Kaupthing-Pleite: Niederlande und Großbritannien blockieren IWF-Kredit an Kaupthing

Kaupthing-Pleite: Niederlande und Großbritannien blockieren IWF-Kredit an Kaupthing

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Islands Premierminister Geir H. Haarde steht vor neuen Problemen

Die deutschen Opfer der Kaupthing-Pleite schauen neidisch auf die Niederlande und Großbritannien: Die dortigen Regierungen blockieren IWF-Hilfen für Island und zwingen den Inselstaat so zu rascher Hilfe für Anleger aus beiden Ländern. Gleichzeitig wächst nach den neuerlichen KfW-Verlusten die Wut auf die Minister Glos (CDU) und Steinbrück (SPD).

Die Regierungen der Niederlande und Großbritannien setzen Island in Sachen Kaupthing massiv unter Druck.

Wie isländische Medien gestern berichteten, machen die Politiker beider Länder ihre Zustimmung zu einem Kredit des Internationalen Währungsfonds davon abhängig, dass Island die Entschädigung ausländischer Geldanleger vorantreibt. Konkret soll der Bankensicherungsfonds, der rechtlich für die Pleite der Institute Landsbanki und Kaupthing haften muss, endlich die Guthaben der Sparer erstatten.

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Dieser Schritt sei Island bei einem Treffen der EU- und EFTA-Finanzminister am Dienstag in Brüssel mitgeteilt worden. Noch in dieser Woche sollte der Kredit über 1,64 Milliarden Euro in trockene Tücher gebracht werden.

Obwohl Stillschweigen vereinbart wurde, trugen die Isländischen Sitzungsteilnehmer den Vorgang in die Öffentlichkeit. Ein Politiker der isländischen Grünen nannte den Vorgang offen Erpressung.

Von Seiten der Regierung äußerte man sich vorsichtiger und erklärte, dass es noch „Uneinigkeit über die Interpretation rechtlicher Fragen“ mit Großbritannien gebe. Island habe die Verbindung von Kreditgewährung und Einlagensicherung in Brüssel gerügt. Von Seiten der Briten verlautete unterdessen, dass der Staat eine knappe Milliarde Euro bereitstelle, um für die nicht vom britischen Sicherungsfonds gedeckten Guthaben seiner Bürger geradezustehen.

Große Empörung unter den Kaupthing-Geschädigten

Mit dem Vorstoß machen die Regierungen der Niederlande und Großbritanniens zum wiederholten Mal vor, was auch die rund 30.000 deutschen Kaupthing-Opfer von Merkel und Co. erwarten.

In den Hilfeforen für die geprellten Bankkunden ist denn auch die Empörung groß, dass es seitens der deutschen Bundesregierung noch immer keine klaren Aktivitäten zur Unterstützung der Sparer gibt.

Stattdessen kam gestern ans Licht, dass die kfw-Bankengruppe in Island mindestens 288 Millionen Euro verloren hat.

Damit steht die Bank den Kleinsparern, die zusammen rund 308 Millionen Euro bei den Pleite-Instituten angelegt hatten, kaum nach. Die Entrüstung über den neuerlichen Verlust bei der Staatsbank ist bei vielen Kaupthing-Opfern deswegen so groß, weil die Bundesminister Glos (Wirtschaft) undSteinbrück (Finanzen) die Anlage bei ausländischen Banken zu Beginn der Krise als risikoreich brandmarkten, wenn diese nicht dem deutschen Einlagensicherungsfonds angeschlossen seien.

Gleichzeitig mit ihrem Ministeramt nehmen Michael Glos und Peer Steinbrück führende Positionen im KfW-Verwaltungsrat ein und sind in den Augen der Kleinanleger für die Investitionen der Bank in Island mitverantwortlich. Ihrem Ärger machen die Sparer aktuell in massenhaften Petitionen und offenen Briefen an die Politiker Luft.

Weitere Hilfe bekommt Island offenbar von Finnland, Schweden und Dänemark. Für die kommenden Wochen wurde eine Finanzspritze in Höhe von 4,7 Milliarden in Aussicht gestellt, mit der die Inselrepublik die drohende Zahlungsunfähigkeit abwenden könnte.

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