
HB WASHINGTON. Während sich Visa und Mastercard zu Kompromissen bereiterklärten und damit das Verfahren abwendeten, lehnte American Express eine außergerichtliche Einigung ab. Amex-Kunden würden durch das Verfahren benachteiligt, da sie an der Nutzung ihrer Karten gehindert würden, sagte Amex-Chef Kenneth Chenault. Visa und MasterCard betonten, es sei bei ihrer Einigung kein Geld geflossen.
Das Verfahren könnte das Kreditkartengeschäft nachhaltig verändern. Die Anbieter des Plastikgeldes erhalten einen Großteil ihrer Einnahmen über die Gebühren, die sie den Einzelhändlern für die Transaktionen in Rechnung stellen. In der Regel beträgt diese ein bis drei Prozent des jeweiligen Umsatz.
Amex erhebt in der Regel mehr als die branchenüblichen Gebühren. Da Amex-Kunden wohlhabender als die Kunden der Konkurrenz seien und ihre Kreditkarte öfter einsetzten, gleiche das für die Händler die höheren Gebühren wieder aus, argumentiert das American Express.
Insgesamt haben die drei Kredikartenanbieter den Verfahrensunterlagen zufolge im vergangenen Jahr 35 Mrd. Dollar an Gebühren eingesammelt. AmericanExpress-Kunden zahlten Waren im Wert von 420 Mrd. Dollar mit Karte, bei Mastercard waren es 477 Mrd. Dollar und bei Visa 764 Mrd. Dollar.
Händler und Verbraucherschützer begrüßten die Klage des Justizministeriums. Dadurch werde auch in der Kreditkartenbranche Wettbewerb entstehen und schließlich zu geringeren Unkosten für die Verbraucher führen. Wie lange sich das Verfahren hinzieht ist indes ungewiss. Das Ministerium will es so schnell wie möglich über die Bühne bringen. American Express geht jedoch von einer Dauer von mehreren Jahren aus.






















