Selbst solche Miniverzinsungen sind in Gefahr: Etwa 40 Prozent der Anlagen der Versicherer stecken in Anleihen und Schuldscheindarlehen von Banken. Ein Gutteil davon sind Pfandbriefe, die zu 150 Prozent und mehr mit Immobilien gedeckt sind. Jedoch: Zwölf Prozent Marktanteil am 840 Milliarden Euro schweren deutschen Pfandbriefmarkt hält die skandalgeschüttelte Hypo-Real-Estate-Gruppe. Sie allein hat zudem 55 Milliarden Euro an unbesicherten Anleihen ausgegeben, die zu einem Großteil bei Versicherern liegen und bei einer Insolvenz größtenteils verloren wären. „Das ist der wahre Grund dafür, dass der Steuerzahler die Hypo Real Estate retten muss. Täte er es nicht, stünden Lebensversicherer vor dem Aus, die der Staat kaum stützen kann“, so der Banker eines britischen Instituts, der mit deutschen Versicherern täglich Geschäfte macht. Dreistellige Milliardenbeträge haben Versicherer und Pensionskassen insgesamt in nicht oder nur gering besicherten Bankpapieren stecken.
Finanzstärke unterschiedlich gut
Die Lebensversicherten, deren Geld in 97 Millionen Verträgen steckt, sind nicht alle gleich betroffen. Anbieter ohne Altlasten dürften „bei einer günstigen Entwicklung der Kapitalmärkte bis Jahresende wieder eine Nettoverzinsung von deutlich über vier Prozent schaffen“, sagt Ockenga. „Kapitalstarke Unternehmen können es eher riskieren, zum richtigen Zeitpunkt wieder in Aktien und Unternehmensanleihen einzusteigen, die tendenziell eine höhere Rendite bieten als risikoarme Investments“, sagt Ockenga. Mit sehr gut bewertet Fitch die Finanzstärke der Lebensversicherer Allianz, Axa, DBV-Winterthur, Aachen Münchener, Cosmos, Generali, Hamburg-Mannheimer, Victoria und Volkswohl Bund. Internationale Agenturen konzentrieren sich auf große Versicherer, deutsche Spezialisten bewerten auch kleinere. Doch Vorsicht: Versicherer nutzen bezahlte Ratings, um sich positiv zu verkaufen. Davon leben Agenturen wie Assekurata in Köln. Fällt ein Urteil negativ aus, wird es in der Regel nicht veröffentlicht. „Verzichtet ein Versicherer plötzlich auf ein Rating, liegt es nahe, dass der Öffentlichkeit Informationen vorenthalten werden sollen“, sagt der Frankfurter Ratingexperte Oliver Everling, Im Dezember, wenige Monate vor Bekanntgabe ihrer Probleme, hatte sich die Provinzial Rheinland aus dem Ratingprozess von Assekurata verabschiedet. Im Mai sprang die Neue Bayerische Beamten Versicherung ab – die ist eine Tochter des angeschlagenen Aareal-Bank-Aktionärs BBV.









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Alle Kommentare lesen26.06.2009, 13:50 UhrAnonymer Benutzer: Christof Schürmann
Die Renditen von Gesamtportfolios und der branche sind doch genannt. Lesen Sie's einfach noch mal. Dann können Sie auch erkennen, dass es für Verträge mit 4% Garantiezins jetzt nicht mehr reicht. Und - sollten sich die Finanzmärkte nicht erholen - die Verzinsung bei einzelnenen Versicherern sich nicht mehr erholen bzw. noch weiter rutschen wird. Wir halten Sie in der WirtschaftsWoche natürlich auf dem Laufenden.
26.06.2009, 13:40 UhrAnonymer Benutzer: FJ
Sehr geehrte Damen und Herren,
Sie greifen sich jeweils ein Anlageprodukt aus dem investmentportfolio heraus und schließen aus der Performance dann auf die Rendite des Anlageportfolios. Das ist eine für eine Wirtschaftszeitung extrem schwache Analyse. Dass die Kapitalanlagerenditen fallen, hängt nicht so sehr mit den Abschreibungen zusammen als vielmehr mit den sinkenden Zinsniveaus. Sie werfen hier alles durcheinander. Man könnte meinen, Sie als Zeitung schreiben im interesse von?
26.06.2009, 01:13 UhrAnonymer Benutzer: global
Es iat wie allen Diskussionen, die keine Lösung aufzeigen, die Wahrheit liegt in der Mitte. Diversifizieren ist die mögliche Chance, denn selbst unterm Kopfkissen oder in Gold ist nichts sicher. Am besten investieren in internationale Netzwerke und in Wissen, denn das man "gebraucht" wird, das sichert als Einziges die Zukunft. Das einer von uns mal würdevoll in Rente geht ist doch eh sehr unwahrscheinlich.