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Nestlé: Volle Kassen, dicke Gewinne

Auf den ersten Blick paradox: Da strotzt ein Konzern wie Nestlé so vor Geld, dass er in den nächsten drei Jahren für 25 Milliarden Schweizer Franken eigene Aktien zurückkaufen will. Und die Ratingagenturen watschen ihn mit schlechteren Noten ab. Der Grund: Wenn Nestlé das Programm durchzieht, könnten die Schulden steigen.

Zumindest an der Börse kommt der anvisierte Großrückkauf gut an. Erstens stehen damit auf absehbare Zeit keine kostspieligen Übernahmen auf dem Programm; zweitens erhöht es rein rechnerisch den Gewinn je Aktie, und drittens signalisiert es, dass die Schweizer in Zukunft mehr Wert auf die Belange ihrer Investoren legen. Und mit einer AA-Bonität – vergeben etwa von Standard & Poor’s – hat Nestlé nach wie vor ein Top-Rating. Leisten können sich die Schweizer die Rückkäufe durchaus. Das Geschäft läuft glänzend: Der größte Nahrungsmittelhersteller der Welt verdiente mit 4,9 Milliarden Franken im ersten Halbjahr 18,4 Prozent mehr als im Vorjahresvergleich. Umso bemerkenswerter in Anbetracht steigender Preise für Rohstoffe wie Zucker, Milch oder Getreide. Doch zum einen spiegelt sich darin vor allem der anziehende Bedarf der Schwellenländer wider – das kommt Nestlé zugute. Zum anderen fällt es den Schweizern dank Marktmacht nicht schwer, die gestiegenen Einkaufskosten auf die Kunden überzuwälzen. In diesem Jahr setzte Nestlé die Preise bisher um mehr als zwei Prozent hoch – noch bevor Weizen, Zucker und Milch teurer wurden. Und schon erhöhte sich im ersten Halbjahr die Vorsteuermarge auf 13,5 Prozent. Um gegen alle Eventualitäten gewappnet zu sein, sichert sich Nestlé durch Finanzgeschäfte gegen Rohstoffrisiken. 2007 dürfe Nestlé zum ersten Mal in seiner Geschichte mehr als 100 Milliarden Franken Umsatz machen. Dank besagter Margen sollte der Gewinn dabei zweistellig zulegen. Nestlé-Aktien (Börsenwert 380 Milliarden Franken) sind in unsicheren Börsenzeiten ein Investment auf Jahre hinaus. Und sollten die Schweizer sich eines Tages doch von ihrer Mehrheit am Medizintechniker Alcon trennen, käme noch mehr Geld in die Kasse. An der Börse ist das 76-prozentige Alcon-Paket von Nestlé 23 Milliarden Euro wert.

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