Krötenwanderung: Welche Versicherung ist nutzlos?

Krötenwanderung: Welche Versicherung ist nutzlos?

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Anke Henrich: Krötenwanderung

Die Deutschen fahren meilenweit zu Aldi & Co., um ein paar Euro beim Discounter zu sparen. Doch übers Jahr werfen sie oft mehrere Hunderter zum Fenster hinaus: Sie leisten sich überflüssige Versicherungen.

Ist es ein deutsches Urbedürfnis, sich gegen alle Eventualitäten abzusichern? Tatsache ist, kaum eine Nation wiegt sich für so viel Geld in falscher Sicherheit.  Denn entweder zahlen die Assekuranzen im Ernstfall doch nicht oder aber die Prämien kosten über die Jahre mehr als ein realistischer Schadensfall.

Gehen Sie doch mal mit unserer Checkliste durch Ihren Versicherungsordner. Wetten, dass auch Sie die eine oder andere davon vor ewigen Zeiten abgeschlossen haben  - und seitdem Jahr für Jahr brav zahlen? Der Versicherungsbranche sagt Danke.

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Eine Auswahl:

Glasbruchversicherung: Die Prämien sind meist teurer als eine Scheibe, und dass Sie sich selbst eine Scheibe zerdeppern, dürfte auch höchst selten der Fall sein.Elektrogeräteversicherung: Wehe, Sie haben nicht alle Auflagen der Versicherung an den deren Meinung nach ordnungsgemäßen Zustand und die Handhabung der Geräte erfüllt, sonst zahlt sie nicht.Handyversicherung: Wie oft verlieren oder zerstören Sie denn Ihr Handy wirklich, wenn Sie älter als 15 Jahre sind?Fahrradversicherung: Sie lohnt sich in der Regel nur für Leute, die ihr Rad wirklich Nacht für Nacht in einem abgeschlossenen Raum unterstellen können. Achten Sie aufs Kleingedruckte.

Reisegepäckversicherung: Vieles, was Sie im Urlaub oder zur Tagung mit sich tragen, ist entweder gar nicht oder nur bis zu einer Höchstgrenze versichert. Zudem haben die Unternehmen teilweise surreale Auflagen, wie Sie Ihr Gepäck in allen Lebenslagen beaufsichtigen sollen. Sie stellen ihren Aktenkoffer vor dem Check-in-Schalter am Flughafen ab, um ihr Ticket aus dem Jackett zu ziehen und der Koffer ist weg. Pech gehabt,  argumentierte soeben eine Versicherung - und wurde vom Richter zurückgepfiffen.Insassenunfallversicherung:  Fahren Sie Ihre Beifahrer zu Schaden, zahlt ohnehin Ihre Kfz-Haftpflichtversicherung und auch das nur bei unabwendbaren Ereignissen.Krankenhaustagegeldversicherung: Wer Einkommensausfälle befürchtet, zum Beispiel als Freiberufler, ist mit einer Krankentagegeldversicherung besser bedient. Die zahlt einen Ausfall, egal ob der Kranke im Hospital oder daheim wieder auf die Beine gebracht wird.Sterbegeldversicherung. Sie zahlen hohe Abschluss- und Verwaltungskostenund bekommen eine unterirdische Rendite. Lieber das nötige Geld selbst ansparen.

Eine Broschüre über Nützliches und Unnützes sowie Tipps zur fristgerechten Kündigung bietet die Verbraucherorganisation „Bund der Versicherten“ zum Download an.

PS.: Ja, liebe Versicherungsvertreter, ich weiß: Neulich gab es in Norddeutschland noch die böse Verkettung unglücklichster Umstände, die für einen armen Bürger binnen zehn Minuten zu einem Schaden von einer Millionen Euro führte und der Kunde war euch so unglaublich dankbar, dass er das Super-Versicherungspaket abgeschlossen hatte. Aber der Fall ist schon verflixt selten, oder?

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