In seinem Stammcafé, einer plüschigen Konditorei, bestellt er Kaffee im Kännchen und sagt, es gehe nicht ums Geld („bei mir ein vernachlässigbarer Betrag“), sondern ums System, „die Zwangsabgabe“. Zapp will ein freiwilliges Spendensystem. Kirchen hätten dann weniger Geld, aber: „Muss es denn der neueste BMW sein, mit dem ein Bischof sich fahren lässt?“
Wer in der Kirche bleibt, kann dennoch Steuern sparen. Auf Antrag kann die Steuer reduziert werden, nicht nur bei hohen Einkommen, sondern auch bei Abfindungen. Als Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser nach der Übernahme durch Vodafone 2000 eine Prämie über 31 Millionen Euro bekam, meldete der Katholik sich rasch beim Erzbistum Köln. Die Kirchensteuer von 1,2 Millionen Euro wurde ihm prompt zur Hälfte erlassen. „Ich bin mit mir, der Kirche und dem lieben Gott im Reinen“, sagte Esser dazu später im Mannesmann-Prozess.
Besonders einfallsreich zeigte sich zuletzt die Evangelische Landeskirche Berlin beim Eintreiben von Kirchensteuer: Sie forderte von Zugezogenen, die vor Jahrzehnten aus der Kirche ausgetreten waren, die Austrittsbescheinigung an. Vor allem Ex-DDR-Bürger konnten nur selten Bescheinigungen vorlegen. Die Kirche forderte daraufhin die Steuer nach.
Helfen kann da wohl nur der erneute Austritt. Selbst der ist aber nicht gratis. Je nach Bundesland müssen Austrittswillige teils 50 Euro Gebühr beim Standesamt oder Amtsgericht zahlen. Ihnen zum Trost: Davon bekommt die Kirche nichts.









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Alle Kommentare lesen12.09.2011, 22:17 UhrAnonymer Benutzer: Tine S.
@Dipl.-ing. Conrad Zewalt: Versuchen Sie es doch mal mit den Predigten in der Düsseldorfer Andreaskirche. ich vermute, Sie wären überrascht.
03.05.2011, 20:17 UhrAnonymer Benutzer: Münchner
Von einer Kirchensteuer steht im Evangelium kein Wort. Dafür aber eine Menge anderer Dinge und die sind aktueller denn je. Mein lieber Herr Gesangsverein! Mir reicht schon meine Sünderhaut, in der ich stecke. ich will mit keinem "Hirten" der durch Steuer-silberlinge bezahlten Kirchen tauschen.
Denn wer wird schlimmer bestraft? Das Schaf das in die irre geht, oder der Hirte der es in die irre leitet?
Es steckt eine Menge Verantwortung in der finanziellen Unterstützung von Hirten .......
29.04.2011, 00:53 UhrAnonymer Benutzer: Dipl.-Ing. Conrad Zewalt
Ach, lieber Heinz Luttkowski, wo leben Sie denn? Meldet sich "die Kirche" mal zu Wort, dann geht es doch fast nur noch um die von ihnen erwähnten Themen. ich gehöre trotz aller Frustration immer noch zu den regelmäßigen Kirchgängern. Was bekomme ich seit über vierzig Jahren immer und immer wieder zu hören? Genau die Dinge, die Sie angeblich vermissen. Vom Seelenheil habe ich dagegen zuletzt in meiner Kindheit etwas gehört, von einem Pfarrer der alten Schule, wie man so sagt. Der hat noch über Seelenheil, Sünde und andere "unmoderne" Sachen gesprochen, musste dann aber das Feld räumen, weil er einigen Gemeindegliedern zu konservativ war. Seitdem, und ich bin aus beruflichen Gründen sehr viel herumgekommen und habe dementsprechend viele Kirchgemeinden erlebt, habe ich nur noch diesen (meistens von links inspirierten) Weltverbesserungskram zu hören bekommen. ich bin auch für Frieden, Gerechtigkeit, Schutz der Umwelt und so weiter, doch muss ich deshalb nicht unbedingt in eine Kirche gehen. Es gibt tausend andere Möglichkeiten, sich für diese wichtigen Dinge zu engagieren. Mal ganz abgesehen davon, dass man zu praktisch allen Sachverhalten höchst unterschiedliche Ansichten vertreten kann. Die Kirche war stets gut beraten, wenn sie sich aus Tagespolitik und ideologischen Streitereien herausgehalten hat. So einfach ist die Welt nun einmal nicht, dass man alles in die Kategorien richtig/falsch oder gar gut/böse einteilen könnte. Das kann nur ein grün oder rot wählender deutscher Wohlstandsbürger, der nichts so sehr hasst wie kirchliche Dogmen, sich aber längst seine eigenen Dogmen geschaffen hat.
P.S.: Sollten Sie einen Pfarrer kennen, der noch vom Seelenheil predigt, dann geben Sie doch bitte den Namen und die Wirkungsstätte bekannt. Es wäre der von mir seit langem ersehnte beweis, dass es in der heutigen Kirche nicht nur selbsternannte Gutmenschen, sondern noch echte Geistliche gibt.