank die Zins- und Rückzahlungen an ihre Kreditgeber weiterhin aufschieben kann, gleichzeitig aber auch, dass keine Guthaben an die Anleger ausgezahlt werden können. 

Miserabler Informationsfluss

Seit Oktober 2008 steht die Kaupthing Bank ebenso wie die beiden anderen isländischen Großbanken Landsbanki und Glitnir unter staatlicher Aufsicht. Die Konten der rund 30.000 deutschen Anleger sind seitdem eingefroren.

Kaupthing-Vertreter betonten jedoch, dass alles versucht werde, die Bank nicht in die Insolvenz gehen zu lassen und die Forderungen der Anleger zu begleichen.

Die Bundesregierung hatte Island ein Darlehen in Höhe von 308 Millionen Euro angeboten, um die deutschen Anleger auszuzahlen. Dieses Angebot sei jedoch bislang nicht abgerufen worden, heißt es aus dem Finanzministerium. Von isländischer Seite wurde dagegen angeführt, die deutsche Regierung habe keinen entsprechenden Vertrag vorgelegt.

Anlegeranwältin Richter bezweifelt, dass es zu einer Entscheidung kommt solange sich die politischen Verhältnisse im Land nicht stabilisiert haben. Anfang der Woche hatte eine Übergangsregierung unter der Sozialdemokratin Johanna Sigurdardottir die Arbeit aufgenommen, Neuwahlen werden für Ende April erwartet.

Gleichzeitig kritisierte Richter aber auch die deutsche Politik. „Der Informationsfluss ist miserabel.“ Außerdem müsse die Regierung ihrerseits stärkeren Druck auf Island ausüben.

Island: Probleme häufen sich

Unterdessen verschärft sich dort die wirtschaftliche Krise. Erst gestern erschütterte eine weitere Insolvenzmeldung die Atlantikinsel. Islands größtes Privatunternehmen Baugur steht vor dem Aus. Zu der Investment-Gesellschaft gehören Handelsketten mit insgesamt 50.000 Beschäftigten. Baugur hatte in den vergangenen Jahren stark expandiert und unter anderem mehrere britische Einzelhandelsketten aufgekauft. Finanziert wurde diese Einkaufstour von der inzwischen staatlich kontrollierten Landsbanki.

Die Geduld der deutschen Sparer ist mittlerweile am Ende: Parallel zur Gläubigerversammlung in Reykjavik kam es in Frankfurt und Berlin zu Protestveranstaltungen. Die simple Botschaft an Banker und Politiker: "Beendet den Alptraum."

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