Krötenwanderung: Was Ihr Versicherer über Sie alles weiß

kolumneKrötenwanderung: Was Ihr Versicherer über Sie alles weiß

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Anke Henrich: Krötenwanderung

Kolumne von Anke Henrich

Es hat nur knapp 20 Jahre gedauert, bis die Versicherungsbranche ihre Betrugsdatei jetzt endlich transparenter gemacht hat. Dafür speichert sie aber noch mehr verdächtige Kunden als bisher.

Versicherungsbetrug ist kein Kavaliersdelikt, auch wenn es manchem so erscheint. Laut Branchenverband ist jede zehnte Schadensabrechnung gefälscht, was sich auf jährlich rund vier Milliarden Euro summiere. Die zahlen letztlich alle Versicherungskunden über höhere Prämien mit. 

Kein Wunder also, dass die Branche seit langem die so genannte HIS-Datei pflegt. Das  "Hinweis- und Informationssystem" wird mit Daten von auffälligen Schadensmeldungen gefüttert, den Kundennamen, Geschädigten, Zeugen, ramponierten Autos oder allem anderen, was den Versicherern suspekt erscheint. Alle Unternehmen haben Zugriff auf das Konvolut. So sollen Versicherungsbetrüger, die beispielsweise Schäden bei verschiedenen Anbietern mehrfach abrechnen, auffliegen. Sie enthält aber auch Daten von Kunden, die aus Sicht der Versicherer zu viel Schäden in zu kurzer Zeit erstattet bekommen wollen. Ebenso wird registriert, wer eine Lebensversicherung über mehr als 100.000 Euro abgeschlossen hat oder jedes Auto, dass sich in einen Totalschaden verwandelt hat.   

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Bei Neuabschlüssen von Kunden kann sich die Tatsache, in der HIS-Datei als verhaltensauffällig registriert worden zu sein, ähnlich übel wie ein Schufa-Eintrag auswirken.  Auch die Probleme liegen ähnlich: Für Versicherungskunden war kaum ersichtlich, was über sie - zu Recht oder zu Unrecht - vermerkt worden ist. Das soll sich nun ändern. Seit dem 1. April können Versicherte über ein Tochterunternehmen der Branche kostenlos Auskunft über sich einholen. Zudem verspricht die Branche,  jeden Kunden von sich aus über einen Neueintrag zu informieren. 

Vorsicht, Fehler!

Im Gegenzug für die seit langem angemahnte Transparenz dieser Datei senkt die Versicherungswirtschaft die Grenze für potenziellen Versicherungsbetrug. In der Datei landet schon, wer zum Beispiel drei Haftpflichtschäden in 24 Monaten meldet - für Familien mit kleinen Kindern ein Klacks. Schon bisher ist es üblich, dass Versicherer ihrem Kunden bei nächster Gelegenheit kündigen, sobald er aus ihrer Sicht zu viel Kosten produziert hat  - auch ohne dass ein Hauch von Betrug in der Luft läge.

Der Betreiber der Auskunftei ist die "informa Insurance Risk and Fraud Prevention GmbH". Auf ihrer Homepage www.informa-irfp.de findet sich ein Download-Formular, ebenso eine Fax-Nummer. Wichtig: Nur zusammen mit einer Kopie von Vor- und Rückseite des Personalausweises werden Auskünfte gegeben, damit sich niemand mal schnell über seinen Nachbarn informiert. Deshalb gibt es auch auch keine Infos am Telefon.

Sind die Daten falsch, nehmen Informa und das Versicherungsunternehmen Beschwerden entgegen. Falsche Daten sollen sofort gelöscht werden, berechtigte bleiben - offiziell - fünf Jahre in der Datei.

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