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Notenbanken: Die Verlierer sind die Sparer

von Anne Kunz

Die Notenbanken entschulden die Staaten durch negative Realzinsen. Die Verlierer sind die Gläubiger der Länder - und die Sparer.

Anne Kunz Quelle: Frank Schemmann für WirtschaftsWoche
Anne Kunz Quelle: Frank Schemmann für WirtschaftsWoche

Kennen Sie den Twist, den Tanz für Menschen mit Gummibeinen aus den Sechzigerjahren? Ben Bernanke, der Chef der US-Notenbank, hat ihn in der vergangenen Woche aufleben lassen. Allerdings nicht auf dem Tanzparkett, sondern in der Geldpolitik. In Anlehnung an eine geldpolitische Operation in den Sechzigern hat Bernanke angekündigt, die Fed werde bis Mitte kommenden Jahres für 400 Milliarden Dollar Staatsanleihen mit Laufzeiten von unter drei Jahren verkaufen – und den Erlös in langfristige US-Staatsanleihen mit Laufzeiten von 6 bis 30 Jahren investieren. Außerdem will er die Rückzahlungen aus hypothekenbesicherten Wertpapieren (MBS) in den Kauf neuer MBS stecken. Das Ziel: Die langfristigen Zinsen für Unternehmens- und Baukredite sollen sinken, die Investitionen anspringen.

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Doch die Aktion Twist hat mehr Nach- als Vorteile: So holt sich die Fed mit dem Kauf neuer MBS nicht nur hohe Risiken in die Bilanz. Der Tausch von kurz- in langfristige Staatsanleihen verhindert auch, dass die Bilanz durch das Auslaufen der Anleihen rasch wieder schrumpft. Konjunkturell dürfte die Aktion zudem kaum etwas bringen. Denn schon jetzt ist der Zins für zehnjährige Bonds von weniger als zwei Prozent eine Stütze für Investitionen. Sollte sich die US-Konjunktur weiter eintrüben, dürfte die Fed dennoch weiter aufs Gaspedal drücken. So könnte sie den Zins für Überschussreserven, die die Geschäftsbanken bei ihr anlegen, senken. Auch der erneute Ankauf von Staatsanleihen (QE3) ist wahrscheinlich. Letzteres würde noch mehr Zentralbankgeld in die Märkte pumpen.

Mit seinen Lockerungsübungen steht Amerika nicht allein da. In der vergangenen Woche deutete auch die Bank von England an, dass sie trotz der hohen Inflationsrate von 4,5 Prozent den Kauf von Staatsanleihen ins Auge fasst.

Es geht runter

Und in der Euro-Zone? Hier dürfte der Zinserhöhungszyklus nach nur zwei Trippelschritten nach oben bereits zu Ende sein. Zu düster sind die Aussichten für die Konjunktur, zu groß die Risiken einer Zuspitzung der Staatsschuldenkrise. Beobachter gehen davon aus, dass der nächste Schritt der Frankfurter Währungshüter nach unten geht.

Anleger und Sparer müssen sich darauf einstellen, dass die Zinsen noch jahrelang niedrig bleiben. Kombiniert mit Inflationsraten zwischen drei und fünf Prozent könnten die Realzinsen unter der Null-Prozent-Marke verharren. Schon einmal, in den zehn Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg, haben die Regierungen und Notenbanker der Industrieländer mit Hilfe negativer Realzinsen die Staatsschulden von 90 auf 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gedrückt. Nun streben sie eine ähnliche Entwicklung an. Die US-Ökonomin Carmen Reinhart hat diese Strategie als finanzielle Repression bezeichnet. Zu Recht. Denn die Verlierer der Aktion sind die Sparer und Gläubiger der Staaten, die durch negative Realzinsen enteignet werden.

20 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 16.10.2011, 23:18 UhrAnonymer Benutzer: August der Starke

    @ Zyniker, @ Jenny
    ihr habt vollkommen Recht ! Der Deutsche Steuerzahler zahlt innerhalb
    von zehn Jhren ein weiters mal durch Enteignung sprich halbierung seier Einkommen und Ersparnisse.
    Die Politkaste lebet weiter in saus und braus, die haben Null Konzept und Null Ahnung, decken die banksterkasten mit allen Mitteln.
    Weg mit diesem "Gesindel und Gesockse"!

  • 05.10.2011, 09:14 UhrAnonymer Benutzer: Man

    kann dieses jaschfahles Gesicht einfach nicht mehr
    sehen.
    Zum Glück scheint die Wende eingeleutet wenn selbst schon ein investor Sorros sich auf die Seite junger
    amerikanischen Wall- Street Demonstranten schlägt,
    ein Herr Roubini nach einer 2 billion bazoka für Europa
    ruft (obwohl er vermutlich weis, dass selbst eine solche
    Summe für die Rettung der PiiGS und dieser Zwangs-
    währung nicht ausreichen wird, ein Herr Trichet nach
    dem sauberen Kollegen DSK dem Ruhestand entgegen-
    sehnt und eine Frau Reiss unter Protest eine UN- Versammlung verlässt in der ihr die Ansicht der Gesandten
    von China und Russland nicht passt. Die Ansichten
    eines Herrn Profalla und seiner Damen sind iin diesem Zusammenhang zum Glück nicht wedentlich Da gibt
    es ja den deutsch bombenfets begrenzt festgezurrten
    Rettungsschirm für das arme griechische Volk dass
    sich gerade heute wieder zur Wehrs vor dem hoch
    Ummmauerten Volksparlament sammelt. Man fragt sich
    nur noc: Warum ? Wer sind die Hintermänner ? Wann
    mangelt es dem ersten von ihnen an Luft ? Man hat
    das Gefühl, es kann nicht mehr lange dauern.

  • 29.09.2011, 17:42 UhrAnonymer Benutzer: noch etwas genauer

    Verlierer sind alle mit Eigentum. Wer ertwas besitzt, ist nach dem Verständnis der Gutmenschen (diese gibt es inzwischen auch zunehmend in der CDU) kriminell. Rechtschaffen und damit Gewinner in diesem System ist derjenige der nichts besitzt und auch nichts tut.
    Den wer etwas leistet, ist entweder blöde oder er hat mehr, als der der nichts leistet. Und dann ist er ein Verbrecher ! Leute, hatlet euch einfach an die Regeln, der Wohlstand fällt vom Gutmenschen-Himmel, wer das nicht erkennt, hat ein Wahrnehmungsproblem.

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