Online-Banken: Zinsen, Service, Sicherheit: Das Beste für Ihr Geld

Online-Banken: Zinsen, Service, Sicherheit: Das Beste für Ihr Geld

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Die Durchschnittspreise für Aktienorders der deutschen Online-Banken fielen im Juli auf ein historisches Tief (Klicken Sie auf die Grafik für eine erweiterte Ansicht)

In der Finanzkrise brauchen Banken dringend Spareinlagen. Online-Banken und Filialen überbieten sich mit hohen Zinsen – und Gebühren bröckeln. Wo Anleger am meisten für ihr Geld bekommen, wo Gefahren drohen.

Der Mitarbeiter der Düsseldorfer Commerzbank-Filiale staunte nicht schlecht über die resolute ältere Dame, die sich da vergangenen Mittwoch vor seinem Schalter aufbaute. Ohne weitere Umschweife zog die Rentnerin einen Papier-Ausdruck der Commerzbank-Internet-Seite aus ihrer Handtasche und hielt ihn dem verdutzten Banker unter die Nase. „5,2 Prozent Zinsen für ein Jahr – nur für Neukunden“, las sie ihm vor, „und mich als treue Kundin speisen Sie mit weniger als der Hälfte ab?“

Deutschlands Bankkunden lassen sich immer seltener mit Mager-Zinsen vertrösten. Angeschoben von aggressiven ausländischen Neulingen wie der isländischen Kaupthing- oder der indischen ICICI Bank, dreht sich im deutschen Privatkundengeschäft derzeit die Zinsschraube.

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Die Banken stocken ihre Tages- und Festgeld-Sätze kräftig auf – zumindest für Neukunden. So bietet die Münchner DAB Bank neuen Kunden bis zum 31. Dezember 5,0 Prozent Zins aufs Tagesgeld. Ebenso viel bekommt, wer zum Nürnberger Konkurrenten CortalConsors oder zur Comdirect wechselt. Die Angebote gelten allerdings fast immer nur für begrenzte Zeit. Nach sechs, spätestens zwölf Monaten sinken die Zinsen für die dann nicht mehr ganz so neuen Kunden. Doch die Banken bringen mit ihren Zinsködern viele ihrer alten Bestandskunden erst auf den Geschmack. „Die bekommen das natürlich auch mit“, sagt Anja Peters vom Kompetenzzentrum für Retail-Banking an der Uni Regensburg, „sie verlangen immer häufiger bessere Zinsen auch für sich.“ Und sie haben damit immer öfter auch Erfolg.

„Wer mit seiner Bank verhandelt, kann derzeit fast immer deutlich mehr Zinsen auf Tages- oder Festgeld herausholen, als die Standard-Angebote hergäben“, sagt Niels Nauhauser, Experte für Banken und Kredite bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Nicht nur die Online-Banken überbieten sich mit höheren Zinsen. Auch von den klassischen Filialinstituten, von Sparkassen und Raiffeisenbanken werden Sparer hofiert wie nie. 5,2 Prozent Zins auf Termingeld für ein Jahr zahlt die Commerzbank, 5,0 die Deutsche Bank.

Banken am Rand ihrer Belastbarkeit

Dabei war das Massengeschäft mit den Privatkunden den Banken lange eher lästig. Filialen wurden geschlossen, Überweisungen und Festgeldkonten nach Möglichkeit ins Internet verlagert. „Das Privatkundengeschäft ist mit hohen Fixkosten verbunden; im Investmentbanking sind die Margen in guten Zeiten sehr viel höher“, sagt Stefan Schön, Experte für Finanzdienstleistungen bei der Unternehmensberatung Steria Mummert in Hamburg. Doch die fetten Jahre sind vorbei, seit vor gut einem Jahr faule US-Hypothekenpapiere die Institute weltweit in die Finanzkrise trieben. „Mit dem Einbruch des Investmentbanking ist das Privatkundengeschäft plötzlich zu einem der wichtigsten Umsatzbringer für die Banken geworden“, sagt Schön.

Die Finanzkrise fördert auch aus einem zweiten Grund die Rückbesinnung auf die Privatkunden: Um ihr Kerngeschäft – Kredite vergeben – gewinnbringend betreiben zu können, müssen sich Banken laufend refinanzieren. Im Normalfall leihen sie sich, vereinfacht gesagt, günstig Geld, das sie teurer an ihre Kreditkunden verleihen. So erwirtschaften sie Gewinne. In der Kreditkrise aber sind die Kosten für die herkömmlichen Instrumente zur Refinanzierung – Interbanken-Kredite oder die Ausgabe von unbesicherten Schuldverschreibungen – nun erheblich gestiegen. Der Markt für forderungsbesicherte Kredite (Asset Backed Securities, ABS) und Pfandbriefe, ebenfalls wichtige Finanzquellen der Institute, ist nahezu ausgetrocknet.

„Sich zu refinanzieren ist durch die Kreditkrise für die Banken derart teuer geworden, dass selbst hohe Lock-Zinsen von knapp fünf Prozent für Tagesgeld aus ihrer Sicht oft das kleinere Übel darstellen“, sagt Philipp Häßler, Banken-Analyst bei Equinet in Frankfurt. Derzeit müssen die Banken hohe Risikoaufschläge für ihre Bonds bezahlen, bis zu 70 Basispunkte mehr als den Interbanken-Satz (Euribor) von derzeit 4,96 Prozent für das Drei-Monats-Geld, aktuell also bis zu 5,66 Prozent. Häßler: „Der Interbanken-Kreditmarkt läuft im besten Falle zäh, da sind frische Tagesgeld-Einlagen der Privatsparer oft der beste Weg, an neues Geld zu kommen.“

„Am Interbanken-Markt müssen wir für unsere Bonds schon 5,4 Prozent Zinsen bieten, da kann ich genauso gut dem Privatkunden 5,1 oder 5,2 Prozent geben“, sagt der Vorstand einer Online-Bank. Das Einlagengeschäft mit Privatkunden hat für die Banken auch den Vorteil, dass es weniger schwankt als die Konditionen am Interbanken-Markt. „Diese 5,1 Prozent sind dann für zwölf Monate fix. Sie können sich wenigstens nicht weiter verteuern“, erklärt der Vorstand. Den privaten Kunden kann das egal sein. „Sie sind die eindeutigen Nutznießer des härteren Konkurrenzkampfes um die privaten Spargroschen“, sagt Schön.

Am aggressivsten gehen dabei ausländische Anbieter wie die isländische Kaupthing-Bank vor; sie bietet derzeit auf Tagesgeld sogar 5,65 Prozent Zinsen. Anscheinend haben die Isländer frische Einlagen am dringendsten nötig. Von den Ratingagenturen waren sie kürzlich wegen ihrer immer dünneren Einlagendecke gerügt worden. Das war die Gelbe Karte. Die Rote – eine Herabstufung der Bonität – würde die Refinanzierungskosten noch weit drastischer steigen lassen als ohnedies schon der Fall. „Um Herabstufungen zu verhindern, müssen die nordischen Institute dringend an neue Kundengelder“, vermutet ein Analyst.

Mit ihren hohen Lockzinsen gehen die Banken teilweise an den Rand ihrer Belastbarkeit. Sie bringen zwar die benötigten Einlagen in die Bilanz, Geld verdienen lässt sich damit aber nicht. „Zinsen von 5,1 oder 5,2 Prozent sind ein Draufzahlgeschäft; dieses Geld muss an anderer Stelle wieder hereingeholt werden“, sagt Peer Teske, Vorstand der Hamburger Netbank.

Anleger sollten zweimal überlegen

Doch auch das ist nicht mehr so einfach. Denn nicht nur die Zinsen auf Tages- und Festgeld steigen. Auch teure Gehaltskonten und Depots gehören weitgehend der Vergangenheit an. Auch die Gebühren für Aktienorders gehen zurück – erstmals seit zwei Jahren wieder deutlich, nachdem sie zuletzt stagniert hatten. „Vor allem im Massenmarkt, also bei den Durchschnittsanlegern mit weniger als zehn Aktiengeschäften pro Monat und Volumina von jeweils unter 10.000 Euro, purzeln seit ein paar Wochen wieder die Preise“, beobachtet David Ernsting vom Branchendienst Brokertest.de in Münster.

So gibt es die Aktienorder im Wert von 10.000 Euro etwa bei der OnvistaBank schon für 5,62 Euro, knapp zehn Euro verlangt die Citibank, 15 Euro Gebühren berechnen die auf Daytrader spezialisierten Sino und E-Trade. „Auch das sind teilweise quersubventionierte Preise“, sagt Teske, „für sechs oder sieben Euro kann niemand eine Börsenorder von 10.000 Euro kostendeckend abwickeln.“

Damit es bei der Abrechnung der vermeintlich günstigen Orders keine böse Überraschung gibt, lohnt auf jeden Fall der Blick ins Kleingedruckte. „Nicht immer sind sechs Euro pro Order wirklich sechs Euro; viele Banken berechnen zum Beispiel bei Teilausführungen in Xetra Mehrfachgebühren“, weiß Broker-Experte Ernsting.

Anleger sollten deshalb zweimal überlegen, ob der Wechsel zum gerade günstigsten Anbieter lohnt. Damit verbunden ist immer Aufwand, vom Ident-Verfahren in der Postfiliale bis zum Ändern der Freistellungsaufträge fürs Finanzamt. „Und kein Anbieter hat zugleich die besten Aktienkonditionen und die dauerhaft höchsten Tagesgeldzinsen“, meint Schön.

Weil viele der Lockvogel-Angebote nur sechs Monate laufen, „sollte man sich auf jeden Fall ausrechnen, wie viel man aufs ganze Jahr erhielte, wenn man nicht zweimal im Jahr die Bank wechseln will“, meint Nauhauser von der Verbraucherzentrale. Bei einigen Banken ist die Rückzahlung der Kundengelder zudem nur bis 20.000 Euro garantiert; geriete die Bank tatsächlich in eine ernsthafte Schieflage, wären darüber hinaus angelegte Gelder verloren. Der Blick ins Kleingedruckte der Zinskonditionen ist in Zeiten der Finanzkrise wichtiger denn je.

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