Krötenwanderung: Woran erkennen Sie einen guten Finanzberater?

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Anke Henrich: Krötenwanderung

Kolumne

Vergessen Sie gute Manieren und schicke Visitenkarten und nehmen Sie stattdessen eine kurze Checkliste zur Hand. Das spart Geld und Ärger, meint WirtschaftsWoche-Reporterin Anke Henrich.

Vergangene Woche lud das Verbraucherschutzministerium in Berlin mit viel Tamtam zu einer Tagung über die Mindestanforderungen an Finanzvermittler. Laut Ministerin Ilse Aigner gibt es dort noch viel zu verbessern – trotz aller Gesetzänderungen der vergangenen Jahre. Nachbesserungen seien vor allem bei der Ausbildung, Sachkunde, Beratungsdokumentation und Transparenz nötig.

"Viel zu oft wird das Vertrauen von Anlegern in den Rat von Finanzvermittlern enttäuscht, zum Beispiel dann, wenn unter dem Deckmantel von Kompetenz und Seriosität ungeeignete Investments als sichere Anlage für die Altersvorsorge verkauft werden“, beklagt die CSU-Verbraucherministerin.

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Wohl wahr. Eine Studie ihres Hauses kommt zu dem Ergebnis, dass die Vermögensschäden auf Grund mangelhafter Finanzberatung auf jährlich 20 bis 30 Mrd. EUR geschätzt werden können.

Checklist für die Beratersuche

Eine lesenswerte Checkliste für Kunden auf Beratersuche hat nun Nils Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg ins Internet gestellt:  

Bekommt ein Anlageberater Provisionen, steht er in einem Interessenkonflikt, wenn das Produkt, das am besten zum Ratsuchenden passt, ihm weniger Provision beschert als ein anderes. Daher ist eine unabhängige Beratung auf Honorarbasis vorzuziehen.Eine kundenorientierte Finanzberatung beachtet auch die Absicherung existenzieller Risiken: Gibt es eine Haftpflicht- und Berufsunfähigkeitsversicherung? Ist die Familie abgesichert? Gibt es im Einzelfall spezielle Risiken, die abgesichert werden sollten? Tipp: Finger weg von Kombinationen aus Rentenversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung.Anlageberater müssen sämtliche Anlageziele und -wünsche ebenso ermitteln wie die Vermögenssituation, bestehende Schulden und die Risikobereitschaft.Gute Berater erklären Anlagekriterien wie Rendite, Sicherheit und Flexibilität, fragen die Prioritäten des Anlegers dazu ab und halten diese schriftlich fest. Wichtig ist, dass Alternativen besprochen werden und auch über kostengünstige Produkte wie z.B. Tagesgelder, Bundesschatzbriefe und Aktienindexfonds informiert wird.Der Produktvorschlag des Beraters muss in Bezug auf die drei Anlagekriterien bewertet werden. Der Kunde muss über die Kosten über die gesamte Vertragslaufzeit transparent informiert werden.Qualifikationsnachweise des Beraters sind dann ein gutes Zeichen, wenn diese nicht von Produktanbietern stammen.Die Protokollierung des Beratungsgesprächs sollte nach den Spielregeln des Anlegers erfolgen. Was ihm wichtig ist, muss auf jeden Fall festgehalten werden.

Nützlich ist auch ein von den Verbraucherschützern online eingestelltes Musterprotokoll, zu finden unter www.vz-bw.de/musterprotokoll.

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