Krisenprophet Roubini: Abspecken als Lösung des Schuldenproblems

Krisenprophet Roubini: Abspecken als Lösung des Schuldenproblems

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"Mister Doom", Nouriel Roubini macht weiterhin düstere Prognosen.

von Andreas Henry

„Mister Doom“, der New Yorker Professor Nouriel Roubini, der das Platzen der Kredit- und Immobilienblase und die tiefe US-Rezession korrekt vorhergesagt hatte, macht seinem Spitznamen als Meister der düstersten Prognosen wieder mal alle Ehre.

Deutlich höhere Inflationsraten, Regierungspleiten und Chaos an den internationalen Finanzmärkten – das ist grob gesagt die Vorhersage, mit der Nouriel Roubini es vom Podium einer Konferenz in Berverly Hills, Kalifornien, wieder einmal in die internationalen Schlagzeilen geschafft hat. „Was mir Sorgen bereitet ist das Auftürmen von Staatsschulden,“ sagte Roubini, ein ehemaliger Berater des US-Finanzministeriums und des Internationalen Währungsfonds.

Der Professor denkt dabei nicht nur an die Euro-Zone mit den jetzt akut zu lösenden Problemen insbesondere in Griechenland, die derzeit den Euro belasten und den Dollar gegenüber der europäischen Einheitswährung auf ein Jahreshoch getrieben hat. „Irgendwann werden auch die fiskalischen Probleme der USA wieder in den Vordergrund rücken,“ warnt Roubini. Es bestehe das Risiko, dass in zwei bis drei Jahren etwas wirklich Schlimmes in den USA passieren könne.

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Übergewicht als Schuldentreiber

Die US-Regierung müsste das massive Schuldenproblem eigentlich mit einer Kombination von Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen in Angriff nehmen. Doch derzeit erkenne er „in Washington keinen Willen, irgendetwas zu unternehmen“. Das könne sich nur ändern, wenn die Anleihemärkte wie derzeit in Europa, eine Aktion erzwingen. Momentan profitiert der US-Dollar aber von den Euro-Problemen, was es der US-Notenbank erleichtert, die Zinsen in den USA niedrig zu halten.  

Roubini und sein Gesprächspartner auf dem Podium, der einst als Junk-Bond-König bekannte Wall-Street-Händler Michael Milken, sprachen sich für die Einführung einer Energiesteuer auf Benzin aus, die einerseits die Abhängigkeit von Öleinfuhren und damit das Handelsbilanzdefizit der USA verringern würde und andererseits helfen würde, das bedrohliche Haushaltsdefizit abzubauen.   

Der mittlerweile 63-jährige Milken, der einst wegen Wertpapierbetrugs verurteilt worden war und sich seit Ende seiner zweijährigen Haftstrafe wohltätigen Zwecken widmet, hatte noch einen anderen Vorschlag: „Wir müssen die Amerikaner dazu bringen, ihr Gewicht auf ein Niveau zu reduzieren, das sie 1991 hatten,“ sagte Milken, „wir könnten dadurch eine Billion Dollar sparen und eine weitere Billion neuer Werte schaffen.“ Das Übergewichtsproblem der US-Bevölkerung gilt als einer der Faktoren, der insbesondere das viel zu teure Gesundheitssystem des Landes extrem belastet.  

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