Kolumne Krötenwanderung: Legen Berufsunfähigkeitsversicherer ihre Kunden aufs Kreuz?

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Anke Henrich: Krötenwanderung

Kolumne

Es sieht es so aus, denn immer seltener bekommen Kunden eine Police, die nicht mit einem teuren Risikozuschlag belegt wird. Wenn sie überhaupt eine bekommen. Und falls sie eine haben, zahlt die Versicherung im Ernstfall oft nicht - zum Teil mit dubiosen Erklärungen.

Unbestritten ist Berufsunfähigkeit ein enormes Risiko. Gut 25 Prozent der Berufstätigen halten aus gesundheitlichen Gründen nicht bis zum regulären Renteneintritt durch. Wer jünger als Jahrgang 1961 ist, hat vom Staat keine Unterstützung über eine minimale Erwerbsminderungsrente zu erwarten.

Es droht ein finanzielles Desaster. Folglich ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) tatsächlich empfehlenswert. Wer sie abschließen will, am besten also so jung und gesund wie möglich, muss zuvor die Hosen runterlassen und alle - wirklich alle, auch die kleinsten - Zipperlein der vergangenen Jahre bei der Gesundheitsprüfung angeben. So wollen die Unternehmen risikoadäquate Beiträge ermitteln.

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Nur schöne Theorie bei der Berufsunfähigkeitsversicherung

Schöne Theorie. Praktisch führt es dazu, dass dem Kunden aus allem und jedem ein Strick gedreht werden kann: Einmal wegen Kopfschmerzen, Rückenleiden oder Allergie in Behandlung gewesen? Pech gehabt! Viele Anbieter schließen dann alle Folgekrankheiten in diesem Kontext aus oder hauen enorme Risikoaufschläge auf die Prämie auf.

Das ist die Wahl zwischen Pest und Cholera. Akzeptiert der Kunde den Ausschluss, riskiert er ein Vabanquespiel. Wer weiß schon, welche Krankheiten sich in fernen Jahren von findigen Versicherungsangestellten auf besagte Kopf- oder Rückenschmerzen zurückgeführt werden? Also: Finger weg, Ausschlüsse sind inakzeptabel, dann lieber höhere Prämien bezahlen. 

Eine aktuelle Studie zum Thema der E+S Rückversicherung kommt zu dem Schluss: Vor allem bei kleineren Anbietern sind die Ablehnungs- und Zuschlagsquoten hoch. Fatal: Wer sich bei einem Anbieter um ein Angebot bemüht und die Gesundheitsprüfung nach dessen Meinung nicht oder nur mit Einschränkungen bestanden hat, wird in einer branchenweit zugänglichen Datei mit Namen und Fakten gespeichert. Will er sich anderswo versichern, trägt er dort schon den Malus auf der Stirn. Deshalb: Angebote parallel einholen!

Kommt es am Ende doch zum Vertrag, sollte sich keiner der derzeit rund 13 Millionen Versicherten zu sicher fühlen. Mit immer windigeren Argumenten halten einige Anbieter ihr Geld zurück, wenn der Kunde tatsächlich schwer krank und somit berufsunfähig wird. Sei es, weil er nicht alle Vorerkrankungen wahrheitsgemäß angegeben habe; sei es, weil er doch noch in einem anderen Job arbeiten könne. Immer häufiger kassieren Gerichte diese Argumente ein, die Assekuranzen klagen unbeeindruckt weiter. Deshalb: Hart bleiben!

Der Wunsch der Unternehmen, die medizinische Vorgeschichte ihres Kunden bei Vertragsabschluss vollständig zu kennen, ist nötig und berechtigt. Aber bei kaum einer Police agieren die Assekuranzen so unfair und gnadenlos wie bei einer BU. Das sollte man wissen.

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