Managergehälter: Manager-Boni bald international begrenzt?

Managergehälter: Manager-Boni bald international begrenzt?

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Lohntüte: Die hohe Inflation führt dazu, dass Arbeitnehmer vor dem fünften Reallohn-Minus in Folge stehen.

Finanzminister Peer Steinbrück sagt den Boni-Bankern den Kampf an: Er will die Bonuszahlungen an Manager auf internationaler Ebene regeln. Vorreiter bei der Beschränkung von Managergehältern ist 20 - die G20 könnten bald nachziehen.

Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) will angesichts der Rückkehr exorbitanter Einkünfte (wiwo.de hatte darüber berichtet) in der Bankenbranche das Thema Manager-Bonuszahlungen auf internationaler Ebene regeln.

Die Boni-Frage sollte beim nächsten Treffen der G20-Finanzminister auf die Tagesordnungen gesetzt werden, sagte Steinbrück heute. Mit seiner französischen Kollegin Christine Lagarde habe er vereinbart, an den britischen G20-Gastgeber eine entsprechende Bitte zu richten. Die Pläne in Frankreich zu Manager-Boni würden mit „großer Sympathie Unterstützung“ gesehen, sagte Steinbrück.

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Denn Frankreich geht bei der „Moralisierung des Kapitalismus“ voran und beschränkt nun die Millionenboni für Banker. Auf Druck von Präsident Nicolas Sarkozy sagten die französischen Großbanken gestern ein Bonus-Malus-System bei der Entlohnung ihrer Börsianer zu. Diese sollen künftig auf bis zu zwei Drittel ihrer Boni für erzielte Gewinne verzichten, wenn die Bank in späteren Jahren Verluste macht.

Früherer IWF-Chef als Boni-Kontrolleur

„Es ist möglich, den Finanzkapitalismus zu ändern“, sagte Sarkozy. Er wolle die Regeln auf dem Gipfel in Pittsburgh international durchsetzen. Am kommenden Montag werde er mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesfinanzminister Peer Steinbrück über die Reformen sprechen. Nur ein Drittel der Boni wird künftig sofort ausgezahlt. Der Rest wird über drei Jahre gestreckt. Ein Drittel der verzögert ausgeschütteten Boni wird in Bankaktien gezahlt. Die Börsianer sollen auf noch nicht ausgeschüttete Boni verzichten, wenn ihre Bank Verluste macht.

Sarkozy setzte den früheren Chef des Internationalen Währungsfonds, Michel Camdessus, als Kontrolleur ein, um die Einhaltung der Regeln zu überwachen. „Pittsburgh wird ein entscheidendes Treffen“ für die Regelung der „Boni, die Transparenz und Verantwortung“ auf dem Finanzmarkt, sagte Sarkozy. Die G20 solle die Pariser Regeln der Transparenz beschließen. „Kein Staat hat so präzise und so zwingende Regeln angenommen“ wie Frankreich, sagte der Präsident. Sarkozy regte eine Steuer auf Boni an. Er forderte die G20-Staaten auf, nicht mehr mit Banken zu kooperieren, die die Regeln nicht einhielten.

BNP Paribas wendet Standard ab sofort an

Wenn man nur in Frankreich die Boni begrenze, dann gingen alle Händler in andere Staaten, sagte er. Frankreich werde die Zusammenarbeit mit Banken einstellen, die sich nicht an die Regeln hielten. „Das Problem ist international und muss international behandelt werden“, hatte Sarkozy zuvor erklärt. Die Großbank BNP Paribas erklärte, sie werde den neuen Standard ab sofort anwenden. Außerdem halbierte der Pariser Branchenprimus die Rückstellung für Boni auf 500.000 Euro.

Die Veröffentlichung der Milliardenrückstellung durch die Zeitung „Libération“ hatte in Frankreich Empörung ausgelöst und Sarkozy veranlasst, die Bankiers in den Elyséepalast zu laden. Der Staat werde mit Camdessus die Banken, die Staatshilfe erhielten, ab sofort streng kontrollieren, sagte Sarkozy. Er erinnerte daran, dass der Staat die Banken mit 75 Milliarden Euro Garantien und 20 Milliarden Euro Eigenkapital gestützt habe. „Ich war empört, zu sehen, dass die Lehren aus der Krise von einigen so schnell vergessen werden“, sagte Sarkozy. „Die dürfen nicht weitermachen wie zuvor. Das ist eine Frage der Moral.“

Der Finanzplatz Paris müsse mit gutem Beispiel vorangehen und dürfe bei den neuen Regeln nicht auf die anderen warten. Sonst warteten alle und es geschehe gar nichts. Sarkozy erinnerte die Banken zudem an ihr Versprechen, 2009 rund drei bis vier Prozent mehr Kredite zu vergeben. Tatsächlich stellten die Institute weniger Geld zur Verfügung als 2008. „Bis zum Jahresende müssen die Kredite für die Haushalte und den Mittelstand wieder ausgeweitet werden“, sagte Sarkozy. Die Banken würden zudem 200 Millionen Euro Anteile für einen Fonds zeichnen, der Mittelständler mit Eigenkapital ausstatte./

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