
Die etablierten Banken in Deutschland verlieren ihre Vormachtstellung als Besitzer der großen Geldautomatennetze. Zugleich büßen sie ein wichtiges Argument ein im derzeit tobenden Kampf um den Privatkunden. Der Grund: Immer mehr Direktbanken und Auslandsinstitute bieten ihren Kunden eine kostenlose Bargeldversorgung via Kreditkarte an und eröffnen ihnen so Zugriff auf praktisch alle Automaten in Deutschland. Als nächstes plant Cortal Consors diesen Schritt. Dies kündigte deren Vorstand Martin Daut im Gespräch mit dem Handelsblatt an. Zuvor haben diesen Service die DKB, die ING Diba, die Citibank und zuletzt die Unicredit-Tochter Clarima in Deutschland eingeführt. Weitere Banken stehen in den Startlöcher. Experten sehen in der Kampagne angesichts der Privatkundenoffensive der Großbanken einen logischen Schritt. Schließlich machen diese den Direktbanken mit der Einführung der Gratis-Girokonten das Leben schwer. „Die kostenlose Bargeldversorgung mit einem großflächigen Netz an Geldautomaten war für die großen Anbieter immer ein wichtiges Marketinginstrument. Sie hier anzugreifen, scheint für die Direktbanken und kleinen Wettbewerber nur konsequent“, so Stefan Kirmße, Geschäftsführer bei der Bankenberatung ZEB. Noch beherrschen die Sparkassen sowie die Volks- und Raiffeisenbanken die größten, Ende der 70er-Jahren entstandenen Geldautomatennetze. Die privaten Großbanken haben sich 1998 in der Cash Group zusammengeschlossen. Die restlichen Institute sind meist in dem weitaus kleineren Cashpool vertreten, der sich im Juli 2000 bildete. Innerhalb der Gruppen können Kunden eines Instituts seither die Automaten der anderen Mitgliedsbanken zumeist kostenlos nutzen. Je kleiner aber das Netz desto unbequemer ist es für den Kunden, der sich auf die Suche nach einem Automaten begeben muss. Oder er zahlt an Automaten anderer Institute hohe Fremdnutzungsgebühren, die schnell zehn Euro überschreiten können.








