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Neue Spielregeln für Managergehälter: "Angemessene" Vergütungen für Vorstände

von dpa, rtr und ap

Immer wieder ein Aufreger: Banken, die Staatsmilliarden benötigen und ihre Manager gleichzeitig mit Bonus-Zahlungen belohnen. Damit soll jetzt Schluss sein: Ein neues Gesetz regelt jetzt die Vorstandsvergütungen - allerdings nicht sehr konkret. wiwo.de erklärt die wichtigsten Neuregelungen im Überblick.

Die Spitzenmanager der 30 deutschen Dax-Unternehmen haben im Krisenjahr 2008 im Durchschnitt ein Fünftel weniger verdient.

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Aber eben nur im Durchschnitt: Ein Drittel der Konzerne zahlte ihren Vorständen höhere Bezüge aus, ergab eine Untersuchung der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) aus Frankfurt. Dies passe nicht zur allgemeinen wirtschaftlichen Lage, kritisierte die Aktionärsvereinigung.

"Manche Aufsichtsräte und Manager leben in einer anderen Welt. Die haben den Knall nicht gehört."

Nach den Gehaltskürzungen lagen die Vorstandsgehälter damit auf dem Niveau des Jahres 2005.

Alle Dax-Vorstände zusammen kamen auf Gehälter in Höhe von 440,6 Millionen Euro, 2007 waren es noch 583,2 Millionen Euro. "Man merkt hier schon ganz klar die Anpassung an die schwierige wirtschaftliche Situation der Unternehmen", sagte SdK-Vorstand Daniel Bauer.

Immer wieder kritisiert Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hohe Bonuszahlungen für Bank-Manager in Krisenzeiten scharf.

Es gehe nicht an, dass auch noch der Steuerzahler solche Boni über die Abzugsfähigkeit dieser Zahlungen als Betriebsausgaben voll mitfinanziere, sagte der Minister der "Neuen Presse". "Das muss geändert werden", forderte der SPD-Politiker.

Steinbrück nannte es ärgerlich und unverständlich, dass die Unionsparteien der Forderung seiner Partei nicht gefolgt seien, die steuerliche Abzugsfähigkeit zu begrenzen. Steinbrück kritisierte aber auch die Aufsichtsräte und Manager wegen solcher Bonus-Vereinbarungen, die die Menschen nicht verstünden. "Manche Aufsichtsräte und Manager leben in einer anderen Welt. Die haben den Knall nicht gehört."

Aber der Gesetzgeber glaubt schon länger nicht mehr an freiwillige Gehaltsanpassungen in der Wirtschaft.

Deshalb hat der Bundestag ein Gesetz zur den Vorstandsvergütungen verabschiedet, um die regelmäßige Überprüfung und Anpassung der Vorstandsgehälter - orientiert an längerfristigen Entwicklungen der Unternehmen und Märkte sowie an den Leistungen der Manager - zu regeln.

Herausgekommen ist das VorstAG, das Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung. Es ist gestern, am 5. August 2009, in Kraft getreten.

Ziel des Gesetzgebers war es, die in der Öffentlichkeit lautstark kritisierten Boni zu begrenzen. Aber auch die Möglichkeiten der Aufsichtsräte, Gehälter sowie Übergangs- und Ruhegelder zu kürzen, erweitert das VorstAG.

Das Gehalt eines Vorstandes setzt sich üblicherweise aus einem festen Grundgehalt und variablen, meist erfolgsabhängigen Bestandteilen (Boni) zusammen. 2008 lag der Anteil des fixen Gehalts der SdK zufolge bei knapp einem Drittel. Im Durchschnitt standen bei einem Vorstandschef 3,8 Millionen Euro auf dem Gehaltszettel, ein einfacher Vorstand strich etwa 2,1 Millionen Euro ein.

7 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 07.08.2009, 18:49 UhrAnonymer Benutzer: bbe

    Wenn die Manager immer glauben ihre guten Kontakte oder ihr Netzwerk ist so außerordentlich wichtig, dass diese Millionengehälter gerechtfertigt sind, liegen sie völlig daneben. Ein gutes Produkt brauch keine Netzwerke. Ein gutes Produkt verkauft sich von selbst. Wenn ich ein gutes Produkt auf dem Markt anbiete, finden sich auch Abnehmer, vorausgesetzt es ist eine Nachfrage für dieses Produkt da. Nur schlechte Produkte oder schlechte Geschäfte brauchen Netzwerke und deshalb haben wir diese Wirtschaftskrise. Weil zuviele schlechte Geschäfte abgeschlossen wurden aufgrund zuvieler Netzwerke. Nach dem Motto nimm meine faulen Eier, dann kauf ich deine faulen Eier und jeder bekommt noch ein oder fünf Milliönchen in die eigene Tasche. So blutet man Firmen aus. Deshalb weg mit diesen Netzwerk-Managern hin zu intelligent und menschlich handelnde Unternehmer. Wir brauchen neue und junge unternehmergeführte Firmen. Last diese großen Daxfirmen doch den bach runter gehen, dann entstehen neue Märkte und neue Firmen.

  • 07.08.2009, 17:16 UhrAnonymer Benutzer: Hägar Schmidt

    @Kurt: Richtig. Es läßt sich mit keiner rationalen Denke erklären, warum ein angestellter Manager Millionen verdienen soll. Nicht einmal sein/ihr persönliches Netzwerk ist so viel wert. Die "Leistung" ist hier um Größenordnungen niedriger als das, was vorgegaukelt wird. Es gibt interessante Untersuchungen, die zeigen, dass der Erfolg eines Unternehmens schlecht mit der Person des Vorstandsvorsitzenden korreliert. ich persönlich glaube,dass diese Untersuchungen viel Aufmerksamkeit verdienen.

    Die karrieristische Denke "ich werde reicher Manager" ist absurd, unternehmensschädigend, und richtet bei den Aktionären in unregelmäßigen Zeitabständen wiederholt gigantischen Schaden an.

  • 07.08.2009, 10:35 UhrAnonymer Benutzer: Kurt

    Was spricht dagegen, dass unsere Führungskräft sich einfach nur an die Regeln halten, die sie selbst für uns aufgestellt haben? Manager sind Angestellte. Nicht mehr und nicht weniger. Und da so gut wie keiner von denen eigenes Geld mitbringt, oder wirklich ein Risiko trägt, müssten sie auch niedriger bezahlt werden. Sozial gerecht wäre z. b. höchstens das 20fache der niedrigsten Lohnstufe, die das Unternehmen seinen bediensteten zahlt. Und kommt mir jetzt nicht mit Neidgesellschaft. Jedem, der wirklich selber mit eigenem Geld oder Risiko was aufzieht, z. b. Aldi, Warren buffet etc., dem sei sein Riesenverdienst gegönnt. Aber allen anderen, einschließlich Politikern, muss man klar machen, dass sie leitende Angestellte eines Unternehmens, bzw. ihres Volkes sind. Und dass man für weniger Geld keine Topleute kriegt ist auch vorgeschoben, da die meisten Firmen und Ministerien eh genügend Fachleute beschäftigen mit deren beratung (fast) jeder eine Firma oder ein Ministerium leiten kann. Wenn wirklich gut gearbeitet wurde spricht ja auch nichts gegen einen bonus am Ende der Amtszeit.

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