Krötenwanderung: Welche Versicherungen sind in jedem Fall sinnvoll?

Krötenwanderung: Welche Versicherungen sind in jedem Fall sinnvoll?

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Anke Henrich: Krötenwanderung

Nachdem es letzte Woche an dieser Stelle um überflüssige Policen ging, kam die Frage auf, welche Versicherungen denn nun für jedermann sinnvoll sind. Das sind gerade Mal drei, meint WirtschaftsWoche-Reporterin Anke Henrich.

Ohne Zweifel lässt sich in Deutschland für jeden erdenklichen Schadensfall die passende Versicherung abschließen. Wohlgemerkt: abschließen – was nicht gleichbedeutend damit ist, dass in jedem Schadenfall auch eine vermeintlich zuständige Versicherung zahlen würde. Kann ja auch nicht, denn sonst bräche ihr Geschäftsmodell zusammen, weil sie keinen Cent Gewinn machen würde, wenn sie nicht mehr Geld einnimmt als sie ausgibt.  Ein kritischer Blick ist also angebracht, auch wenn den einige Versicherungskaufleute nur schlecht ertragen können.

Nichtsdestotrotz: Drei freiwillige Versicherungen sind – egal in welcher Lebenslage und bei welcher Haushaltskasse – angebracht.

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1. Die Haftpflichtversicherung

Ein kurzer Moment Unachtsamkeit oder einfach Pech können genügen, um einen zu ruinieren. Wer fahrlässig einen Schaden verschuldet, hängt erst am Fliegenfänger. Die zerdepperte Vase der Nachbarin ist nicht das Problem, die wird schon noch privat zu ersetzen sein. Ganz anders sieht es aber beispielsweise bei einem Personenschaden mit Krankenhausbehandlung und Schmerzensgeld aus.

Auch hier zahlen die Versicherungen nur, was sie müssen – aber sie müssen per Gesetz eine ganze Menge. Der Gesetzgeber ist auf Seiten der Kunden: Mit der Aussage, der Kunde habe grob fahrlässig gehandelt, lässt sich längst nicht mehr so einfach wie früher jeder Anspruch abbügeln.

2. Die Berufsunfähigkeitsversicherung

Für alle, die Jahrgang 1961 und jünger sind, zahlt der staatliche Rentenversicherung keinerlei Geld, falls sie vorzeitig wegen Krankheit oder Unfall aus dem Berufsleben ausscheiden müssen. Das trifft viele, vor allem steigen die Zahlen derjenigen, die wegen Depressionen oder anderer psychischen Krankheiten den Arbeitsplatz  räumen müssen. Die Beiträge richten sich nach dem Alter, in dem abgeschlossen wird und vor allem nach dem individuellen Gesundheitszustand. Im Klartext heißt das: Schließen Sie ab, so lange Sie jung oder gesund oder am besten beides sind. Auch hier gilt: Recht haben und Recht bekommen sind auch gegenüber einer Versicherung nicht das selbe. Aber auch in diesem Fall zieht der Gesetzgeber die Zügel zu Gunsten der Versicherungskunden an. Aber Achtung, an einer Stelle kennen auch die Gesetze kein Pardon: Hat der Kunde bei seiner Gesundheitserklärung, in der vor Abschluss des Vertrages wirklich jedes ihm bekannte und behandelte Wehwechen der vergangenen Jahre angeben muss, gelogen, hat er seinen Schutz verwirkt.

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