Milliardenzusagen: Feuer der Finanzkrise brennt trotz US-Hilfspaket weiter

Milliardenzusagen: Feuer der Finanzkrise brennt trotz US-Hilfspaket weiter

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Börsenhändler in New York: Das Hilfspaket der US-Regierung für die beiden Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac konnte die Märkte heute nicht beruhigen.

Mit weitreichenden Zugeständnissen für die US-Hypothekenriesen Fannie Mae und Freddie Mac versucht die US-Regierung die Märkte zu beruhigen. Doch das Vertrauen der Märkte in die US-Wirtschaft bleibt brüchig, wie auch der heutige Rekordstand des Euro zeigt. Für US-Finanzminister Henry Paulson ist die Rettungsaktion eine Feuerteufe: Ein Zusammenbruch von Fannie und Freddie ist jetzt zwar unwahrscheinlich –aber die Zukunft der Finanzierer ist weiterhin unsicher.

So rasch kann es gehen, wenn die tragenden Säulen des US-Hypothekenmarktes zu wanken beginnen: Nach dem Zusammenbruch der US-Hypothekenbank Indymac am vergangenen Wochenende schnürten US-Regierung und Notenbank gestern ein großzügiges Nothilfe-Paket für die beiden landesgrößten Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac.

Die drastischen Maßnahmen verdeutlichen den Ernst der Lage: US-Finanzminister Henry Paulson kündigte an, den Kreditrahmen für die beiden Branchenführer von derzeit 2,25 Milliarden Dollar vorübergehend anzuheben. Zudem will die Regierung auch erstmals Anteile der staatlich geförderten Unternehmen kaufen. An eine Verstaatlichung sei aber nicht gedacht, betonte Paulson.

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Auch Ben Bernanke, Chef der US-Notenbank Fed, gab sich gestern spendabel: Die Fed bot Fannie und Freddie für eine Notfall-Finanzspritze Zugang zu ihrem Diskont-Kreditprogramm an, an dem eigentlich nur reguläre Geschäftsbanken teilnehmen können.

Märkte weiterhin in Aufruhr

Mit dem Hilfsangebot versuchten Regierung und Notenbank die Märkte nach den neuesten Turbulenzen im Zuge der Kreditkrise zu beruhigen. In den letzten Tagen hatte sich Lage nochmals zugespitzt: Der Zusammenbruch der Hypothekenbank IndyMac am Wochenende ist die größte Bankenpleite in den USA seit rund einem Vierteljahrhundert.

Bei Fannie Mae und Freddie Mac steht viel auf dem Spiel: Die beiden Hypothekenfinanzierer stehen für mehr als die Hälfte aller amerikanischen Hypotheken gerade. In ihrer Bilanz stehen Schulden in Höhe von fast sechs Billionen Dollar.

Doch die erhoffte Ruhe ist noch nicht eingekehrt: Der Euro stieg heute zeitweise auf ein neues Rekordhoch von 1,6038 Dollar, der Dax fiel heute zeitweise um bis zu 3,1 Prozent auf 6056 Zähler. Analysten zufolge bleibt ist das Vertrauen in die US-Finanzbranche trotz des jüngsten Rettungspakets gering.

Deutschland kaum betroffen

Die gute Nachricht für Deutschland: Der Sturm der US-Finanzmärkte dürfte hierzulande kaum zu spüren sein. Nach Einschätzung des Konjunkturexperten David Milliker spielt die US-Kreditkrise für die deutsche Wirtschaft kaum eine Rolle.

"Den hohen Ölpreis und die schwächelnde US-Konjunktur halte ich für viel bedrohlicher“, sagte der Chefvolkswirt von Union Investment heute „Frankfurter Rundschau“. Deutsche Banken werden in absehbarer Zeit Schwierigkeiten haben, eine 25-prozentige Eigenkapitalrendite zu erwirtschaften. "Mit Bankaktien verdienen wir künftig weniger Geld“, prophezeite Milliker.

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