Öl-Katastrophe: Vorbei mit lax und lässig

KommentarÖl-Katastrophe: Vorbei mit lax und lässig

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Greenpeace-Aktivisten platzieren eine Fahne mit der Aufschrift bp british polluters (britische Umweltverschmutzer) an einem Balkon der BP Zentrale in London

von Andreas Henry

Das Umweltdesaster im Golf von Mexiko hat Auswirkungen, die weit über BP und die Ölindustrie hinausgehen.

Seit nunmehr fast sieben Wochen kämpfen vor der Küste von Louisiana Ingenieure von BP mit Hilfe von Unterwasserrobotern verzweifelt darum, endlich das ausströmende Rohöl zu stoppen. Mittlerweile ist das Ausmaß der Umweltkatastrophe unübersehbar, BP droht die Zerschlagung oder eine Übernahme. Institutionelle Anleger müssen befürchten, dass die bislang üppige Dividende ausfallen könnte.

Um mindestens eine Kürzung der Auszahlung an Aktionäre wird BP nicht herum kommen, seit US-Politiker öffentlich fordern, die Dividendenzahlung einzustellen, solange nicht jeder Ölklumpen an den Stränden der US-Küsten eingesammelt ist. US-Präsident Barack Obama forderte indirekt sogar den Rauswurf von BP-Vorstandschef Tony Hayward, weil der im Mai zunächst versucht hatte, die Umweltschäden klein zu reden.

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Zur gleichen Zeit bemühten sich ebenso vergeblich die Ölindustrie-Analysten der Banken und institutionellen Großanleger darum, eine andere Flut einzudämmen – die der Verkaufsaufträge für BP-Aktien. Seit der Explosion am 20. April auf der Bohrplattform Deepwater Horizon verlor die BP-Aktie rund 40 Prozent ihres Wertes, fast 50 Milliarden britische Pfund Anlegerkapital wurden bisher vernichtet. Das ist deutlich mehr als der bislang geschätzte Schaden. Doch alle Schätzungen über die möglichen Kosten für die Beseitigung der Umweltschäden sollte man ohnehin nur mit großer Vorsicht genießen.

Der Blick auf die Analystenempfehlungen seit Beginn der Katastrophe offenbart peinliches Kollektivversagen. Von 37 beim Informationsdienst Bloomberg gelisteten Experten, die nach dem 20. April frische BP-Analysen heraus gaben, stellte niemand den Wert frühzeitig auf Verkauf, fast alle hielten stur ihre Kaufempfehlungen bei. Einige Analysten priesen kurz nach der Explosion die Aktie sogar ausdrücklich als gute Kaufgelegenheit an. Wer auf sie hörte, hat kräftig Verluste erlitten.

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