Madoff-Investmentfonds: Gericht untersagt Klagen der Madoff-Opfer

Madoff-Investmentfonds: Gericht untersagt Klagen der Madoff-Opfer

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Die Niederlassung der Schweizer Bank UBS in Luxembourg

von Heike Schwerdtfeger

Das Luxemburger Handelsgericht verbietet Fondsanlegerklagen gegen die UBS. Dadurch sind sie vom Informationsfluss abgeschnitten und darauf angewiesen, dass ein Liquidator in ihrem Sinne arbeitet.

Die Hängepartie in Sachen Madoff geht weiter: Vor dem Luxemburger Handelsgericht erleiden Anleger, die in den Luxalpha-Investmentfonds investiert haben und ihr Geld durch Madoff-Machenschaften verloren haben, eine Schlappe. Denn die Richter erklärten die Einzelklagen für unzulässig. Anleger hatten gegen die UBS geklagt, weil ihr Geld verloren ist. Die UBS sollte als Depotbank über die Fondsgelder wachen und das Sondervermögen vor unberechtigtem Zugriff schützen. Tatsächlich hat sie es aber auf verschiedene Madoff-Einheiten ausgelagert und damit dem Schneeballsystem des US-Betrügers ausgesetzt.

In der Fondsbranche gingen viele davon aus, dass die UBS ebenso wie HSBC, die für den Investmentfonds Herald-Lux Depotbank war, die Anleger schnell entschädigen würden, um der Branche einen herben Imageverlust und ein langes Gezerre zu ersparen. Der Madoff Skandal kam aber vor 15 Monaten ans Licht und die Hoffnung auf eine schnelle Entschädigung für Anleger schwindet.

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Einige Klägeranwälte wollen das Urteil zwar noch anfechten, denn der von der Luxemburger Fondsaufsicht bestellte Liquidator des Fonds, der  Vermögenswerte zusammenkratzen und den Fonds abwickeln soll, könne durchaus gegen die Depotbank klagen. 

Schlechte Erfahrung mit den Liquidatoren

Die UBS ist also nicht aus dem Schneider. Aber die Anleger sind nur noch indirekt vertreten und auch ihre Anwälte sind vom Informationsfluss weitgehend abgeschnitten. Sie haben dann keinen Einblick mehr in die Verfahrensunterlagen oder in die Verträge. Den Anlegern bleibt nur die Hoffnung, dass sich der Liquidator in ihrer Sache bemüht.

Schlechte Erfahrungen mit Liquidatoren haben aber die Anleger des Herald-Lux-Fonds gemacht, dessen Geld durch Madoff ebenfalls verloren ist. Auch bei ihm wollten die Liquidatoren schon längst gegen die Depotbanktochter von HSBC Klage einreichen. Angekündigt wurde das schon für 2009, aber bis März 2010 ist noch nichts geschehen. Der Ludwigsburger Finanzberater Stephan Wolf engagiert sich bei Protestkundgebungen gegen HSBC beispielsweise auf  Fondsmessen. Er kritisiert, dass die Liquidatoren keinen Druck machen. Auf deren Internetseite gibt es die aktuelleste Information vom Oktober vergangenen Jahres. „Jetzt ruht der See still“, so Wolf. Und genau dieses Schicksal müssen auch die Luxalpha Anleger nach der Schlappe vor Gericht fürchten.

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