Methode: 9000 Aktien durchleuchtet

Methode: 9000 Aktien durchleuchtet

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Ein Mann trägt sich in eine Tabelle ein. Foto:REUTERS/Romeo Ranoco

von Stefan Hajek

Die Experten der Boston Consulting Group haben sich wieder auf die Suche nach den ertragreichsten Aktien der Welt begeben. Wie sie vorgingen und wie Ergebnisse in den Tabellen zu lesen sind.

Der Gesamtertrag (linke Spalte) gibt an, wie viel Anleger in den letzten fünf Jahren pro Jahr über Kursgewinne und Dividenden an einer Aktie verdienten. Im zweiten Schritt wollten die BCG-Forscher wissen, aus welchen Quellen sich der Börsenerfolg der besten Aktien speist. Dazu haben sie fünf Werttreiber ermittelt (fett umrahmte Spalten): 1. Umsatzwachstum, 2. Gewinnmargen-Verbesserung, 3. Dividende, 4. Schuldenabbau, 5. Verringerung der Anzahl der Aktien durch Rückkaufprogramme. Ein Minus in den ersten drei Kategorien bedeutet eine Verschlechterung bei Umsatz, Marge, Dividende seit 2006. Die Ausgabe neuer Aktien sowie mehr neue Schulden sind ebenfalls negativ. Dahinter steht folgende Logik: Bei sonst gleichen Bedingungen – gleiche Bewertung des Unternehmens durch die Anleger, gleiche Marge, gleiche Dividende, gleiche Schulden – müsste ein Unternehmen, das Umsatz oder Gewinnmarge verdoppelt, theoretisch auch den Börsenwert verdoppeln. Da dies so gut wie nie der Fall ist, kristallisieren sich über- und unterbewertete Unternehmen heraus.

Launische Anleger

Die Vorliebe der Anleger für bestimmte Aktien schwankt. Das Phänomen spiegelt sich in den fett gedruckten Werten in der sechsten Spalte, der Veränderung der Börsenbewertung, wider. Je nach Börsenphase zahlen Anleger unterschiedlich viel für einen Euro Umsatz und Gewinn. Speist sich der Ertrag ausschließlich aus der gestiegenen Bewertung, ist daher Vorsicht angebracht – Stimmungen können drehen. Bei VW ergibt sich der Gesamtertrag von 34 Prozent pro Jahr seit 2006 so: Das Umsatzwachstum trug sechs Prozentpunkte zum Gesamtertrag bei, die verbesserte Gewinnmarge drei, die Dividenden vier, Kapitalerhöhungen machten einen Prozentpunkt wieder zunichte, der Schuldenabbau trug 14 Punkte bei. Die Börsenbewertung machte 8 Prozentpunkte vom Anlageerfolg aus. Macht in Summe: 6 + 3 + 4 –1 +14 + 8 = 34.

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