Öko-Banken: Grünes Geld wird immer beliebter

Öko-Banken: Grünes Geld wird immer beliebter

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Immer mehr Deutsche gehen zu ökologischen Geldinstituten wie der Umweltbank.

Während die meisten Banken in der Finanzkrise heftig ins Straucheln geraten, können die Öko-Banken profitieren: Die GLS Bank, die Umweltbank und die Ethikbank verzeichnen ein rasantes Wachstum. Ein genauer Vergleich lohnt.

Das außergewöhnliche Geschäftsmodell manifestiert sich schon im Namen: Sie heißen Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken, Ethikbank und Umweltbank. Lange Zeit wurden sie von den Großbanken bestenfalls belächelt, wenn nicht gar komplett ignoriert. Doch seit Ausbruch der Finanzkrise verzeichnen die ökologisch und sozial orientierten Nischenbanken einen regelrechten Kundenansturm.

Der Grund: Während sich die klassischen Institute an den internationalen Finanzmärkten mit spekulativen Produkten mächtig verzockt haben, liegt der Schwerpunkt der grünen Nischenbanken im klassischen Kreditgeschäft. Das bringt  weniger Rendite, gibt den Kunden aber mehr Sicherheit – oder zumindest das Gefühl davon. Zudem wirtschaften die Ökobanken vergleichsweise transparent. Doch bei nicht allen Instituten sind die angelegten Gelder im gleichen Maße geschützt. Es lohnt sich ein genauer Vergleich.

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Die 1974 von Anthroposophen gegründete GLS-Bank in Bochum konnte im Krisenjahr 2008 etwa 7000 neue Kunden anlocken und hat nun 62.000 Kunden. „Die Telefone stehen bei uns nicht mehr still“, sagt Christof Lützel, Sprecher der GLS Bank. „Unsere Abteilung, die die Kontoeröffnungen bearbeitet, hat über Wochen auch samstags, teils sogar sonntags gearbeitet.“

GLS Bank bleibt auch für 2009 optimistisch

Die Bilanzsumme stieg im vergangenen Jahr um über 27 Prozent und knackte erstmals die Marke von einer Milliarde Euro. Damit ist die GLS Bank aber immer noch sehr klein. Zum Vergleich: Die Deutsche Bank hat eine Bilanzsumme von über zwei Billionen Euro.

Die GLS Bank verspricht, dass das Geld ihrer Kunden ausschließlich in ökologische, soziale oder kulturelle Projekte investiert wird. Bisher ist das Institut damit sicher durch die Finanzkrise gekommen. „Wir hatten im Kreditbereich 2008 keine nennenswerten Ausfälle und nichts deutet darauf hin, dass das 2009 anders sein wird“, sagt der GLS-Sprecher.  

Die Bochumer Bank gibt sich sehr transparent. Kein anderes Institut legt sein Geschäftsgebahren so detailliert offen: Auf der Homepage wird genau aufgelistet, an welche Solarfirmen oder Biohöfe Kredite geflossen sind. Nur private Kreditnehmer sind von der Veröffentlichung ausgenommen. Die Bank gibt auch an, in welche Aktien und Anleihen sie Geld investiert hat. 

Die GLS Bank ist dem Verband und der Sicherungseinrichtung der Volks- und Raiffeisenbanken angeschlossen. Alle Kundeneinlagen bei der GLS Bank sind damit in vollem Umfang geschützt. Der Nachteil des Bochumer Instituts: Die Anlagekonditionen sind recht bescheiden. So gibt es etwa für Tagesgeld erst ab einem Anlagebetrag von 10.000 Euro 1,75 Prozent Zinsen. Wer weniger anlegt, geht leer aus.

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