Offene Immobilienfonds: Vom Bock zum Gärtner: Maklerpool gegen Immofonds

KommentarOffene Immobilienfonds: Vom Bock zum Gärtner: Maklerpool gegen Immofonds

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WirtschaftsWoche-Redakteurin Heike Schwerdtfeger

von Heike Schwerdtfeger

Die Sommerpause am Immobilienmarkt legt offene Immobilienfonds lahm. Viele bleiben weiterhin geschlossen, und bei manchem bringen sich jetzt die Rechtsanwälte in Stellung.

Der Immobilienmarkt sei wie ein Elefant, hat mal ein Fondsmanager gesagt: sehr langlebig, aber sensibel und nachtragend. Fehler könnten nur langsam ausgebügelt werden. Das merken jetzt viele Immobilienfondsanbieter, die Geld benötigen, um ihre Anleger irgendwann auszuzahlen. Aktuell sind immer noch neun Fonds und 29 Milliarden Euro Anlegergelder eingefroren.

Am schlimmsten dran sind Anleger des Morgan Stanley P2 Value, der schon seit Oktober 2008 geschlossen ist und binnen zwölf Monaten nach dramatischen Abwertungen der Immobilien 20 Prozent seines Wertes verloren hat. Der Fonds wird kaum wieder auf die Beine kommen.

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Als Retter aufgeplustert

Das ist ein echter Aufreger, und wie immer, wenn die Wut der Anleger steigt, stehen auch schon Anwälte bereit, die

Hilfe versprechen. Als selbst ernannter Retter der Anleger plustert sich der Bad Homburger Maklerpool BCA auf. Seine Unterstützung besteht zwar nur darin, seinen Kunden die Kanzleien Nieding + Barth sowie Tilp Rechtsanwälte zu empfehlen. Beide verfügten „über umfassende Erfahrungen im Handling großer Schadensfälle“. Ziel sei ein außergerichtlicher Vergleich mit Morgan Stanley, heißt es wichtigtuerisch in einer BCA-Pressemitteilung.

BCA kann sich erst mal an die eigene Nase fassen, denn die Berater haben verkauft, was ihnen BCA auf die Theke gelegt hat – eben auch den P2. Wenn Anleger wegen fehlerhafter Beratung klagen würden, dann wäre mitunter auch BCA als Anbieter eines Haftungsdaches dran. Kein Wunder, dass die Anleger auf Morgan Stanley gehetzt werden.

Fassaden putzen in der Flaute

Die Anbieter der anderen acht eingefrorenen Fonds ziehen sich unter Schutzschilde zurück. In der Sommerflaute können sie die Fassaden putzen und Verkaufsprospekte aufhübschen – potenzielle Nachfrager sind im Urlaub. Vielleicht werde es im Herbst Verkäufe geben, hoffen die Anbieter und halten die Gelder ihrer Anleger erst mal bis nach den Ferien fest und dann gleich für weitere neun Monate – diese Zeitspanne dürfen sie laut Gesetz ausschöpfen. Nach KanAm hat nun auch die SEB für den Immoinvest nach dreimonatiger Aussetzung eine weitere Verlängerung bis Mai 2011 angekündigt. Begründet wird das immer noch damit, dass der Gesetzgeber bei der Neuregelung zu offenen Immobilienfonds nicht endgültig zu Potte gekommen sei und dadurch Anleger verunsichert wären. Die Fonds gewinnen jetzt Zeit. Und wenn der Gesetzgeber im kommenden Jahr vielleicht für Klarheit gesorgt haben sollte und sich vielleicht die dunklen Wolken über dem Büromarkt verzogen haben, kehrt dann endlich Ruhe ein – wie bei dösenden Dickhäutern.

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