_

Krötenwanderung: Ist Gold die ultimative Krisenwährung oder nicht?

Kolumne von Anke Henrich

Ja, wenn es zu einer zweiten Weltwirtschaftskrise kommt, nach der sämtlich Finanzwerte Asche sind. Nein, wenn es "nur" darum geht fallende Aktienkurse oder steigende Inflation auszugleichen. Die alte Lehre "Gold schlägt alles" stimmt nicht mehr, meint WirtschaftsWoche-Reporterin Anke Henrich.

Anke Henrich: Krötenwanderung
Anke Henrich: Krötenwanderung

Für die aktuelle Titelgeschichte der WirtschaftsWoche „Was hält, was fällt“ haben wir untersucht, wie die liebsten Geldanlagen der Deutschen durch die großen Wirtschaftskrisen des vergangenen Jahrhunderts gekommen sind. Darunter ist – natürlich – auch Gold, das gerade abgeht wie Schmitz’ Katz:  Der Preis in Euro ist so hoch wie nie  (724 Euro für eine Unze von 31 Gramm).

Anzeige

Rettender Anker?

Der Grund ist die weltweite Hoffnung auf einen rettenden Anker in der aufziehenden globalen Wirtschaftskrise. Unsere Goldpreis-Analyse hat gezeigt, dass in Zeiten schwerer Zusammenbrüche tatsächlich Gold und Immobilien die besten Investments waren – Realwerte eben.  Sie zeigt aber auch, was viele Gold-Verfechter nicht wahr haben wollen: Seit den 80er Jahren stieg die Inflation schneller als der Goldpreis und weder während des Börsen-Debakels von 1987, noch in der Asienkrise elf Jahre später kletterte der Goldpreis erwähnenswert – streckenweise im Gegenteil.

Wissenschaftlich akribisch haben Nadeshda Demindova-Menzel und Thomas Heidorn von der  Frankfurter School of Finance and Management die kurz- und langfristige Korrelation von Aktien und Gold untersucht. Auch ihr Ergebnis: Erst fallen die Aktien, dann das Gold, denn ausgerechnet in den Krisen müssen wankende Investoren Gold auf den Markt werfen, um wieder flüssig zu werden. Mehr zu der lesenswerten Studie unter dem Link: Studie zum Goldpreis bei www.institutional-money.com

31 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 13.04.2009, 14:36 UhrAnonymer Benutzer: Martin

    Die Frau hat recht mit den Fakten - nur ihre Rückschlüsse sind falsch. Gold ist im Preis über die letzten Jahrzehnte nicht im Gleichen Maße gestiegen wie die Geldentwertung - Richtig.
    Aus diesem Grunde ist Gold trotz des steilen Anstiegs über die letzten 7 Jahre noch unterbewertet. Zwar geht Gold gerade durch die Medien, aber wenn man mal wirklich nachhakt, wer von den Leuten, denen man so über den Weg läuft wirklich welches hat, dann merkt man: es ist noch garnicht richtig in den Anlageportfolios der Massen zurückgekehrt.
    Wer jetzt Gold kauf liegt bestimmt nicht verkehrt.

  • 22.03.2009, 20:56 UhrAnonymer Benutzer: Kassowart von Sondermühlen

    ...wer die Welt am Sack durchmessen und der Ratte Spur nur allzu deutlich sieht!

  • 15.03.2009, 16:01 UhrAnonymer Benutzer: credit default swappie

    Solange schlaue Kommentatoren vor Gold warnen, wird der Preis weiter steigen (incl. Silber). Die haben nämlich alle noch nicht gekauft. Erst wenn alle auf dem Edelmetalltrip sind und die bildzeitung und NTV den aktuelle Silberkurs anzeigen und Lieschen Müller die Münzen hortet, dann bitte aussteigen. Aber das dauert noch lange.

Alle Kommentare lesen

Blogs

Kurze Erholung läuft
Kurze Erholung läuft

Bei 6200 gelingt dem Dax eine Stabilisierung. Sie kann die Notierungen bis in den Juni hinein steigen lassen. ...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.