Krötenwanderung: Fallstricke bei der Pflege

Krötenwanderung: Fallstricke bei der Pflege

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Anke Henrich: Krötenwanderung

von Anke Henrich

Wenn Eltern alt und krank werden, ist schon das traurig mitzuerleben. Wenn aber die Kinder auch für den Unterhalt ihrer Eltern aufkommen müssen, weil die Pflege zu teuer ist, wird es doppelt existenziell.

Für viele erwachsene Kinder ist das ganz sicher keine juristische Frage: Natürlich wollen sie ihren Eltern im Alter zur Seite stehen. Und wer seine Kinder liebevoll großgezogen hat, darf auch erwarten, dass sie sich ähnlich um ihre betagten Mütter und Väter kümmern. Die Sozialämter halten das für selbstverständlich, aber gänzlich unabhängig davon, welches Verhältnis Eltern und Kinder zueinander haben. Und so ereilt manch überraschten Sohn oder Tochter denn auch der freundliche Brief vom Amt, in dem das Kind informiert wird, sich ab sofort finanziell an den Kosten der elterlichen Pflege zu beteiligen. Sind Vater oder Mutter auf einen Heimaufenthalt und/oder Pflegestufe 2 oder gar 3 angewiesen, gehen die Kosten dafür in die Tausende Euro und anteilig an die Kinder.

Grundsätzlich gilt dann: Sie müssen sich abhängig von ihrer persönlichen Lebenssituation (z.B. ob sie selbst noch Kinder großziehen oder finanzieren) und ihrem Einkommen an der monatlichen Rechnung  beteiligen. Der Brief ist keine freundliche Bitte vom Amt, sondern eine klare Aufforderung, die persönlichen Finanzen offenzulegen. So soll die  Höhe ermittelt werden, mit der sich die Kinder an der Lücke zwischen dem Einkommen und den Reserven des Pflegefalls zu den anfallenden Kosten beteiligen müssen. Wohlgemerkt: müssen, nicht ihrer Meinung nach können. 

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Ab dann kommt Willkür ins Spiel: Die Regeln, wie gerechnet und welche eigenen Kosten der Kinder von ihrem verfügbaren Einkommen abgezogen werden dürfen, werden regional mehr als freihändig ausgelegt. So sind prosperierende Gemeinden häufig großzügiger gegenüber Tochter oder Sohn als notorisch klamme Städte, denn was die Kinder nicht zahlen, bleibt am Sozialamt hängen.  Eigenbedarfssätze werden gelegentlich wie nach Haushaltslage kalkuliert.

Freundliche Richter - jedenfalls meistens

Zunehmend auf Seiten der Kinder stehen aber die Richter. So halten sie beispielsweise eine selbstgenutzte Immobilie für verschonenswert vom staatlichen Zugriff, ähnliches gilt für die eigene Altersvorsorge.

Nichtsdestotrotz lauern überall Fallstricke: Wer 100 000 Euro gespart und in ein Versicherungs- oder Bankenprodukt zur Altersvorsorge gesteckt hat, ist häufig aus dem Schneider. Wer die selben 100 000 Euro zum selben Zweck statt in ein teures Bankprodukt in Aktien investiert hat, ist womöglich nicht vor dem Zugriff geschützt. Schließlich könnte er das Geld später ja auch verjubeln statt als private Zusatzrente zu nutzen. Die Logik der Ämter und Richter ist nicht zwingend überzeugend.

Wie wird die Bedürftigkeit der Eltern berechnet? Was müssen Geschwister wissen? Welche Auskunftspflichten haben Kinder? Wie wird ihr  Selbstbehalt berechnet? Welche Widerspruchsmöglichkeiten gibt es?

All das erläutert aktuell der neue Ratgeber "Elternunterhalt" der Verbraucherzentralen. Für 9.90 Euro eine auch schon im Vorfeld empfehlenswerte Lektüre von Günther Dingeldein und Martin Wahlers.

Weitere Informationen finden Sie auch hier:

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